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Lokalsport
Neusser HV nimmt nächste Hürde

Neuss. Mit dem 31:25-Sieg in Krefeld im Rücken geht's nun ins Derby gegen Dormagen. Von Volker Koch

Finale furioso in der 3. Handball-Liga West: An den letzten beiden Spieltagen der Hinrunde sind die ersten vier Teams der Tabelle, die einzigen, die sich noch Hoffnungen auf Meistertitel und Zweitliga-Aufstieg machen dürfen, unter sich.

Zunächst (Freitag, 20 Uhr) gastiert der Erste (Eintracht Hagen) beim Dritten (Longericher SC), tags darauf erwartet der Zweite (Neusser HV) den Vierten (TSV Bayer Dormagen) zum Lokalderby (19.30 Uhr, Hammfeldhalle, Restkarten können noch unter info@nhv1.de bestellt werden). Eine Woche später heißen die Duelle Dormagen gegen Longerich (Freitag, 16., 20 Uhr) und Hagen gegen Neuss (Samstag, 19.30 Uhr) - spannender geht's nicht.

Den Grundstein für so viel Spannung legte das Quartett mit seinen Auswärtssiegen an diesem Wochenende: Hagen 35:30 in Leichlingen, Longerich 30:25 in Lemgo, Dormagen 28:22 in Ahlen. Und der Neusser HV nahm auch die Hürde bei der HSG Krefeld, feierte mit dem 31:25 (Halbzeit 18:15) vor 460 Zuschauern den 13. Sieg im 13. Spiel. Einen verdienten dazu, wie Krefelds Trainer Olaf Mast bekannte: "Der Sieg für Neuss geht sicherlich in Ordnung."

Da traf er bei Ceven Klatt auf volle Zustimmung: "Wir waren heute vorne wie hinten taktisch überlegen. Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung der Mannschaft", bilanzierte der 33-Jährige den - saisonübergreifend - 23. Sieg unter seiner Regie, seit er Anfang Januar das Kommando auf der Neusser Bank übernommen hatte. Da hatte es gleich im zweiten Spiel unter seiner Regie eine empfindliche 25:32-Heimschlappe gegen die HSG gegeben, doch von einer Wiederholung durften die Krefelder am Samstagabend höchstens 45 Minuten lang träumen. Da hatte David Breuer mit seinem Tor zum 23:24 einen zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Rückstand aus Sicht der Hausherren fast wieder wettgemacht.

Zu mehr reichte es nicht. Das lag zum einen an den Paraden von Mikkel Moldrup im NHV-Gehäuse, zum anderen daran, dass Klatt in Person von Brian Gipperich wie in der Vorwoche gegen Leichlingen erneut einen "Joker" ziehen konnte: Der 19 Jahre alte Linkshänder ließ die Gäste durch drei Tore in Folge innerhalb von viereinhalb Minuten wieder auf 27:23 wegziehen. "Brian hat vorne wichtige Impulse gesetzt und Mikkel eine richtig starke zweite Halbzeit gezeigt", lobte Klatt. Den Krefeldern gelang erst in der 56. Minute (wiederum durch David Breuer) der nächste Treffer, da hatte der NHV schon deren 30 vorgelegt und die Partie entschieden. Was Mast zu dem Fazit brachte: "Wir können derzeit mit den ganz Großen der Liga leider nicht mithalten." Was die Neusser zu diesem erlauchten Kreis gehören lässt, ist vor allem ihre Abwehr: "Wir wussten, dass wir Krefeld trotz der individuellen Stärken bei 25 Toren halten können, wenn wir gut decken - das haben wir geschafft", sagte Klatt, "die Jungs im Innenblock um Bennet Johnen und Heider Thomas haben heute richtig stark gearbeitet. Das war der Schlüssel zum Sieg."

In der Tat stellen die Neusser mit nur 320 Gegentreffern in 13 Partien (24,6 pro Spiel) die beste Defensive der Liga. Kein Zufall, dass dahinter die anderen drei aus dem Spitzenquartett folgen: Longerich (25,6), Dormagen (25,8) und Hagen (26,1) - Handballspiele und vor allem Titel werden nun mal in der Abwehr gewonnen. Eintracht Hagen und der Neusser HV sind übrigens die einzigen Teams im gesamten deutschen "Profi-Handball" (1., 2. und 3. Liga) , die noch keinen Verlustpunkt auf ihrem Konto haben - doch das wird sich spätestens am 17. Dezember ändern.

Quelle: NGZ
 
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