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Ohne Krimi gehen die Elephants nie ins Bett

Lokalsport: Ohne Krimi gehen die Elephants nie ins Bett
In Topform: In Herten legte Elephants-Center Lennard Jördell mit 13 Punkten und 14 Rebounds ein Double-Double auf. FOTO: Lukas Boudnik
Grevenbroich. Die Regionalliga-Basketballer aus Grevenbroich setzen sich im Spitzen-spiel bei den Hertener Löwen erst in der Verlängerung mit 98:91 durch. Von Dirk Sitterle

1962 landete der in den USA geborene Sänger Bill Ramsey mit dem Lied "Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett" einen Hit, und auch noch 55 Jahre später machen die Elephants diesen Song in leicht abgewandelter Form zum Schlager: Die Regionalliga-Basketballer aus Grevenbroich schicken indes nicht die gute Mimi, sondern ihre Anhänger mit einem Krimi ins Bett. Ihr (vorläufiges) Meisterwerk lieferten die Schlossstädter am Samstag in Herten mit dem erst in der Verlängerung unter Dach und Fach gebrachten 98:91-Erfolg (85:85/44:48) ab. Danach stellte der glückliche, aber restlos geschaffte Trainer Hartmut Oehmen fest: "Langeweile können wir offensichtlich nicht."

Der Triumph im Topspiel benötigte freilich einen langen Anlauf. Wie von Oehmen befürchtet ("Ich hatte schon so eine böse Vorahnung."), ging bei den Gästen im ersten Viertel wenig. In der neunten Minute traf der Spanier Marco Porcher zur 29:17-Führung für die Löwen. Besser wurde es im zweiten Abschnitt (24:19), trotzdem gab der Coach seinen Jungs in der nur etwas mehr als 90 Sekunden dauernden Halbzeitansprache zwei Aufgaben mit: "Eine andere Einstellung in der Verteidigung. Dijon Smith, der bis dahin 15 Punkte erzielt hatte, aus dem Spiel nehmen." Und die Elephants parierten: Dem jetzt für Herten tätigen US-Center gelang nach Wiederbeginn kein Feldkorb mehr, seine vier Punkte resultierten aus Freiwürfen. Sehr großen Anteil daran hatte Lennard Jördell, der nach dem Seitenwechsel elf seiner 13 Zähler (dazu 14 Rebounds) markierte. Bestnoten verdienten sich auch Marko Boksic, "er hat sich vorne wie hinten in jeder Sekunde den Arsch aufgerissen", urteilte Co-Trainer Simon Bennett rustikal, Farid Sadek, der mit Verlängerung diesmal sogar 45 Minuten Regie führte, und Basti Becker, der mit 29:11 Minuten insgesamt fast genauso lange auf dem Parkett stand wie die Zwillinge Malcolm (geschwollenes Sprunggelenk) und Marcus Delpeche. "Er war unser Energizer", sagte Oehmen.

Per Dreier brachte Boksic die Elephants in der 23. Minute erstmals in Führung (54:52), Sadek sorgte mit seinem Korb zum 65:60 (28.) für den größten Vorsprung. Als sich Gerrell Martin, dem Bennett trotz seiner amtlichen 29 Punkte nur die Schulnote drei gab, drei Sekunden vor Schluss der regulären Spielzeit beim Stand von 84:85 an der Freiwurflinie postierte, hatte Grevenbroich alle Trümpfe in der Hand. Doch der US-Profi patzte beim ersten Versuch, so dass die Elephants froh waren, dass er seinen zweiten Wurf zum 85:85 ins Netz setzte. Um Haar hätte der Brite Jordan Whelan auf der anderen Seite Herten mit der Schlusssirene sogar noch zum Sieg geworfen.

Damit ging es ins fünfminütige Nachsitzen. Und das wurde zu einer klaren Angelegenheit - für die Elefanten: Die durch den Ausfall des gesperrten Centers Felix Neumann nun vor allem an den Brettern unterlegenen Löwen verloren die Nerven. "Wir haben Hero-Ball gespielt, jeder wollte den entscheidenden Punkt machen", monierte der junge Trainer Cedric Hüsken: "Grevenbroich war in der Verlängerung einfach abgezockter." Die "Overtime" ging schließlich mit 13:6 an die Gäste, für die Jördell alleine in diesen Minuten fünf Punkte erzielte. Für Oehmen war der Fall damit klar: "Ausschlaggebend war unsere tiefere Bank. Aufgrund der zweiten Hälfte und der überragenden Verlängerung war unser Sieg verdient." Zur Belohnung gab er seinen Mannen, die bereits am Dienstag im Pokal ranmüssen, für heute trainingsfrei und düste ab zu einer Technoparty.

Quelle: NGZ
 
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