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Lokalsport
Neusser Ringer sorgt für Eklat

Neuss. Oberligist KSK Konkordia trennt sich nach Tätlichkeit gegen Björn Holk von Gamzat Rurakhmaev. Von Volker Koch

Hermann J. Kahlenberg hat in seinen bald fünf Jahrzehnten als Funktionär des KSK Konkordia Neuss einiges erlebt. Doch diesen Ringerabend am Samstag beim TV Essen-Dellwig wird der Ehrenvorsitzende des einstigen Bundesligisten so schnell nicht vergessen.

Dass er sich beim Einsteigen in den Mannschaftsbus böse am Knie verletzte, konnte der 72-Jährige noch verschmerzen. Was dann im zweiten Kampf, dem im Schwergewicht zwischen Gamzat Rurakhmaev und dem Ex-Neusser Björn Holk, passierte, allerdings nicht mehr.

Rurakhmaev (24), der seit fünf Jahren beim KSK trainiert, aber erst in der zweiten Saison Mannschaftskämpfe bestreitet, lag gegen den zwölf Jahre älteren, dreimaligen Deutschen Meister mit 2:0 in Führung und schien seine Serie - der Neusser blieb in den voraufgegangenen fünf Auseinandersetzungen unbesiegt, hatte auch in der vergangenen Saison keinen Meisterschaftskampf verloren - fortsetzen zu können. Dann verpasste ihm Mattenleiter Vladimir Kreps wegen Kopfstoßens nacheinander zwei Verwarnungen und sprach Holk zwei Wertungspunkte zu. "Das kann man so geben", sagt Kahlenberg.

Trotzdem rastete Rurakhmaev aus, schlug auf seinen Gegner ein und wurde sofort disqualifiziert. "Zu Recht", sagt Kahlenberg, "das war eine klare Tätlichkeit." Für den Ehrenvorsitzenden steht die weitere Vorgehensweise außer Frage: "Trainer Max Schwindt und der Verein verurteilen diese Handlung und distanzieren sich davon." Schwindt habe noch in Essen klargestellt, dass Rurakhmaev nicht mehr für Konkordia auf die Matte steigen werde und den 24-Jährigen auch von der weiteren Teilnahme am Training ausgeschlossen. Kahlenberg rechnet mit einer Sperre und einer Geldstrafe durch den Ringerverband NRW, "wir als Verein werden da auch nicht gegen angehen", kündigt er an. Auch eine Anzeige wegen Körperverletzung durch Björn Holk sei nicht auszuschließen, der Essener ließ sich jedenfalls nach Kampfende zur Untersuchung ins Krankenhaus bringen.

Das erlebte Gamzat Rurakhmaev schon nicht mehr in der Halle. "Er ist auch nicht mit uns im Bus nach Hause gefahren", sagt Kahlenberg. Dort war die Stimmung natürlich gedrückt, auch die weiteren Kämpfe nach dem Eklat sorgten nicht mehr für die ganz große Spannung.

Das war am Anfang anders gewesen, die Kulisse einem Gipfeltreffen der punktgleichen Konkurrenten um die Tabellenführung angemessen. Die Gastgeber hatten zur Überraschung der Neusser sogar zwei Ringer aus dem Kader der vergangenen Zweitliga-Saison reaktiviert: Während sich Abusupiyan Magomedov in der Klasse bis 98 Kilogramm mit 3:0 gegen Schamil Kasumov durchsetzte, musste sich der eigens zum Kampf eingeflogene polnische Spitzenringer Michel Krol (86 kg) Grigori Stepanov mit 0:8 geschlagen geben. Der bleibt damit ebenso ungeschlagen wie Ayub Musaev (57 kg, 4:0 über Matin Sakhi) und Lom-Ali Eskijev (75 kg F, 3:0 über Hamzat Awtaew).

Niederlagen von Deni Nakaev (61 kg, 0:2 gegen Cristian Vagiunic), Anatolij Efremov (66 kg, 0:2 gegen Ramzan Awtaew), Maik Shukalo (71 kg, 0:4 gegen Alex Winke) und Abubakar Alaudinov (75 G, 0:4 gegen Eduard Klipel) und ein Sieg von Kirill Surikow (80 kg, 3:0 über Tim van Voorst) summierten sich dann zu einem 19:13-Endstand zugunsten der Essener, die damit mit 10:2 Punkten die alleinige Tabellenführung vor dem KSV Simson Landgraaf (10:4) und dem KSK Konkordia (8:4) übernommen haben. Doch das war an diesem nicht allein für Hermann J. Kahlenberg einzigartigen Ringerabend nur Nebensache.

Quelle: NGZ
 
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