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Ngz-Sportlerin Des Monats April
Nora Bannenberg lebt für den Judosport

Ngz-Sportlerin Des Monats April: Nora Bannenberg lebt für den Judosport
Neuss. Die 17 Jahre alte Neusserin ordnet ihr Privatleben ganz ihrer sportlichen Leidenschaft unter. Lohn des täglichen Trainings: Zum zweiten Mal darf sie bei den Europameisterschaften starten. Das ist nur möglich, weil Familie und Schule mitspielen. Von Hannah Nehrig

Neuss Bei Nora Bannenberg läuft es zurzeit richtig rund. Beim Europacup der Judo-Kadettinnen in Berlin holte sie erneut die Bronzemedaille und damit die Qualifikation zu den Europameisterschaften Anfang Juli im finnischen Vantaa. "Der Europacup in Berlin zählt zu den stärksten und angesehensten Turnieren und es ist toll sich da platzieren zu können," sagt Bannenberg.

Dass es bei dem Turnier gut laufen könnte, hatte sie bereits morgens Gefühl. "Ich bin aufgestanden und war richtig gut drauf. Ich hatte total Lust, auf die Matte zu gehen. Und als dann auch noch alles passte und gut lief, hatte ich total Spaß am Wettkampf und bin mit der Leistung sehr zufrieden." Im Halbfinale wurde es sogar noch richtig spannend. Dort wartete nämlich die Vize-Europameisterin Nadezda Petrovic aus Serbien. Nach regulärer Kampfzeit stand es immer noch Unentschieden. Damit musste die Verlängerung, der Golden-Score, die Entscheidung bringen. Es dauerte fast zwei Minuten, ehe die NGZ-Sportlerin des Monats April wegen Passivität bestraft wurde und knapp am Finale vorbei rutschte.

Die 17 Jahre alte Judoka lebt für den Sport. Täglich steht sie auf der Matte. Dienstags und donnerstags sogar mit zwei Trainingseinheiten pro Tag. "Ich könnte natürlich meinen Tag anders gestalten als ihn nur in der Halle mit Training zu verbringen, aber ich liebe den Sport. Ich verbringe in der Halle meine Freizeit und treffe dort meine Freunde. Das ist einfach mein Leben," sagt Bannenberg mit strahlenden Augen. Durch ihre Eltern, die beide Judo-Trainer sind, wurde sie schon als Kind mit in die Halle genommen. Lange Zeit war auch Vater Wolfram Bannenberg ihr Trainer. "Das ist auch erstaunlich lange gut gegangen. Doch irgendwann kam der Punkt, wo einfach ein Trainerwechsel her musste," sagt die Weckhovenerin, "doch er ist immer noch bei allen Wettkämpfen dabei, gibt Tipps und coacht mich - und zusätzlich ist er einfach mein größter Fan."

Jetzt trainiert sie in Langenfeld, aber auch in Bottrop und am Olympiastützpunkt in Köln. Tägliche Fahrzeiten zu den Trainingsorten erfordern ein gutes Zeitmanagement und lassen neben der Schule nicht mehr viele Freizeitaktivitäten zu. "Ich werde von der Schule total unterstützt und zu Wettkämpfen und Lehrgängen ohne Probleme freigestellt," sagt die Marienberg-Schülerin, "auch Klausuren müssen dann schon mal verschoben werden, da hat der Sport einfach Vorrang."

Freigestellt werden muss sie auch für das nächste Turnier, das als Vorbereitung für die Europameisterschaften gilt. "Ich will jetzt noch einmal richtig dran ziehen," sagt die Bundesliga-Kämpferin, "durch zusätzliches Lauf- und Krafttraining will ich meine Fitness steigern und alles geben, um bei der EM top fit zu sein." Für Bannenberg ist es ihre zweite Teilnahme bei einer Europameisterschaft. "Jetzt bin ich schon etwas erfahrener bei internationalen Wettkämpfen. Beim ersten Mal war noch alles neu. Nun weiß ich, was auf mich zukommt." Ihre Ziele steckt sie dabei nicht zu hoch, aber realistisch: "Ich würde nicht täglich trainieren, wenn ich keine Ziele hätte. Daher würde ich natürlich gerne eine Medaille erreichen und die Platzierung des Europacups im Rücken gibt mir viel Kraft."

Quelle: NGZ
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