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Sportgeschichten (73)
Niklas Römer setzt sich Europas Krone auf

Sportgeschichten (73): Niklas Römer setzt sich Europas Krone auf
Der fangsichere Niklas Römer war als Wide Receiver mit einem Touchdown maßgeblich am 24:14-Finalerfolg gegen Schwäbisch Hall beteiligt. FOTO: privat
Neuss. Der aus Uedesheim stammende American Footballer hat mit den New Yorker Lions Braunschweig den Eurobowl gewonnen. Von Christos Pasvantis

uedesheim Würde für Niklas Römer die Maxime "Man soll aufhören, wenn's am schönsten ist" gelten, dann hätte er seine Footballschuhe vor gut einem Monat an den Nagel gehangen. Der 27 Jahre alte Wide Receiver der New Yorker Lions Braunschweig hatte gerade den Eurobowl gewonnen, die mit Abstand wichtigste Trophäe im Europäischen Vereinsfootball. Für Römer die Erfüllung seines Traums. Besser wird es nicht mehr.

"In der Sommerpause konnte ich das alles überhaupt nicht begreifen. So richtig realisiert habe ich es erst vor einer Woche. Als ich meine Sportschuhe wieder aus der Tasche geholt habe, hat an den Stollen noch das Lametta von der Siegesfeier geklebt. Da ist mir erst bewusst geworden, was ich geschafft habe", sagt der gebürtige Uedesheimer, der ein Jahr nach der schmerzhaften Finalniederlage gegen Berlin nun maßgeblich dazu beitrug, mit einem 24:14-Erfolg über die Schwäbisch Hall Unicorns den Titel erstmals seit 2003 wieder zum deutschen Rekordmeister zu holen.

Stolz wie Oskar: Der riesige Eurobowl-Pokal war die einzige Trophäe, die in der Sammlung des erfolgreichen Uedesheimers noch gefehlt hat.

Vor mehr als 5000 Zuschauern im heimischen Eintracht-Stadion fing er bereits im ersten Viertel einen 24-Yard-Pass seines US-Amerikanischen Quarterbacks Casey Therriault zur zwischenzeitlichen 10:0-Führung. Von diesem frühen Rückschlag sollten sich die Gäste, die bereits im German Bowl - dem Endspiel der Deutschen Meisterschaft - im Vorjahr gegen Braunschweig den Kürzeren gezogen hatten, bis zum Schluss nicht mehr erholen. "Unser guter Start war ein Schlüssel zum Sieg. Jeder wusste genau, was er zu tun hat, besser hätte es für uns gar nicht laufen können", sagt Römer, der damit seine persönliche Meisterring-Sammlung auf fünf erhöht hat. Zuvor fuhr er bereits drei Meistertitel und mit Deutschland die Europameisterschaft 2014 ein - dort gelang ihm übrigens im Finale der entscheidende Touchdown. "Dieser Titel hat mir noch gefehlt. Ich bin unheimlich stolz, dass wir das geschafft haben", meint er.

Das nächste Ziel hat sich Römer schon gesteckt: Mit Braunschweig will er im Oktober den dritten German Bowl in Serie gewinnen. Wegen der aktuell in den USA laufenden Weltmeisterschaft, für die sich Deutschland nicht qualifizieren konnte, befindet sich die Deutsche Footballiga GFL in der Sommerpause. Hinter Kiel liegt Braunschweig aktuell auf Rang zwei der Nord-Staffel. Römer ist selbstbewusst: "Wir gelten mit Kiel als großer Favorit und wollen unbedingt die nächste Meisterschaft holen." Dass er mit Deutschland nicht an der WM teilnehmen darf, ärgert ihn: "Das wurmt einen im Nachhinein schon enorm. Wenn ich von meinen französischen Teamkollegen höre, die gerade dort spielen, dann wäre ich schon sehr gerne dabei."

Etwas Positives hatte die verpasste Qualifikation für ihn aber doch: "Ich hatte zum ersten Mal seit 2009 wirklich eine Sommerpause, etwas Zeit für mich und konnte mal in den Urlaub fahren." In Thailand tankte der Uedesheimer die nötige Kraft für eine anstrengende Rückrunde. Wie es danach weiter geht, kann der Fitness-Ökonomie-Student noch nicht sagen: "Ich schreibe momentan meine Bachelorarbeit und werde danach auf die Berufswelt losgelassen. Mal schauen, wohin es mich verschlägt." Einen Wechsel zurück in die Heimat, zum Beispiel zu den Düsseldorfer Panthern, will er nicht ausschließen. Dennoch spricht einiges dafür, dass Römer in Braunschweig bleibt: "Hier kann ich Beruf und Sport optimal verbinden, meine Freundin kommt auch aus Braunschweig."

Zudem genieße der Football in der Stadt einen enormen Stellenwert: "Die Fans laufen mit Lions-Klamotten durch die Stadt und sprechen mich auf der Straße an, wenn sie mich sehen." Gut möglich also, dass Römer in Braunschweig noch den einen oder anderen Pokal in die Höhe stemmen wird.

Quelle: NGZ
 
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