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Jüchen
Neues Kleid für Schloss Dyck

Jüchen. Die ersten Mauern erstrahlen bereits in frischem Ockergelb. Schloss Dyck erhält ein neues, sein ursprüngliches Aussehen. Bauminister Lutz Lienenkämper machte sich gestern ein Bild von den Sanierungsarbeiten. Von Carsten Sommerfeld

Auf alten Gemälden in den Schlossräumen ist Schloss Dyck mit einer weißen oder ockerfarbenen Fassade zu sehen. Verblichene Reste des letzten Anstrichs aus dem 19. Jahrhundert sind noch an etlichen Mauern zu erkennen. Künftig soll das gesamte Schloss wieder im freundlichen Ockergelb erstrahlen. Im Rahmen des zweiten Bauabschnitts der Sanierung wird das Baudenkmal bis zum Ende des Jahres neu verschlämmt.

Ursprünglich waren diese jetzt begonnenen Arbeiten noch gar nicht vorgesehen. "Aber wir haben entschieden, dass das Gebäude schon jetzt im Zuge der Bausanierung sein ursprüngliches Aussehen erhält", sagte Landesverkehrs- und Bauminister Lutz Lienenkämper gestern im Schloss. "Das Ministerium hat dafür zusätzliche Gelder zur Verfügung gestellt", so der minister, der in Meerbusch lebt."Jetzt stehen die Gerüste für die Sanierung.

Hätten wir das Schloss erst später verschlämmt, wäre es teurer geworden", sagt Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Land und Rhein-Kreis Neuss teilen sich die 400 000 Euro Kosten im Verhältnis 80:20 – ebenso wie die gesamte 27,4 Millionen Euro teure Sanierung. Für die stehen auch noch Mittel der Stiftung Schloss Dyck und von Zuschussgeber zur Verfügung .

4,6 Millionen Euro kostet allein der zweite Bauabschnitt. Am Nord- und Osttrakt des Hochschlosses werden Wände und Dächer ebenso saniert wie bei einem Teil des Stallhofes. "Die Schäden sind größer als wir erwartet hatten", sagt Michael Baumeister, Leiter des Amtes für Gebäudewirtschaft beim Kreis, das die gesamte Sanierung begleitet. "Marode Steine werden erneuert, Fugen neu verputzt. An kritischen Stellen wird das Mauerwerk mit großen Nadeln verklammert", erklärt Baumeister.

Ein Teil des Reitstalls muss neu unterfangen werden, Senkungen hatten zu Rissen geführt. "Und in Teilen der Mauern und des Dachstuhls des Schlosses ist der Pilz eingedrungen." Bis Mitte 2001 soll die Sanierung abgeschlossen sein, Restarbeiten werden sich bis 2012 hinziehen. "Dann werden alle wesentlichen Teile des Schlosses saniert sein", sagt Jens Spanjer, Vorstand der Stiftung, erfreut.

Als erstes dürfte dem Besucher künftig die neue ockergelbe Farbe auffallen. "Den Farbton haben wir auf der Grundlage vorhandener Farbreste bestimmt. Die kalkhaltige Schlämme ist dickflüssiger als Farbe und dient auch der Substanzerhaltung", erläutert Baumeister. "Das Wetter zurzeit ist für die Arbeiten ideal – nicht zu heiß und nicht zu nass, aber mit einer gewissen Luftfeuchtigkeit", so Baumeister.

Nach dem Umbau kann die Stiftung auch "neue Versammlungsräume im Westtrakt des Reitstalls schaffen anbieten, die für Ausstellungen, Vorträge und Feiern gemietet werden könne", sagt Spanjer.

Quelle: NGZ
 
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