| 16.40 Uhr

Lokalsport
NHV zieht den Kopf noch aus der Schlinge

Neuss. Handball-Drittligist macht in Longerich in 13 Minuten aus einem 16:20-Rückstand einen 24:21 in Sieg.

So wird man Meister: 13 Minuten und zwölf Sekunden vor dem Schlusspfiff lag Handball-Drittligist Neusser HV im Hexenkessel der mit 421 Zuschauern proppevollen Sporthalle in Köln-Chorweiler mit 16:20 gegen den Longericher SC im Hintertreffen, die erste Saisonniederlage schien zum Greifen nah, zumal die Gäste bis dahin reihenweise Großchancen vergeben hatten - am Ende standen 21 Fehlwürfe auf dem Statistikbogen.

Doch in der Schlussphase zeigten die Neusser, warum sie zu Recht an der Tabellenspitze der Dritten Liga West stehen und - zumindest von allen Konkurrenten - zu den Titelanwärtern gezählt werden: Den Vier-Tore-Rückstand drehten sie innerhalb von genau 13 Minuten in den fünften Saisonsieg. Und weil sie nach dem 24:21 (Halbzeit 11:13) das bessere Torverhältnis gegenüber Eintracht Hagen aufweisen, stehen sie nach fünf Spieltagen immer noch auf dem Tabellenplatz, der am Saisonende in die Zweite Liga führen würde - nach den ersten Niederlagen von Bayer Dormagen (24:28 gegen Hagen), HSG Krefeld (25:28 gegen HSG Lemgo II) und Longerich alleine mit Hagen und Lemgo noch ungeschlagen. Bis es so weit war, war es aber "das erwartet schwierige Spiel für uns", bilanzierte Trainer Ceven Klatt, "um so glücklicher sind wir natürlich, dass wir am Ende dennoch gewinnen konnten."

Er musste mit ansehen, wie seine Schützlinge beängstigend schlecht aus den Startlöchern kamen: Nach fünf Fehlwürfen in den ersten sieben Minuten lagen die Neusser schnell mit 1:5 im Hintertreffen. Klatt nahm eine frühe Auszeit (8.), und angetrieben von Spielmacher Daniel Pankofer fanden die Gäste nun besser in die Partie.

Beim 8:8 nach einer Viertelstunde gelang Felix Handschke der erste Ausgleich. Doch viel besser wurde es in Sachen Chancenverwertung auch danach nicht. Aus dem 11:13-Halbzeitrückstand wurde deshalb schnell ein 12:16 (36.). Doch der Tabellenführer steckte nicht auf: "Ich bin heute unglaublich stolz auf mein Team. Die Jungs haben tollen Charakter bewiesen und sich trotz des Drucks und des Rückstandes immer wieder herangekämpft", freute sich Klatt über die Energieleistung. Pankofer gelang beim 20:20 (52.) der Ausgleich, Bennet Johnen die erste Führung (21:20, 55.). Endgültig auf die Siegerstraße brachte den NHV dann ein parierter Siebenmeter des ohnehin starken Mikkel Moldrup (56.), Christopher Klasmann, Niklas Weis und noch einmal Pankofer machten dann den Sack zu.

(-vk)
 
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