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Lokalsport
Neusser Blackout vor der Halbzeitpause

Neuss. Beim schmerzlich klaren 1:6 gegen Krefeld kassiert der Hockey-Bundesligist drei Tore in fünf Minuten. Von Dirk Sitterle

Es gibt sicher schönere Möglichkeiten, sich das Wochenende zu vertreiben als in der Hockey-Bundesliga vor heimischem Publikum verprügelt zu werden. Und so ging Torhüter Martin Wagner gestern Nachmittag nach der 1:6-Niederlage (Halbzeit 0:4) des HTC SW Neuss gegen den Crefelder HTC ziemlich missmutig mit den Worten vom Feld: "Zwölf Tore in zwei Spielen, ich glaube, ich werde langsam zu alt dafür ..." Schließlich hatte der Routinier bereits am Tag zuvor gegen Köln (1:6) die Hütte voll bekommen.

Und nicht nur vom Ergebnis glichen sich die beiden ersten Auftritte des Neulings in dieser Saison. Wie schon im Duell mit dem Deutschen Meister am Samstag machten die Jungs von Trainer Omar Schlingemann auch gegen den Play-off-Kandidaten aus Krefeld zunächst keine ganz schlechte Figur. Nach vorne ging zwar wiederum kaum etwas, aber vor Wagner sorgten die mit hohem Tempo vorgetragenen Attacken des Lokalrivalen selten für Gefahr. Auch das hochverdiente Tor von Sven Alex zur Krefelder Führung (20.) war kein Beinbruch. Wohl aber, dass die lange höchst diszipliniert verteidigenden Gastgeber in der Schlussphase der ersten Hälfte gleich drei weitere Treffer zuließen. "Wie diese Tore quasi aus dem Nichts zustandekommen, darüber wird noch zu reden sein", kündigte Teammanager Stephan Busse an. "So wird aus einem Spiel, das zur Halbzeit 0:1 stehen könnte, ein klares 0:4."

Schlingemann schlugen die Gegentreffer von Felix Klein (29.), Patrick Schmidt (30.) und Linus Butt (35.) im Anschluss an Krefelds zweite Strafecke offenbar derartig aufs Gemüt, dass er sich nach einem lautstarken Kabinendisput für die zweite Hälfte wort- und regungslos in die hinterste Ecke der Spielerbank verkroch. Die sich selbst überlassene Mannschaft musste noch bis zur 38. Minute warten, bis sich für Joris Eshuis die erste Neusser Torchance ergab. Auch bei zwei Strafecken brachten Ivo Otto (46.) und Abbas Haider (48.) die Kugel nicht im Gehäuse des CHTC unter. Stattdessen kassierte Schwarz-Weiß in doppelter Unterzahl - Grüne Karte für Carsten Merge, "Gelb" für Arnoud Weehuizen - das 0:5 durch Patrick Schmidt (55.). Mit der fünften Strafecke machte Olympiasieger Linus Butt (66.) das halbe Dutzend voll. Erst zwei Minuten vor dem Ende krönte der von Joris Eshuis und Sebastian Draguhn in Position gebrachte Sebastian Sellner den mit Abstand besten Neusser Angriffszug mit dem Ehrentreffer.

Während CHTC-Trainer Matthias Mahn nach den klaren Siegen seiner Schützlinge beim Club an der Alster (5:1) und in Neuss von einem "sehr guten Auftakt" sprach, "und auch die Art und Weise, wie wir gespielt haben", klasse fand, war Busse einfach nur heilfroh, "dass wir nicht höher verloren haben." Er mahnte jedoch: "Wir dürfen jetzt als Team nicht auseinanderbrechen. Keiner darf sich aus der Verantwortung ziehen." Damit sollte sich auch der Coach, der nach dem Spiel immer noch sprachlos Richtung Klubheim abzog, angesprochen fühlen ...

Quelle: NGZ
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