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Lokalsport
Neusser HV hat leichtes Spiel mit Schlusslicht

Neuss. Geburtstagsgeschenk für Felix Handschke: Handball-Drittligist NHV schickt Eintracht Baunatal mit einem 40:28-Sieg ans Tabellenende. Von Volker Koch

Eigentlich hätten die Handballer des GSV Eintracht Baunatal ihren Ausflug an den Niederrhein erheblich abkürzen können. Wären die Gäste nach zwölf Minuten ihres Gastspiels beim Neusser HV wieder heim nach Hessen gefahren, hätte das von 275 Zuschauern in der Hammfeldhalle niemanden gestört.

Denn da waren die Hausherren durch Geburtstagskind Felix Handschke - der Linksaußen wurde am Samstag 26 Jahre alt - gerade auf 9:3 weggezogen. Uneinholbar, wie zu diesem frühen Zeitpunkt der Begegnung schon mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit feststand. "Wir hatten keinen rabenschwarzen Tag erwischt - das war schon schwärzer als schwarz", stellte Mirko Jaissle hinterher fest. Der bedauernswerte Baunataler Trainer, dem der gnadenlose Spielplan der 3. Handball-Liga West in den ersten drei Saisonpartien die tatsächlichen oder vermeintlichen Top-Klubs aus Dormagen (21:24), Hagen (25:28) und Neuss bescherte, musste mehr oder minder tatenlos mit ansehen, wie seinen Schützlingen rein gar nichts gelang in dieser ersten Halbzeit.

Und hätte sein Kollege Ceven Klatt nicht spätestens zur Pause so etwas wie ein Einsehen gehabt und den zweiten Durchgang zum fleißigen Durchwechseln genutzt, aus dem 10:19-Pausenrückstand wäre wohl noch eine deftigere Schlappe für die Baunataler geworden als das ohnehin schon deftige 28:40, das die Hessen bis auf weiteres ans Tabellenende katapultiert. Die 28 Gegentore, monierte der NHV-Trainer, seien denn allerdings des Guten ein bisschen zu viel, bekannte aber gleich: "Das ist jetzt Jammern auf hohem Niveau."

In der Tat: Außer einer gewissen, angesichts des schnell heraus gespielten Vorsprungs aber auch in gewisser Weise verständlichen Nonchalance im Abschluss gab es wenig auszusetzen an der Vorstellung der Neusser. Allenfalls die Tatsache, dass das am Ende auch tatsächlich erfolgreiche Bemühen, jedem der eingesetzten zwölf Feldspieler (plus Torhüter Mikkel Moldrup, der nach 44 Minuten ins verwaiste Baunataler Gehäuse traf) mindestens einen Torerfolg gutschreiben zu können, mitunter ein wenig verkrampft wirkte. Sei's drum - irgendwie mussten die Fans ja unterhalten werden, denn von Spannung war spätestens ab besagter zwölfter Spielminute nichts mehr zu spüren.

Dafür sorgte eine Neusser Deckung, die mit "kompromisslos" nur unzulänglich umschrieben ist. "Die Abwehr steht richtig gut", lobte Felix Handschke, dem diese Defensivleistung ein Geburtstagsgeschenk nach dem anderen in Form von Gegenstößen und Schnellangriffen bescherte. Er und Niklas Weis teilten bis zur Pause ein Dutzend Treffer jeweils hälftig untereinander auf. "Das ist genau unser Spiel: Hinten kompakt stehen und dann mit schnellen und intelligenten Außen wie Felix und Niklas die Ballgewinne direkt in Tore umsetzen", stellte Klatt zufrieden fest.

Der weiß, dass er das neben allem Training auch seinem bestens bestückten Aufgebot zu verdanken hat, dem neben Hagen "breitesten Kader" der Liga. Wie breit dieser NHV aufgestellt ist, zeigte der zweite Durchgang, in dem Klatt auf beinahe jeder Position ein neues Gesicht aufs Parkett schickte. Ein nennenswerter Bruch entstand dadurch nicht. "Nach der Pause sind beide Mannschaften nicht mehr mit dem letzten Biss und der letzten Konzentration zu Werke gegangen", stellte Mirko Jaissle unwidersprochen fest. Wie denn auch - die Gefahr, dass die Partie eng werden oder gar kippen könnte, bestand zu keiner Zeit. Trotz des zweiten zweistelligen Sieges in Folge bewahrt Klatt Bodenhaftung: "Es werden noch andere Spiele kommen." Vielleicht schon am Sonntag in Minden.

Quelle: NGZ
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