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Perlenkette geht an Eva-Maria Zwingelstein

Lokalsport: Perlenkette geht an Eva-Maria Zwingelstein
Im Turbomodus: Bacchus Danon mit Eva-Maria Zwingelstein sicherte sich gestern Abend auf der Galopprennbahn in Neuss auf den letzten Metern den Sieg und damit die Perlenkette. FOTO: Klaus-Jörg Tuchel
Neuss. Mit einem ganz starkem Ritt sichert sich die 29-Jährige gestern Abend auf der Galopprennbahn am Hessentor in Neuss den Gesamtsieg. Von Klaus Göntzsche

Nach einem nervenstarken Ritt im Sattel des schon achtjährigen Wallachs Bacchus Danon gewann Eva-Maria Zwingelstein aus Iffezheim gestern die Gesamtwertung um den Preis der Buchmacher Albers & Sieberts-Perlenkette. Die 29-Jährige lag mit ihrem Vierbeiner zu Beginn des 1900-Meter-Rennens noch weit hinter den führenden Pferden, auf den letzten Metern zog sie bei ihm den Turbo und im Ziel war das Team noch mit einem Kopf in Front. Noble Fighter mit Selina Ehl und Pancho Villas mit Janine Beckmann teilten sich den zweiten Platz im toten Rennen.

Mit dem Sieg war für Zwingelstein die Voraussetzung für den Gesamtsieg trotzdem nicht geschaffen. Dafür sorgten die beiden Pferde Lunar Prospect und Wisewit, die auf den beiden letzten Plätzen endeten. Auf diesen beiden Pferden saßen mit Cindy Klinkenberg und Esther-Ruth Weißmeier die beiden Damen mit jeweils zehn Punkten, gestern gab es keinen Punkt. Weil Eva-Maria Zwingelstein mit Bacchus Danon mit vier Punkten aus dem zweiten Lauf antrat, bedeuteten die 14 Punkte den selbst von ihr kaum noch erwarteten Gesamtsieg dieses seit 1961 ausgetragenen Wettbewerbs. Gerald Geisler, der aus Wien stammende Trainer des Pferdes, ihr Ausbilder zum Jockeyberuf und der Lebensgefährte: "Das war wirklich ein sehr guter Ritt. Sie ist immer besser geworden." Mit acht Siegen führt die Dame seines Herzens nun weiterhin die aktuelle deutsche Jockey-Bestenliste an. Das wird sich bis zum Auftakt der Grasbahn-Renntag am 20. März in Krefeld nicht mehr verändern. Am 10. April 2005 gewann sie auf der nicht mehr als Rennbahn genutzten Anlage im Waldstadion von Herxheim in der Südpfalz ihr erstes Rennen. Die strahlende Gewinnerin mit dem Schmuckstück dekoriert: "Ich habe zunächst nicht bemerkt, wo die beiden anderen waren. Das habe ich erst nach dem Ziel bemerkt. Ich habe Bacchus Danon bewusst zunächst hinten gehalten. Das mag er, wenn er in Ruhe auf die Beine kommt. Es war schon erstaunlich, wie er dann noch anpackte. Er läuft schließlich so selten." Und er gewinnt auch selten. Sein einziges Rennen vor dem Erfolg gestern gewann er vor vier Jahren. Geduldiger Besitzer ist der Metzgermeister Hans Hülsenbeck aus Nördlingen. Eva-Maria Zwingelstein und Gerald Geisler wählten für die Vorbereitung einen Dreitage-Trip nach Hamburg. Es war ein Geschenk von Freunden und als Höhepunkt genossen die beiden den Besuch des Musicals "König der Löwen."

In ihrer Heimatstadt Dresden erlebte die in Neuss tätige Trainerin Katja Gernreich gestern den Sieg ihres siebenjährigen Wallachs Lou Bega im dritten Rennen. Mit Jozef Bojko im Sattel kam er auf den letzten 100 Metern angeflogen und hatte im Ziel noch fast zwei Längen Vorsprung. Der Grund der Abwesenheit der Trainerin war eine Knie-Operation und die folgende Erholungsphase bei ihrer Mutter in Dresden. Detlef Tendetzki aus Düsseldorf, der Ehemann der Besitzerin Irina Tandetzki, war voll des Lobes über die Trainerin: "Alle ihre Pferde gewinnen Geld. Der Lou Bega hatte doch schon so viele Krankheiten, die kann man nicht mehr zählen. Und dann diese Leistung. Toll."

Nach einem vierten Platz im belgischen Mons war das Neusser Pferd gestern an der Wettbörse unterschätzt worden. Der Erfolg von Lou Bega war der zweite Erfolg einer Trainerin, die schon einmal den Preis der Perlenkette gewann. Katja Gernreich gelang das 1999, während Helga Dewald in den Jahren 1969, 1971 und 1976 gewann. Im Jahre 1971 dreimal mit dem Pferd Pythagoras.

Quelle: NGZ
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