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Lokalsport
Neusser Lehrerin düpiert sogar die Chinesinnen

Rhein-Kreis. Senioren-WM im Tischtennis: Titel für Margit Freiberg-Nolten, Silber für den 89-jährigen Gerhard Apitzsch aus Büttgen. Von Jens Rustemeier

Der Jubel nach der "Marathon-Schlacht" von Alicante ist groß. Stolz präsentieren Margit Freiberg-Nolten und Jing Tian-Zörner ihre Goldmedaillen. Die Lehrerin am Neusser Berufskolleg Weingartstraße und ihre Doppelpartnerin, die einst für die DJK Holzbüttgen spielten und dort noch regelmäßig trainieren, haben ihr großes Ziel erreicht und sind gemeinsam Weltmeister geworden. Im Doppelwettbewerb der Altersklasse 50 standen sie nach neun gewonnenen Spielen in Folge ganz oben auf dem Treppchen. Im Finale setzte sich das deutsche Duo gegen Katharine Sui Ying Gao (China) und Qianhong Lu (Australien) im Entscheidungssatz mit 11:7 durch.

"Die chinesische Fahne bei einer Siegerehrung unterhalb der eigenen zu sehen, ist beim Tischtennis eher selten", freute sich Margit Freiberg-Nolten wenige Tage nach ihrem 54. Geburtstag. Der Titel war aber hart umkämpft. Bereits im Viertelfinale mussten sie beim 3:1-Erfolg gegen die Russin Larisa Farina und die Engländerin Susan Collier erheblichen Widerstand brechen. Nach dem glatten 3:0-Halbfinalsieg gegen die Russinnen Inna Tikhomirova und Tatiana Kulieva sah es im Endspiel lange Zeit gar nicht gut aus. "Ich dachte, wir verlieren. Deshalb bin ich jetzt noch glücklicher, dass wir gewonnen haben", sagte Tian-Zörner, nachdem das Duo einen 4:7-Rückstand im Entscheidungssatz noch zum Sieg und damit zum Weltmeister-Titel umgebogen hatte. Tian-Zörner legte einen Tag später noch einen drauf und sicherte sich auch im Einzel der AK 50 die Goldmedaille gegen eine Koreanerin. Die beiden Freundinnen Freiberg-Nolten und Tian-Zörner mussten im Einzel bereits in der zweiten Runde gegeneinander antreten, was zu Erstaunen und Protest führte: "Angeblich hat mich der DTTB nicht auf dem Schirm gehabt", meinte Freiberg-Nolten, die anmerkte, dass sie für dieses Spiel nicht nach Alicante hätten reisen müssen. Die beiden hatten sich gemeinsam in der Sporthalle am Bruchweg in Kaarst auf die "Mammut-Veranstaltung" in Spanien vorbereitet. "Ohne dieses gemeinsame Training hätten wir den Titel nicht geholt", meinte Freiberg-Nolten. Beide spielten zuletzt vor fünf Jahren in der 2. Bundesliga bei der DJK Holzbüttgen in einer Mannschaft. Obwohl sie heute in anderen Vereinen aktiv sind, haben sie nach wie vor eine enge Bindung zu den Kaarstern. Sie trainieren mit den Spielern und Spielerinnen der beiden Regionalliga-Teams und treffen sich bei gemeinsamen Feiern. Viel Zeit, Alicante an der Costa Blanca von ihren schönsten Seiten zu sehen, hatten sie nicht, da sie ständig in der Halle gefordert waren. Die Senioren-Weltmeisterschaften gehören zu den Tischtennis-Großveranstaltungen. In Alicante waren über 4600 Teilnehmer aus 80 Ländern am Start. Davon starteten alleine im stark besetzten Seniorinnen 50er-Feld 360 Aktive.

Wesentlich übersichtlicher, dafür aber nicht weniger beachtenswert war das Teilnehmerfeld bei dem erlesenen "Club der Neunzigjährigen". Einer der "Gladiatoren" aus dem Kreis der ältesten Tischtennis-Spieler der Welt war der Büttgener Gerhard Apitzsch, der mit seinem Partner Erwin Schulz die Silbermedaille holte. Apitzsch wird erst in gut zwei Wochen neunzig und gehörte in Alicante somit noch zu den Novizen in dieser Altersklasse. Im Finale musste sich das Duo gegen den Spanier Renom Llorens und den Japaner Susumu Yamada mit 1:3-Sätzen geschlagen geben.

Ohne Medaillen blieb das national sehr erfolgreiche Holzbüttgener Seniorinnen-Quartett in der Altersklasse 60. Gerda Kux-Sieberath zog als einzige in die dritte Hauptrunde ein. Für Almut Pigerl, Cordula Röhr und Anne Stiewe kam das Aus bereits früher.

Quelle: NGZ
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