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Nievenheim schenkt Kapellen den Sieg

Lokalsport: Nievenheim schenkt Kapellen den Sieg
Ein Sieg im Lokalduell wiegt doppelt schwer: (v.l.) Aziz Afkir, Philip Suhr, Can Yücel, Sven Raddatz, Mark Schiffer und Robert Wilschrey brachten sich mit dem 4:2-Erfolg über Nievenheim in Stimmung für die Weihnachtsfeier. FOTO: Hubert Wilschrey
Kapellen. Obwohl die Gäste im unterhaltsamen Lokalderby der Fußball-Landesliga zur Pause eigentlich deutlich hätten führen müssen, unterliegen sie am Ende im Erftstadion noch mit 2:4. Marcel Koch trifft für den SCK per Kopf zum 2:2 und 3:2. Von Dirk Sitterle

Heute Abend treffen sich die Fußballer des SC Kapellen zur Weihnachtsfeier. Das dazu passende Geschenke gab es für den Landesligisten schon im vorgezogenen Lokalduell am Mittwoch - und zwar vom VdS Nievenheim, der den Hausherren einen 4:2-Erfolg (Halbzeit 1:1) kredenzte. Unfreiwillig natürlich, was Trainer Sascha Querbach einigermaßen fassungslos die Heimreise antreten ließ. "Wir hätten bis zur Pause doch schon alles klarmachen müssen", sagte er traurig.

In der Tat. Was die Gäste in den ersten 45 Minuten gegen in der Defensive vogelwilde Kapellener an Torchancen vergaben, geht auf keine Kuhhaut. "Da hätten wir auch 1:3 hinten liegen können", gab SCK-Trainer Oliver Seibert zu. Die Herren Hauptmann, Mäker, Schulte, Schweers und Scholz zerlegten den schwer beeindruckten Konkurrenten in seine Einzelteile, da schnalzte selbst Seibert mit der Zunge. "Klasse, wie die sich im Raum bewegen, an den Schnittstellen klug auf den Pass in die Spitze warten." Das einzige Problem dabei: Obwohl alleine Alexander Hauptmann gleich dreimal blank auf SCK-Keeper Christopher Möllering zulief, wollte der Ball nicht ins Tor. Auch Nils Mäker patzte. Und als Hauptmann in der 18. Minute dem mitgelaufenen Kevin Scholz mit seinem Anspiel freien Zugang zum leeren Gehäuse bescherte, stand der Ex-Kapellener im Abseits. Von Kapellen war dagegen offensiv zunächst wenig bis gar nichts zu sehen - Can Yücel, von Robert Wilschrey eingesetzt, scheiterte aus kurzer Entfernung an Schlussmann Kelvin Sanchez del Villar -, ging aber trotzdem in Führung, weil ihm der VdS auch dabei half: Eine scharfe Flanke Wilschreys verlängerte Andreas Plödereder unglücklich ins eigene Gehäuse (30.). Knapp fünf Minuten später fand endlich auch der wiederum fein freigespielte Hauptmann mit dem hochverdienten 1:1 sein Glück.

Während Querbach nach dem ersten Spielabschnitt hadernd in die Kabine ging ("Wir haben uns für den Aufwand einfach nicht belohnt."), witterte Seibert Morgenluft: "Mir war klar, dass Nievenheim diese Intensität niemals durchhalten kann. Und in der Defensive ist die Mannschaft zwangsläufig anfällig." Die Gäste blieben zwar weiterhin gefährlicher - so blockte David Dygacz den auf seine Chance lauernden Pierre Schnock in höchster Not ab (60.) -, doch peu à peu arbeitete sich der SCK ins Spiel hinein. Dabei half auch die Einwechslung von Dennis Schreuers, der in der Spitze den diesmal wirkungslosen Philip Suhr ersetzte. Die endgültige Wende schien Marcel Koch, nach einer Ecke Yücels, mit seinem wuchtigen Kopfball zum 2:1 (63.) eingeleitet zu haben, doch keine 60 Sekunden darauf schlug Nievenheim zurück: Nach einem leicht abgefälschten Schuss von Sebastian Schweers knallte der Ball ans Gebälk, die Gastgeber versäumten es indes, die Situation zu bereinigen, so dass ausgerechnet Scholz zum 2:2 abstauben konnte.

In die Niederlage schlidderten die Nievenheimer schließlich durch eigene Fehler: Eine Viertelstunde vor Schluss verrechnete sich Sanchez del Villar nach einem weiten Schlag von Marco Czempik aus der eigenen Hälfte so gründlich, dass sein Ausflug an die Strafraumgrenze auf halber Strecke endete. Im Halbfeld musste er ebenso taten- wie hilflos mitansehen, wie Koch die Kugel erneut mit dem Kopf per Bogenlampe im Netz versenke. Nur kurz darauf brach der Eckball Yücels, dessen flache Hereingabe irgendwie den Weg über die Linie fand, die Moral der konsternierten Gäste. Deren Coach stellte restlos bedient fest: "Das tut weh! Dieses Spiel durften wir nie und nimmer verlieren." Sein Kollege sah das anders: "Klar, vor der Pause hatten wir Glück, aber ein Spiel dauert 90 Minuten. Und in der zweiten Hälfte haben wir uns den Sieg verdient. Eine geile Nummer!"

Quelle: NGZ
 
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