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Lokalsport
Neusser HV geht gegen den Spitzenreiter die Luft aus

Neuss. Handball-Drittligist NHV unterliegt Leichlinger TV nach schwacher zweiter Hälfte mit 33:35. Von Christos Pasvantis

Der Neusser HV hat in der Dritten Handballliga auch die letzte Gelegenheit verpasst, in dieser Saison ein Spiel gegen eine Spitzenmannschaft zu gewinnen und damit untermauert, dass er selber (noch) keine ist. Dennoch darf die 33:35-Niederlage (Halbzeit 19:17) vor gut 700 Zuschauern in der Hammfeldhalle gegen den designierten Meister Leichlinger TV genau wie das 26:27 in der Vorwoche in Fredenbeck zumindest als Schritt nach vorne gewertet werden.

"Ich tue mich nach Niederlagen sehr schwer damit, zufrieden zu sein. Trotzdem geht die Entwicklung der Mannschaft in die richtige Richtung", sagte Trainer Ceven Klatt, der davon überzeugt davon war, nur einen Spieler von einem Sieg entfernt gewesen zu sein: Niklas Weis hatte sich beim Warmmachen verletzt und konnte daher nur wenige Minuten mitwirken. Der wurfgewaltige Linkshänder hatte in den Planungen seines Coaches eine entscheidende Rolle gespielt, zumal sich der LTV gegen Abschlüsse aus dem zentralen Rückraum durchaus anfällig zeigen sollte. "Dass Niklas mir kurzfristig wegbricht, hat natürlich mein ganzes Konzept über den Haufen geworfen", sagte Klatt, der den Leichlinger Tempohandball ursprünglich mit vielen Wechseln kontern wollte.

Ob jedoch mit oder ohne den Ausfall: Der Sieg der Gäste war hochverdient, auch wenn sie 44 Minuten benötigten, um erstmals in Führung zu gehen. Nach einem ganz starken Neusser Beginn, mit dem die Gastgeber ihren Vorsprung schnell von 6:4 (11.) auf 10:5 (14.) ausbauten, brachten die "Pirates" ihre überragende erste und zweite Welle einfach zu oft ins Ziel und verhinderten ihrerseits gegen einen in dieser Hinsicht unter Klatt stark verbesserten NHV zahlreiche Gegenstöße. Daran hatte mit Sicherheit auch Gästetrainer Frank Lorenzet seinen Anteil, der schon in der 17. Minute zweimal den Torwart gewechselt hatte und es mit einem regelrechten Wutausbruch schließlich schaffte, seinen kroatischen Keeper Ante Vukas wach zu rütteln. Der hielt bis zu dieser Ansage keinen Ball, danach in drei Minuten gleich fünf und am Ende ganz starke 16. "Das hat wahrscheinlich den Ausschlag gegeben", fand Klatt, für den Mikkel Moldrup und Mathias Reckzeh zusammen nur zehn Bälle hielten.

So machte Lorenzet "Leidenschaft, Charakter und großen Kampfgeist" dafür verantwortlich, dass der LTV in der zweiten Hälfte jene zweite Luft bekam, die den Gastgebern fehlte. Von 25:25 (43.) zog der Spitzenreiter trotz zweier Neusser Auszeiten binnen acht Minuten auf 31:26 davon. "Diese zweite Luft hat uns gefehlt, weswegen die Niederlage am Ende auch in Ordnung geht. Manche Spieler haben leider nicht mehr im System gedeckt", fand Klatt. Das führte dazu, dass die von ihm als "Angriffsmaschinerie der Liga" bezeichneten Leichlinger vor allem über die überragenden Tim Hilger (6/1 Tore), Carsten Lange (6) und David Kreckler (9/4) viel zu leicht zum Abschluss kamen - auch wenn für Neuss aus dem Rückraum Christopher Klasmann (10/2) und Thomas Bahn (6) nach Leibeskräften dagegenhielten.

Ein gutes Spiel und vor allem sehr effektives Spiel machte auch Leichlingens Joshua Reuland, der zur kommenden Saison nach Neuss wechselt. Fünf Treffer waren eine ordentliche Visitenkarte des 22 Jahre alten Linksaußen, dessen künftiges "Backup" Max Murawski seinen Vertrag um ein Jahr verlängerte.

Quelle: NGZ
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