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Lokalsport
NHV siegt trotz Kehrmann-Einsatz

Neuss. Handball-Weltmeister hilft Lemgo bei 28:33-Niederlage in der alten Heimat aus Von Christos Pasvantis

Da staunten die 280 Zuschauer in der Hammfeldhalle nicht schlecht, als sie sahen, wer sich da auf Seiten der HSG Handball Lemgo II vor dem Spiel gegen den Neusser HV warm machte. Ein gewisser Florian Kehrmann, Weltmeister von 2007, Trainer der Lemgoer Bundesligamannschaft und gebürtiger Büttgener, tauchte im Kader der Gäste auf. Das tat der 38-jährige wegen der akuten Personalprobleme zwar schon gegen Ratingen und Habenhausen, in Neuss stand Kehrmann aber ganze 35 Minuten auf der Platte. Nach einer klaren Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte feierte der NHV dennoch einen 33:28-Erfolg und klettert auf den zehnten Tabellenplatz.

"Es war nicht geplant, dass ich so viel spiele, letztlich ging es aber nicht anders. In unserem Verein hilft jeder jedem, da ist es doch klar, dass ich mich zur Verfügung stelle", sagte Kehrmann, den sein zwei Jahre jüngerer Trainer Christian Plesser nach der Verletzung von Sönke Brass nach 25 Minuten ins Rennen schmiss. Der Linkshänder fügte sich gleich mit einem harten Einsteigen gegen Dennis Aust ein und zeigte auf der ungewohnten Spielmacherposition, dass er nichts verlernt hat. Ein beherzter Antritt und schon traf er mit einem seiner zwei Tore zum 13:14 (27.). Diese Form konnte er allerdings nicht halten und zeichnete in der Folge für zahlreiche Ballverluste verantwortlich. "Darum geht es aber auch nicht. Es war wichtig, dass die Jungs Sicherheit haben und der Druck ein bisschen von ihnen genommen wird", sagte Kehrmann.

Denn dafür, dass sie mit dem allerletzten Aufgebot antraten, hielten die Gäste lange mit. "In der ersten Hälfte haben wir überhaupt nicht gut verteidigt", fand NHV-Trainer Jens Sieberger. So ging es mit 15:15 in die Kabine, obwohl die Offensive um den erneut überragenden Niklas Weis (12 Tore bei 14 Versuchen) wie geschmiert lief. Absetzen konnte sich Neuss erst, als Sieberger zur zweiten Hälfte Philipp Schneider ins Spiel brachte, der das Spiel in der Abwehr gemeinsam mit Bennet Johnen an sich riss. "Ich glaube schon, dass das ein wichtiger Faktor war. Philipp spielt im Moment sehr gut", fand der Coach. Neuss zog nach 42 Minuten erstmals mit drei Treffern davon (23:20) und überstand auch eine kritische Phase fünf Minuten später, als Lemgo hätte ausgleichen können. Vor allem dank eines Mikkel Moldrup, der zwischen den Pfosten in Galaform war und zahlreiche Eins-gegen-Eins-Duelle für sich entschied. "Der war heute schon stark, das hat vielleicht am Ende den Unterschied gemacht. Wenn man ehrlich ist, war uns aber klar, dass wir hier heute eigentlich fast keine Chance haben", fand Kehrmann.

Dass es dennoch so knapp blieb, gibt Sieberger aber zu denken. Auch wenn in Heider Thomas ein wichtiger Defensivanker fehlte, präsentierte sich der NHV über weite Strecken viel zu löchrig. "Wir haben die Gegner zu spät aufgenommen", meinte der Trainer. Bleibt also noch viel Arbeit, wenn in Varel am Samstag die ersten Auswärtspunkte der Saison eingefahren werden sollen.

Quelle: NGZ
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