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Lokalsport
Oelze trifft zum dritten Sieg mit angerissenen Bändern

Düsseldorf. 2. Handball-Bundesliga: HC Rhein Vikings ringen den ASV Hamm Westfalen vor 737 Zuschauern mit 24:23 nieder. Von Tino Hermanns

"Vladi, Vladi", die Anfeuerungsrufe für den Torwart der HC Rhein Vikings wurden durch dröhnende, rhythmische Trommelschläge unterstützt. Wobei es keine Anfeuerung war, sondern unverhohlene Anerkennung. Vladimir Bozic zeigte unglaubliche 21 Paraden im Zweitliga-Handballspiel gegen den ASV Hamm-Westfalen, wehrte damit 47,6 Prozent aller Bälle, die auf ihn zuflogen ab, erzielte sogar einen Treffer, als Hamm mit sieben Feldspielern agierte und wurde zum ganz großen Rückhalt beim 24:23 Heimsieg.

"Ich muss meiner Mannschaft ein riesiges Kompliment machen. Jeder ist über seine Grenze gegangen. Das war eine überragende kämpferische Leistung", freute sich Vikings-Coach Ceven Klatt. Im Zusammenspiel mit Neuzugang und Abwehrhüne Miladin Kozlina, seines Zeichens 117-maliger slowenischer Nationalspieler, sorgte Bozic dafür, dass Hamm eine 15-minütige Durststrecke ohne Tor durchleiden musste. "Wir hatten uns vorgenommen, in der Abwehr keinen Zentimeter Raum zu verschenken. Das hat ganz gut geklappt", so Klatt.

Dabei waren die Voraussetzungen vor der Partie gegen den damaligen Tabellenachten alles andere als optimal. Zu den verletzungsbedingten Ausfällen von Bennet Johnen, Felix Handschke, Christian Hoße und Christopher Klasmann gesellten sich noch zwei stark angeschlagenen Wikinger. Kreisläufer Teo Coric zog sich einen Muskelfaserriss zu, und Alexander Oelze spielte mit zwei angerissenen Bändern.

Dafür aber zeigte Oelze besonders vor der Pause eine überragende Angriffsleistung. Am Ende hatte der 33-Jährige neun Tore erzielt, darunter den entscheidenden 24. genau 34 Sekunden vor dem Abpfiff, und genoss wegen seiner Wurfstärke über weite Strecken der zweiten Halbzeit die persönliche Sonderbehandlung der Hammer. Das öffnete Lücken für andere. "Alexander war überragend und hat viel Verantwortung übernommen", lobte Klatt. "Aber nur so, mit dieser Einstellung können wir im Abstiegskampf bestehen."

Und auch nur, wenn die Taktik so aufgeht, wie gegen Hamm. Zu Beginn musste sich das Klatt-Team zwar noch etwas sortieren, lag 0:3 zurück, doch als sich der eigentliche Rückraumspieler Thomas Bahn und Abwehrchef Heider Thomas an ihre neue Position als Linksaußen gewöhnt hatten, war der Handballclub Rhein Vikings trotz einiger Unzulänglichkeiten im Anspiel an den Kreis und im Passspiel einen Tick besser als die Westfalen.

Sehr zum Unwillen von Gästetrainer Kay Rothenpieler. "Ich bin enttäuscht, das habe ich mir anders vorgestellt. Wir haben 26 Bälle im Angriff verworfen. Damit kann man auswärts kein Spiel gewinnen", ärgerte sich der Coach. "Wir haben alles probiert, auch mit sieben Feldspielern und offensiver Deckung. Wir konnten ein paar Bälle gewinnen, aber man konnte auch sehen, wir sind noch keine Spitzenmannschaft."

Den Vikings war es egal, sie machten nach dem Abpfiff ihr wohlverdientes Freudentänzchen vor 737 Zuschauern im Castello.

Quelle: NGZ
 
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