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Lokalsport
Nikki Johnstone wirbt für "seinen" Erftlauf

Lokalsport: Nikki Johnstone wirbt für "seinen" Erftlauf
Traditionsveranstaltung am Ende? Mit 421 Finishern erreichte der Erftlauf der DJK Novesia Neuss nicht mal die Hälfte früherer Teilnehmerzahlen. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Der Schotte siegt zum dritten Mal über 15 Kilometer und wünscht sich mehr "Mitläufer" als den historischen Tiefstand von 421 Finishern Von Christos Pasvantis

Dass die Veranstalter der DJK Novesia in diesem Jahr die Quittung für die beiden verpatzten Vorjahresauflagen des Neusser Erftlaufs in Form eines deutlich zurückgehenden Teilnehmerzuspruchs erhalten würden, war abzusehen. So war Uwe Bünzel froh, als er nach Ende der Traditionsveranstaltung, die bereits seit 1973 fortgehend Bestand hat und damit zu den ältesten der Region zählt, die mit Abstand wichtigste Nachricht des Tages machen konnte: "Es hat alles reibungslos geklappt. Wir hatten keine Pannen."

Nachdem vor zwei Jahren die Läufer auf eine falsche, viel zu lange Route geschickt worden und es im Vorjahr erhebliche Probleme bei der Startnummernausgabe gab, sank die Teilnehmerzahl am Samstag auf 520, von denen letztlich 421 ins Ziel einliefen. "Es war abzusehen, dass das Konsequenzen haben wird. Wir haben von vielen Läufern gehört, die deswegen nicht gekommen sind", sagte Bünzel, der mit seinem Team reagierte, die Zahl der Helfer deutlich erhöhte, dabei auch Unterstützung aus anderen Vereinen erhielt und im Vorfeld alles doppelt und dreifach überprüfte: "Der Trend geht dahin, dass wir uns in den Vereinen gegenseitig helfen. Wir haben uns verstärkt, haben an allen Abzweigungen mit Zweierteams gearbeitet und jede Markierung so deutlich wie möglich gemacht."

Nun hofft er, das Vertrauen der Sportler zurückzugewinnen: "Es ist ja menschlich, wenn bei einer Veranstaltung mit 800 Teilnehmern nicht alles glatt läuft. Da muss nur einer falsch stehen und es hat fatale Folgen. Aber natürlich müssen wir schauen, dass wir den Läufern und dieser Veranstaltung gerecht werden. Ich hoffe, dass die Zahlen nächstes Jahr wieder ansteigen."

Einer, der keinen Gedanken daran verschwendete, dem Lauf fernzubleiben, war Nikki Johnstone. Der 32-jährige Lehrer an der Internationalen Schule und Wahl-Rheinländer wurde den Erwartungen gerecht und machte mit dem Sieg im Hauptlauf über 15 Kilometer nach 2012 und 2014 den Titel-Hattrick perfekt. In 48 Minuten und 49 Sekunden - und damit deutlich unter seiner im Vorfeld gewünschten Zeit von 50 Minuten - überquerte er einsam und allein die Ziellinie auf der Ludwig-Wolker-Anlage. "Ich wollte meine Serie ausbauen, es ist super gelaufen", sagte der Schotte, der sich nach dem obligatorischen Küsschen für die Freundin gleich nach dem Startschuss mit großen Schritten absetzte. "Ich bin ein Einzelläufer und daran gewöhnt, alleine zu laufen. Ich mag es nicht, wenn es eng ist und laufe lieber sofort mein eigenes Tempo", erklärte der für den ART Düsseldorf startende Johnstone, der sich nach eigener Aussage nicht ein einziges Mal umgedreht habe. In seinem Rücken wäre allerdings auch recht schnell niemand mehr zu sehen gewesen, Haptom Tedros (TG Neuss) lief als Zweiter nach 51:57 Minuten ein, ihm folgten Yannick Rinne (LSF Münster, 52:03) und Alexander Gossmann (SFD Düsseldorf, 53:42), der sich deutlich mehr vorgenommen hatte, aber schnell einsah, dass der Samstag nicht sein Tag war: "Ich habe schon nach einem Kilometer gemerkt, dass da heute nichts geht." Schnellste Frau war Svenja Ojstersek vom ART Düsseldorf in 56:50 vor Sophia Salewedel (LSF Münster, 59:41) und Melanie Linder (SFD Düsseldorf, 1:00:00). Auf der Novesia-Runde über fünf Kilometer landete ein altbekanntes Trio vom ASC Rosellen ganz vorne: Tina Püthe durfte in 20:54 vor ihren Teamkameradinen Claudia Schmitz (21:02) und Ute Jenke (21:43) jubeln. Bei den Männern setzte sich Armin Beus vom SV Sonsbeck in 17:11 gegen Sebastian Minke (ASC Rosellen, 17:23) und José Bexiga (Mönchengladbacher LG, 18:34) durch. Der Sieger hofft, dass die künftigen Erftläufe wieder besser besucht werden: "Es ist ein toller Lauf und für mich ein Heimspiel und immer ein Pflichttermin. Ich erzähle ständig allen, dass sie hier auch mitmachen müssen."

Dass am Samstag kaum Nachmeldungen dazukamen, hingt laut Bünzel auch mit dem nassen, windigen Wetter zusammen: "Wir hatten am Abend vor dem Lauf richtig Angst, dass der Wind uns alles wegreißt." Zudem sei ein deutlicher Rückgang bei den Schülern zu verzeichnen. Nur 60 Kinder starteten, im Vorjahr waren es über 150. "Diesen Trend beobachten wir aber nicht nur bei unserem Lauf. Es wird immer schwieriger, Schulklassen für solche Veranstaltungen zu gewinnen."

Quelle: NGZ
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