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Schwimmen
NSV fürchtet Ende des Leistungssports

Schwimmen: NSV fürchtet Ende des Leistungssports
Die von der Stadt als Flüchtlingsunterkunft gekaufte Traglufthalle wurde Ende April "eingemottet". NSV-Vorsitzender Siegfried Willecke wüsste eine Verwendungsmöglichkeit, um so dem "drohenden Tod des Leistungsschwimmens" in Neuss vorzubeugen. FOTO: Lber
Neuss. Geht der nächste leistungsorientierte Sport in Neuss den Bach 'runter? Siegfried Willecke, Vorsitzender des Neusser Schwimmvereins (NSV), sieht das leistungsorientierte Schwimmen - Neuss ist bis mindestens 2020 Landesleistungsstützpunkt, der NSV war bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften 2016 mit elf Aktiven am Start, von denen der mittlerweile zum C-Kader gehörende Aaron Schmidt einen Titel gewann - durch das von der Stadt verabschiedete Bäderkonzept und die darin vorgesehene Sanierung des Stadtbades in akuter Gefahr. Zumindest dann, "wenn für den Renovierungszeitraum von rund zwei Jahren keine Ausweichmöglichkeit geschaffen wird." Der NSV-Vorsitzende erinnert an die Bäderumbauten in den Jahren 2000 bis 2004, "durch die uns rund 350 Mitglieder verloren gingen." Ohne einen Ersatz für das Stadtbad drohe "der Tod des Leistungsschwimmens in Neuss." Eine denkbare Lösung stellte Willecke jetzt auf der Jahreshauptversammlung des 1932 Mitglieder zählenden Vereins vor: "Man könnte das Freibad im Südpark mit einer Traglufthalle versehen, damit dort Schwimmsport ganzjährig betrieben werden kann. Städte wie Krefeld und Moers haben das vorgemacht. Und eine ungenutzte Traglufthalle in städtischem Eigentum ist in Neuss ja vorhanden." Die hatte die Stadt zunächst als Flüchtlingsunterkunft angemietet, vor einem Jahr gekauft und mangels Belegung Ende April "eingemottet". Drohen bei den Schwimmern die Probleme erst zu entstehen, ist bei den Modernen Fünfkämpfern ein Ende der Schwierigkeiten in Sicht: "Nach Aussage des Sportamtes soll dem Verein die angestammte Halle nach den Sommerferien wieder zur Verfügung stehen", sagt Willecke mit Blick auf die Turnhalle der Karrenbergschule, die seit einem Dreivierteljahr renoviert wird. Trotz "erschwerter Trainingsbedingungen" sei auch diese Abteilung unter Cheftrainer Frank Adam im Aufwind. Bei solcher Erfolgsbilanz war die Wiederwahl des Vorsitzenden nur Formsache, ebenso in ihren Ämtern bestätigt wurden Petra Chinnow (Kassenwartin), Heike Siebolds (Sportwartin) und Traudel Bongarts (Sachbearbeiterin Breitensport). Im Mittelpunkt der Ehrungen standen Anneliese Schmitz, Helga und Ernst Specht, die jeweils 50 Jahre Mitglied im NSV sind. Die Ehrengaben für die besten Sportler, darunter die nach dem kürzlich verstorbenen Ehrenvorsitzenden Karl Bongers benannte Kanne, gingen an Aaron Schmidt, Insa von Lessen und Anna Brauckmann.

Volker Koch

Quelle: NGZ
 
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