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Neusser HV pariert die Attacke stolzer Friesen

Lokalsport: Neusser HV pariert die Attacke stolzer Friesen
Auch vom Friesen Tom Wiedenmann (l.) nicht zu stoppen: Thomas Bahn erzielte für Neuss sechs Treffer und war zudem in der Abwehr eine Bank. FOTO: Woi
Neuss. Vor 435 Zuschauern schlägt der Handball-Drittligist die HSG Varel-Friesland mit 26:23 und wahrt damit seine Chance auf den DHB-Pokal. Von Dirk Sitterle

Die Handballer des Neusser HV haben immer größeren Spaß an der lange so holprigen Saison. Mit dem vierten Sieg in Folge baute der Drittligist seine Serie auf 16:4-Punkte aus, musste sich beim 26:23-Erfolg (Halbzeit 17:12) über die mitten im Abstiegskampf steckende HSG Varel-Friesland jedoch schwer ins Zeug legen. Fast genauso wichtig fand Manager René Witte, "dass wir Platz sechs und die damit verbundene direkte Qualifikation für den DHB-Pokal gefestigt haben."

Allerdings hätten sich die Hausherren das Leben vor 435 Zuschauern in der Hammfeldhalle wesentlich leichter machen können. Vor der Pause schien der NHV nämlich einem lockeren Heimsieg entgegenzustreben. Gegen das nahezu perfekt funktionierende Abwehr- und Umschaltspiel der Neusser wirkten die Friesen zunächst ziemlich überfordert. Gäste-Trainer Andrzej Staszewski sah das so: "Wir haben die erste Halbzeit verschlafen, hatten zu viele Fehlwürfe." Folgerichtig zog der NHV über 4:1 (Thomas Bahn/7. Minute), 7:3 (Bahn/11.) und 12:5 (Felix Handschke/18.) auf 14:6 (Niklas Weis/22.) davon. Dann aber schwächten sich die Gastgeber selber: Bei bereits abgelaufener Spielzeit (30.) setzte Christopher Klasmann (vier Tore bis dahin) den Ball bei seinem Freiwurfversuch - etwa auf Halshöhe - in die Abwehrmauer. Eine nicht allzu schlaue Aktion, die ihm prompt die Rote Karte einbrachte. Sein Trainer Ceven Klatt reagierte diplomatisch: "Die Entscheidung ist richtig. Chrissi ist der Ball einfach abgerutscht ..."

Dumm für den NHV, der schon den angeschlagenen Heider Thomas zu ersetzen hatte, dass er damit seinen Spielmacher verlor. Klatt: "Er hat uns schon gefehlt." Fortan wirkte Felix Handschke in der Regiezentrale - ein völlig anderer Spielertyp als Klasmann. An ihm lag es indes nicht allein, dass die Gäste ins Spiel zurückkehrten. Nun wurde es die von Klatt im Vorfeld prophezeite Abwehrschlacht: Varel konnte sich in der Zentrale auf Martin Libergs, Helge Janssen, Till Schinnerer und Marek Mikeci verlassen, die Neusser auf Bennet Johnen, Philip Schneider, Thomas Bahn und Dennis Aust. Die Gastgeber konzentrierten sich vor allem auf die Rückraumschützen Mikeci (fünf Tore/davon zwei Siebenmeter) und Malvin Patzack (nur zwei Treffer), nahmen damit ausdrücklich in Kauf, dass die beiden Außen Max Wiedenmann und Ngadhnjim Xhafolli (je 5) verstärkt als Torschützen in Erscheinung traten. Die im zweiten Abschnitt in der 6:0-Formation verteidigenden Friesen kümmerten sich verstärkt um Niklas Weis (4). Dass Thomas Bahn (6) die dadurch zwangsläufig entstehenden Freiräume beherzt nutzte, begeisterte Klatt: "Für seine Leistung sowohl im Angriff als auch in der Abwehr muss ich ihm ein Kompliment aussprechen."

Auch weil sich die Neusser in Hälfte zwei neun Fehlwürfe leisteten und insgesamt vier ihrer sieben Siebenmeter vergaben (Handschke 3/1, Klasmann 3/2, Aust 1/0), wussten die Gäste den Rückstand zweimal bis auf zwei Tore zu verkürzen: 21:23 (52.) und 22:24 (53.). Trotzdem verpasste Varel den dringend benötigten Punkt. Und das lag auch an NHV-Torhüter Mikkel Moldrup. "Er war heute vielleicht nicht so auffällig wie sonst", räumte Klatt ein, war aber immer wieder in entscheidenden Phasen zur Stelle. So fiel sein Fazit positiv aus: "Wir haben uns als Mannschaft weiterentwickelt. Wir sind jetzt ganz schwer zu schlagen."

Quelle: NGZ
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