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Lokalsport
Neusser HV startet mit einem Derby

Neuss. Im ersten Saisonspiel muss der Handball-Drittligist heute in Longerich ran. Von Dirk Sitterle

Schon heute Abend (20 Uhr, Sporthalle an der Merianstraße in Köln-Chorweiler) startet der Neusser HV mit dem Derby beim Neuling Longericher SC in seine dritte Saison in der 3. Handball-Liga West. Und trotz der 16 Vorbereitungsspiele stellte Trainer René Witte wie die meisten seiner Kollegen reflexartig fest: "Wir sind noch nicht bei hundert Prozent. Das können wir auch gar nicht sein."

Doch in diesem Fall macht dieser Allgemeinplatz wirklich Sinn, denn die zahlreichen verletzungsbedingten Ausfälle der vergangenen Wochen drücken nicht nur auf die Laune, sondern erschwerten auch die Arbeit mit dem personell krass aufgehübschten Team. Dieses Handicap schleppt der NHV auch in seine erste Partie: So werden die Rückraumrechten Marcus Bouali (nach Muskelfaserriss wieder im Lauftraining) und Niklas Weis (bekommt nach Hand-OP erst in der kommenden Woche die Drähte entfernt) definitiv fehlen. Ein dickes Fragezeichen steht auch hinter dem Einsatz von Philip Schneider. Zwar ist der bullige Kreisläufer normalerweise komplett schmerzfrei, doch wie sich der 25-Jährige mit seiner im Testspiel gegen den TV Aldekerk erlittenen Hüftprellung herumquält, bereitet selbst seinem Coach Pein. "Dies zu sehen, tut echt weh."

Zu allem Übel plagt sich Spielmacher Felix Handschke neben seiner Kapselverletzung im Daumen seit Tagen mit einer schweren Erkältung herum. Zumindest Heider Thomas (Zerrung) und Christopher Klasmann (Schulterprobleme) werden wohl ebenso wie Thomas Bahn (Blessur am Mittelfinger) auflaufen können. Aushelfen wird erneut Co-Trainer Ceven Klatt.

Das ist gut, schließlich benötigt der NHV im Duell mit dem LSC, der sich in zwei Aufstiegsspielen gegen den TV Aldekerk durchgesetzt hatte, viel Qualität auf dem Parkett. "Das ist kein typischer Aufsteiger - nicht so wie wir vor zwei Jahren", mahnt Witte: "Longerich hat einen guten und erfahrenen Kader." Der Innenblock mit Christian Born und Christoph Krosch bringe Zweitliga-Erfahrung mit, dies gelte auch für die Ex-Dormagener Lukas Tebbe im Rückraum und den freilich angeschlagenen Michael Wittig am Kreis. Gehobene Klasse macht der Neusser Trainer auch im Rückraum der Kölner aus. "Da sind die mit Matthias Peters rechts und Christopher Wolf links ausgeglichen besetzt." Als wichtiger Faktor könnte sich auch die enge Halle in Chorweiler erweisen. In der oft hitzigen Atmosphäre ("Da ist immer Remmidemmi!") gelte es erst mal, kühlen Kopf zu bewahren, fordert Witte darum: "Wir müssen davon wegkommen, uns mit dem ganzen Drumherum oder den Schiedsrichtern zu beschäftigen. Das lenkt nur ab. Wir müssen im Tunnel sein und uns nur auf uns selbst konzentrieren."

Mit Saisonprognosen hält sich der erfahrene Coach wohlweislich zurück. "Natürlich wollen wir mit dieser Mannschaft in die Spitzengruppe, aber verlässliche Aussagen lassen sich eigentlich erst im Februar machen." Für den Moment wäre er schon zufrieden, seine Jungs würden das harte Auftaktprogramm mit den Derbys gegen Longerich, Ratingen und Krefeld unbeschadet überstehen. Sein Tipp: "Es gibt dieses Mal keine Übermannschaft wie in den vergangenen Jahren, alle liegen leistungsmäßig eng beieinander."

Quelle: NGZ
 
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