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Neusser Golferinnen sind jetzt erstklassig

Lokalsport: Neusser Golferinnen sind jetzt erstklassig
Jubeln über den Aufstieg in die Bundesliga: Verena Gimmy, Nina Imhausen, Anna Elisabeth Ruttert, Felicitas Mrochen, Jette Schulze und die Zwillinge Patricia-Fabienne und Christina-Theresa Schmitz sowie Kapitän Dennis Arnold (v.l.) wurden mit dem Golfclub Hummelbachaue Meister der Zweiten Liga. FOTO: GC Hummelbachaue
Neuss. Die junge Damenmannschaft des Golfclub Hummelbachaue sichert sich am letzten Zweitliga-Spieltag den Aufstieg in die Bundesliga. Von Volker Koch

Die Neusser Sportszene ist männlich, zumindest, was Mannschaften in den höchsten Spielklassen anbelangt: Die Tennisspieler des TC Blau-Weiss, die Hockeyspieler des HTC Schwarz-Weiß, die Skaterhockeyspieler der Uedesheim Chiefs und die Ruderer des Neusser RV dürfen sich erstklassig nennen.

Das hat sich nun geändert. Denn seit dem vergangenen Wochenende haben die Bundesligisten in der Quirinusstadt Zuwachs bekommen - und der ist weiblich, jung und trägt das Trikot des Golfclub Hummelbachaue. Dessen Damenmannschaft gelang in einem bis zuletzt spannenden Finale der Gruppensieg in der Zweiten Liga West und damit der Sprung in die Erstklassigkeit.

"Ich bin stolz auf die Mädels", sagt Dennis Arnold, als Kapitän der einzige Mann im zehnköpfigen Erfolgsteam. Seine durchweg jungen Schützlinge - die älteste im Kader zählt gerade mal 21 Jahre, die jüngste ist erst dreizehn - machten es dabei ausgesprochen spannend. Nach dem "Heimspiel" in der Hummelbachaue am vorletzten Spieltag (2. August) hatten sie die Tabellenführung mit 19 Punkten vor dem Club Zur Vahr Bremen übernommen, der zwei Zähler zurücklag. "Da wurde uns bewusst, dass der Aufstieg wirklich realistisch ist", sagt Patricia-Fabienne Schmitz, die gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Christina-Theresa im Team spielt.

Für sie war klar: "Am letzten Spieltag galt es für uns, unseren Vorsprung ins Ziel zu bringen. Wenn man so kurz davor steht, möchte man es dann auch unbedingt schaffen." Doch der Start ins Finale beim Golfclub Bergisch Land verlief eher holprig. Nach der Einzelrunde am Vormittag - die sechs Spielerinnen kamen mit einer 74er-, einer 76er, einer 79er-, zwei 81er- und einer 83er-Runde nach Hause - stand nur Platz drei in der Tageswertung auf der Habenseite. Und auch der stolze Vorsprung von 22 Schlägen auf die Bremerinnen war auf kümmerliche acht Zähler zusammen geschmolzen.

Der Nachmittag brachte dann die Wende zum Guten. Hier wird ein "klassischer Vierer" gespielt, das heißt, es spielen zwei Spieler für ein Team, wobei immer abwechselnd geschlagen wird. Die Neusserinnen landeten zwei gute 75er-Runden, der Konkurrent aus Bremen patzte mit einer 80er- und einer 81er-Runde. Das reichte dem Club Zur Vahr zwar zum Tagessieg, doch die Damen der Hummelbachaue lagen auf Rang zwei nur einen Punkt zurück. Was ihnen in der Endabrechnung Platz eins mit 23 Zählern vor den Bremerinnen (22) bescherte. Die restlichen drei Klubs konnten während der gesamten Saison nicht in diesen Zweikampf eingreifen - Neuss (3 mal) und Bremen (2 mal) teilten an allen fünf Spieltagen die ersten beiden Plätze unter sich auf. "Das war eine super Saison, wir sind mit einer fantastischen Mannschaftsleistung verdient Gruppensieger geworden", fasst Dennis Arnold (24), der auch zum Trainerstab der Hummelbachaue gehört, die Leistung seines Teams zusammen, das aus neun Spielerinnen besteht: Neben Patricia-Fabienne und Christina-Theresa Schmitz noch Verena Gimmy, Daniela Gurek, Nina Imhausen, Katharina Kramer, Felicitas Mrochen, Anna Elisabeth Ruttert und Jette Schulze.

In der Bundesliga Nord - gespielt wird im Oberhaus in zwei Fünfergruppen, die beiden Tabellenletzten steigen ab - treffen die Neusserinnen in der kommenden Saison auf den Golfclub Hubbelrath, den Golf- und Land-Club Berlin-Wannsee, den Hamburger Golfclub und Mitaufsteiger Berliner Golfclub Gatow. Felicitas Mrochen freut sich auf die neue Herausforderung: "Es macht mir unglaublich viel Freude, zu spielen, und es ist eine super Erfahrung unter diesen Bedingungen." Nicht nur sie findet die "Atmosphäre bei den Bundesliga-Spielen" als "etwas ganz besonderes."

Dass die junge Mannschaft es in der Ersten Liga schwer haben wird, nimmt man beim Golfclub Hummelbachaue bewusst in Kauf: " Sowohl der Club als auch die Betreibergesellschaft legen sehr viel Wert auf Nachwuchsarbeit", sagt Christian Börkel, der dem Vorstand des Fördervereins Golfjugend angehört, "der Aufstieg in die Bundesliga mit einem so jungen Team ist eine Bestätigung dieses Konzepts.

Quelle: NGZ
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