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Lokalsport
Neusser Galopptrainern droht das "Aus"

Neuss. Verbandschef Jan Antony Vogel widerspricht den Gerüchten über eine Schließung der Neusser Galopprennbahn. Von Klaus Göntzsche

Die von zahlreichen Personen betriebenen Internet-Foren im deutschen Galopprennsport sind immer wieder eine sprudelnde Gerüchtequelle. Es ist dort wie mit vielen derartigen "Medien": Es wird viel Nachrichten-Sondermüll produziert, doch mitunter sind auch verwertbare Informationen dort zu finden. In den vergangenen Tagen ging es um das Gerücht einer Schließung der Neusser Galopprennbahn zum Beginn der Saison 2016. Das Fachblatt Sport-Welt widmete diesem Gerüchten eine Geschichte auf Seite 2 mit der Zeile: "Eine Schließung der Rennbahn ist Unsinn".

Es war das Zitat von Rennvereins-Präsident und Verbandschef Jan Antony Vogel zu diesem Thema. Vogel gegenüber der NGZ: "Wo die Schließungsgerüchte herkommen, weiß ich nicht. Davon war nie die Rede." Sehr wohl allerdings wird derzeit eine Reduzierung oder Aufgabe der Neusser Trainingseinrichtung diskutiert. Davon betroffen wären die Trainer Axel Kleinkorres mit derzeit 32 Pferden und 15 Siegen, Marion Weber mit sechs Pferden und zwei Siegen, Katja Gernreich mit noch zwei Pferden und einem Sieg sowie Reinhard Ording als Hobbytrainer mit zwei Pferden und einem Volltreffer.

Anders als bei diesen Kleinst-Trainern liegen die Dinge beim 57-jährigen Axel Kleinkorres. Auch bei ihm ist "Luft nach oben" im Pferdebestand, doch er mischt in der Szene akzeptiert und beachtet mit. Es fehlen zwar die sehr guten Pferde, ständig Nachwuchs liefernde Gestütsrennställe sind nicht im Kader und mit sieben Pferden ist der Stall Unia des Berliner Unternehmers Werner Krüger der wichtigste und größte Besitzer. In Karl Trybuhl jr. gibt es einen eigenen Racing-Manager für die Unia-Pferde und in der Nähe von Mülheim/Ruhr betreibt Krüger eine Art Senioren-Hof für Rennpferde. Kleinkorres zur aktuellen Lage: "Ich habe mit Herrn Vogel gesprochen. Er hat mir zugesagt, dass nach einer Lösung für mich gesucht wird. Ich möchte gern in Neuss bleiben."

Auf den nicht weit entfernten Bahnen in Düsseldorf, Krefeld und Mülheim/Ruhr sind keine geeigneten Ställe frei. Kleinkorres: "In Dortmund ist die Lage für die Zukunft doch auch unsicher und in Köln wäre ich das fünfte oder sechste Rad am Wagen gegen die Konkurrenz der großen Ställe." Platz genug wäre in Bremen-Mahndorf und in Berlin-Hoppegarten, doch der Trainer sagt dazu: "Dort ist man zu weit entfernt von den Bahnen im Westen und auch von der Sandbahn in Mons/Ghlin in Belgien, wo wir oft hinfahren und sechs der 15 Rennen in diesem Jahr gewonnen haben." Vogel: "Ich habe mit Herrn Krüger und Herrn Kleinkorres gesprochen. Er möchte mit seinen Pferden nicht nach Hoppegarten, sondern in Neuss bleiben." Allerdings stellt Vogel auch klar: "Der Trainingsbetrieb ist für den Rennverein bei der derzeitigen Anzahl von Pferden im Training nicht kostendeckend zu betreiben. Wir müssen die Sandbahn und Trainingsanlagen in Ordnung halten. Das ist mit erheblichen Personal- und Maschinenkosten verbunden. Wie hoch die aktuelle Unterdeckung ist, wird derzeit in verschiedenen Modellrechnungen ermittelt. Ich kann Herrn Kleinkorres verstehen, er sorgt sich um seine berufliche Zukunft. Der Stall hat sich in Neuss etabliert. Wir werden nach einer gemeinsamen Lösung suchen." Am Rennbetrieb in Neuss nimmt Kleinkorres nur sehr dezent teil, kein gutes Argument für seinen Verbleib an der Stresemannallee.

Ein weiteres Problem des Trainingsbetriebes wird die im Bau befindliche Flüchtlingsunterkunft auf dem mittlerweile abgerissenen Stallgelände der Trainer Linke, Remmert, Blume und zuletzt Steinmetz. Kleinkorres sagt dazu: "Das schreckt natürlich die Besitzer ab. Es geht dabei überhaupt nicht um Abneigungen gegen diese Menschen." Auch Vogel sieht die Problematik: "Die Vereinbarkeit des Trainingsbetriebes mit der Bebauung muss sorgfältig analysiert werden. Der Zugang zum Innenbereich ist durch den Trainingsbetrieb stark eingeschränkt. Dies erschwert natürlich die Nutzung des Innenraums sowohl für die Besucher als auch für Veranstaltungen. Hier müssen zukunftsorientierte Lösungen gefunden werden. Die Diskussion wird verantwortungsbewusst geführt mit dem Ziel, eine für alle Beteiligten tragbare Lösung zu finden. Es muss aber allen klar sein, dass der Rennverein wirtschaftlich eine Subventionierung des Trainingsbetriebes dauerhaft nicht darstellen will und kann."

Quelle: NGZ
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