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Lokalsport
Neusser HV ist jetzt Vorletzter

Neuss. Auch im zweiten Spiel unter Jens Sieberger gelingt dem Handball-Drittligisten keine Trendwende.

Die Schaffung "zweitliga-tauglicher Strukturen" sollte nach dem Trainerwechsel erhöhte Priorität besitzen, doch im Moment ist der Neusser HV der Oberliga näher als einem Aufstieg. Denn nach der 26:27-Niederlage (Halbzeit 14:15) bei Handballsport Gummersbach/Derschlag ziert der NHV den vorletzten Tabellenplatz der Dritten Liga West - nur der ATSV Habenhausen, dem mit dem 35:27 im Aufsteigerduell mit dem TuS Volmetal sein erster Sieg gelang, ist noch schlechter als die mit sieben ehemaligen Zweitliga-Spielern besetzten, als Aufstiegsanwärter in die Saison gegangenen Neusser.

"Das war ein weiterer Nackenschlag für uns", stellte Jens Sieberger nach dem zweiten sieglosen Spiel unter seiner Regie fest. Marco Curcic traf vier Sekunden vor dem Abpfiff zum dritten Sieg der Oberbergischen, die sich selbst in dieser Partie als krassen Außenseiter gesehen hatten. "Das ist, als ob man Äpfeln mit Birnen vergleicht. Sowohl vom Kader als auch vom Etat liegen eigentlich Welten zwischen beiden Teams", hatte Trainer Michiel Lochtenbergh im Vorfeld erklärt. Trotzdem übernahmen seine Schützlinge von Beginn an das Kommando vor 150 Zuschauern in der Gummersbacher Schwalbe-Arena und führten nach zehn Minuten mit 8:4.

Die Hausherren gewannen in dieser Phase zahlreiche Zweikämpfe in der Defensive. "Das gibt dann auch Sicherheit im Angriff, wo man sich auch mal einen Fehler erlauben darf," sagte Lochtenbergh, der trotzdem mitansehen musste, wie die Neusser bis zur Pause von 11:15 auf 14:15 herankamen. "Das war natürlich gut für die Stimmung in der Kabine", meinte Sieberger, der neben Marcus Bouali (Daumenbruch) auch auf den nach seiner Roten Karte aus dem Lokalduell gegen Korschenbroich gesperrten Felix Handschke verzichten musste. Beim 16:15 (32.) durch den kurze Zeit später mit einem Pferdekuss ausgeschiedenen Niklas Weis gingen die Gäste sogar in Führung - zum ersten und gleichzeitig letzten Mal nach dem 1:0.

"Danach haben wir seltsamerweise wieder kurzzeitig den Faden verloren", monierte Sieberger. Gummersbach zog auf 20:16 (36.) davon und gab die Führung erst kurz vor Schluss wieder ab. Philip Schneider gelang drei Minuten vor dem Abpfiff der Ausgleichstreffer zum 26:26, doch dann zerstörte Marco Curcic alle Träume des NHV vom ersten Auswärtspunkt - zum dritten Mal in Folge glitt den Neussern in den letzten vier Spielsekunden jeweils ein Zähler aus den Händen. "Aber es hilft ja alles nichts, wir müssen und werden wieder aufstehen", sagte Jens Sieberger nach dem vierten sieglosen Spiel in Serie, "ich werde in der kommenden Trainingswoche einige psychologische Arbeit leisten müssen, um die Köpfe wieder hoch zu bekommen."

(-vk)
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