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NEV spielt endlich in der "richtigen" Liga

Lokalsport: NEV spielt endlich in der "richtigen" Liga
Schon in der Oberliga zählte der im Kasten des Neusser EV stehende Ken Passmann (r.) zu den herausragenden Torhütern. Das dürfte sich in dieser Saison auch in der 1. Liga West nicht ändern. FOTO: Achim Blazy
Neuss. Aufatmen beim Neusser EV - nach frustrierenden Jahren in der Oberliga treten die Neusser Eishockey-Amateure nun in der Ersten Liga West gegen Teams auf Augenhöhe an. Los geht es am Sonntag mit dem Gastspiel beim EC Bergisch Land. Von Kurt Kestner

Nach enttäuschungsreichen Jahren in der Eishockey-Oberliga ist der Neusser EV nun in einer Liga gelandet, in der er als reiner Amateurverein mithalten kann und von der Konkurrenz nicht mehr als Punktelieferant und bemitleidenswerter Underdog belächelt wird. Geknackt wurde die Unabsteigbarkeit der Oberliga West durch eine Reform der dritten Liga. Die wird nun nicht mehr vier-, sondern nur noch zweigleisig gefahren. Das trauen sich aus der alten OL West lediglich die Duisburger Füchse, die Essener Moskitos und der Herner EV zu. Die verbliebene Rumpfliga wurde durch Regionalmannschaften auf zehn Teilnehmer aufgestockt und firmiert als vierte Liga unter dem neuen Namen 1. Liga West.

Die Konkurrenten des Neusser EV sind Ratinger Aliens, Lippe-Hockey Hamm, Eisadler Dortmund, Kölner EV "Die Haie", Dinslakener Kobras, TuS Wiehl, die beiden Hessenvertreter EC Lauterbach und RT Bad Nauheim sowie der EC Bergisch Land (Solingen), der Auftaktgegner im Heimspiel am Sonntagabend.

Verantwortlich bleiben beim NEV das Trainergespann Andrej Fuchs/Daniel Benske sowie als sportlicher Leiter Oliver Gerst. Die Mannschaft des Vorjahres ist fast zu 100 Prozent zusammengeblieben und umfasst einen Kader von 27 Spielern: Drei Torleute, zwölf Verteidiger und zwölf Stürmer. Fuchs (49) verweist auf die positive Entwicklung etlicher Nachwuchsspieler und hebt hervor, dass der Kader um die 19 Jahre alten Talente, Paul Gebel und Nils Lingscheidt ergänzt wurde.

Die magere Bilanz mit fünf Niederlagen aus sechs Vorbereitungsspielen macht den Trainer nicht ratlos: "Wir sind seit dem 20. Juli im Sommertraining, und die Mannschaft ist körperlich fit. Aber die Stürmer finden nach guten Kombinationen das Tor nicht." Diese Schwäche wie auch die unstrukturierte Defensivarbeit seien die Ansatzpunkte für die nächsten Trainingseinheiten. "Leider hatten wir in der Vorbereitung viele Ausfälle im Abwehrbereich, aber das sollten wir in den Griff bekommen," gibt sich Fuchs optimistisch: "Wir haben unsere Schwächen vor und nicht erst in der Saison erkannt und können daher auch früh reagieren." Über Saisonziele und Spielstärke der Konkurrenz konnten oder wollten Fuchs und sein sportlicher Leiter Gerst nicht viel sagen. Sie schätzen Ratingen, Hamm, Dinslaken und Dortmund hoch ein. "Aber über die beiden Vertreter aus Hessen, Lauterbach und Bad Nauheim, wissen wir nichts," räumt Gerst ein: "Unter die ersten Sechs zu kommen, das ist aber ein realistisches Ziel. Dann können wir für die zweite Saisonhälfte neu formulieren." Dass man aber auch über vermeintlich Kleine stürzen kann, zeigte das letzte Wochenende: Als es im Testspiel gegen TuS Wiehl eng wurde, gerieten die Neusser völlig von der Rolle und kassierte in den letzten zwölf Minuten vier Gegentore. Das darf sich natürlich am Sonntagabend (20 Uhr) gegen Solingen nicht wiederholen. Daher waren über die Woche etliche Einzelgespräche des Trainers mit seinen Schützlingen vonnöten.

Interessant wird es allemal. Zweifellos ist der NEV nun in der richtigen Liga angekommen und will an seinem Konzept, Aufbau mit jungen Leuten, festhalten. Gerst: "Alle Spieler sind Vereinsmitglieder und zahlen sogar Beitrag." Nur fünf Cracks sind 29 Jahre oder älter: Ersatztorwart Markus Felkel (38), Torwart Ken Passmann (30), Verteidiger Sascha Drehmann (31) sowie die Stürmer Mike Köhler (32) und Holger Schrills (29).

Quelle: NGZ
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