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NEW' Elephants lassen es noch mal krachen

Lokalsport: NEW' Elephants lassen es noch mal krachen
Kommt ein Elephant geflogen ... Gerrell Martin begnügte sich gegen Herford nicht damit, 27 Punkte zu erzielen. Der Auftritt des Amerikaners genügte auch in ästhetischer Hinsicht höchsten Ansprüchen. FOTO: Thomas Meyer-Boudnik
Grevenbroich. Im letzten Spiel der Hinrunde bietet der Basketball-Regionalligist aus Grevenbroich seinen Fans beim 97:65 über Herford die perfekte Show. Von Dirk Sitterle

Es ist ja nicht so, als hätte Coach Will Massenburg in Grevenbroich nicht probiert, seine mit einer Serie von fünf Niederlagen in Folge an die Erft gereisten Regionalliga-Basketballer der BBG Herford zu packen. So ließ er am Samstag neben Bastian Landgraf auch den US-Profi Carlbe Ervin zunächst draußen, versuchte es stattdessen mit Robin Richter und Thilo Herr in der Startformation. Die Aktion erwies sich indes als Rohrkrepierer, denn auf dem Weg zum bemerkenswert lockeren 97:65 (Halbzeit 45:30) sorgten die NEW' Elephants von Beginn an für klare Verhältnisse.

Dass seine Jungs schnell von 6:0 (2.) über 11:2 (4.) auf 19:5 (6.) davonzogen, sah Trainer Hartmut Oehmen auch ein bisschen als sein Verdienst. Weil ihm die Einstellung der zuletzt so ungemein erfolgreichen Truppe missfiel, hatte er die Mannschaftskabine vor dem Anpfiff gemeinsam mit seinem Co-Trainer Simon Bennett ohne die übliche Ansprache verlassen. "Das habe ich bei den Panthers Krefeld schon mal gemacht, und auch da hat es funktioniert", sagte der 52-Jährige lachend. Selbst die Verletzung ihres zuletzt überragenden Centers Lennard Jördell steckten die Elephants ungerührt fest. Der 26-Jährige knickte in der 16. Minute beim Kampf um den Rebound um und war fortan mit Eispäckchen ums lädierte Sprunggelenk nur noch als liegender Beobachter präsent. Immerhin diagnostizierte Elephants-Vorsitzender Dr. Friedrich W. Korsten, bis zu seiner Pensionierung 2015 Ärztlicher Direktor am Kreiskrankenhaus Grevenbroich St. Elisabeth, sofort nur eine Bänderdehnung, was Jördell zu dieser Prognose brachte: "In ein, zwei Wochen bin ich wieder dabei."

Sein Fehlen fiel gegen Herford auch deshalb nicht ins Gewicht, weil Marcus und Malcolm Delpeche in besonderer Mission unterwegs waren: Vor den Augen ihres aus den USA angereisten Vaters Chris Delpeche drehten die eineiigen Zwillinge auf: Marcus Delpeche markierte 27 Punkte und wusste die begeisterte Elephants-Gemeinde dabei mit einer spektakulären Dunking-Show zu unterhalten. Sein Bruder Malcolm Delpeche legte mit 13 Zählern und zehn Rebounds wiederum ein Double-Double auf.

Fast im All-Star-Modus agierte Gerrell Martin: Der US-Profi erzielte ebenfalls amtliche 27 Punkte und ist mit jetzt 24,1 Zählern im Schnitt hinter Hagen-Haspes Jeremy Lewis (27,4) zweitbester Scorer der Liga. Der 24-Jährige begnügte sich indes nicht mit der reinen Punkteproduktion, er kümmerte sich auch um ästhetischen Aspekte. Wenn der (nur) 1,90 Meter große Guard den Ball in den in einer Höhe von 3,05 Meter über dem Spielfeld hängenden Korb stopft, ist das hohe Kunst. Als er das lederne Spielgerät zu Beginn des letzten Viertels per Bogenlampe bis fast unters Hallendach zum 74:46 lustvoll ins Netz zauberte, musste selbst Günter Brökelmann, der mit dem von 1995 bis 2016 im Bundesliga-Oberhaus aktiven Dr. Andreas Schreiner ein beispielhaft souveränes Schiedsrichtergespann formierte, herzhaft lachen.

Entschieden war das Duell da schon längst, agierten Leistungsträger wie Farid Sadek und Marko Boksic, dessen Einsatz in der Defensive ihn immer wertvoller für das Team werden lässt, nur noch als Zuschauer auf der Bank. Das freute Max Boldt, der in 8:32 Minuten auf dem Feld immerhin sieben Punkte (1/2 Dreier) zusteuerte. Auch Alexander Knopf (4) zeigte, dass er ein richtig guter Basketballer ist.

Quelle: NGZ
 
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