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Lokalsport
Pferde liegen im Familienblut

Neuss. Nachwuchs-Erfolgsjockey Martin Seidl startet morgen in sechs Rennen. Von Klaus Göntzsche

Wenn man die aktuelle Top-Ten-Liste der in Deutschland tätigen Jockeys nach deren Heimatländern analysiert, findet man den Tschechen Filip Minarik, Eduardo Pedroza aus Panama, den Niederländer Adrie de Vries, die beiden Italiener Daniele Porcu und Michael Cadeddu und den Belgier Stephen Hellyn. Aus Deutschland stammen der Dresdner Alexander Pietsch, die Badenerin Eva-Maria Geisler (sensationell auf Rang zehn ) und den Niederbayern Martin Seidl.

Beim Renntag am Freitag in Neuss sind davon Minarik, Pietsch, Hellyn, und die unter ihrem Mädchennamen Zwingelstein im Perlenketten-Wettbewerb 2016 siegreiche Eva-Maria Geisler mit dem populären Speedpferd Leoderprofi im Einsatz. Und Martin Seidl. Er reitet in sechs der sieben Rennen. Mit breiter Brust kommt er nach Neuss, denn am Sonntag hat er mit Colomano das Krefelder Ratibor-Rennen gewonnen. Es war für den erst 22-jährigen bereits der vierte Sieg in einem Europa-Gruppe-Rennen in dieser Saison nach Va Bank, Devastar und Dschingis Secret, mit dem er im Derby in Hamburg Dritter war. Los Cerritos war 2014 in Krefeld der erste große Sieger für ihn.

Martin Seidl ist kein Zwangsverliebter mit großen und schweren Tieren aus der Not der Berufswahl. Er ist mit Pferden aufgewachsen. Geboren am 17. Dezember 1993 in Vilsbiburg im niederbayerischen Kreis Landshut, besaßen seine Eltern Traber, ein Nachbar ritt Turniere und Martin bestritt mit sechs Jahren in Johannesbrunn sein erstes Ponyrennen. Im Alter von zwölf Jahren wusste er schon, wer der Jockey-Weltstar Frankie Dettori war, denn nach dem Sieg im Pony-Derby 2006 in Mannheim mit Laredo wählte er als Absprung-Variante den legendären Dettori-Jump. Seidl gewann den Junior-Cup im Südwesten, wählte den Weg über den Amateur und 2009 gewann er auf Apocalypso in München für seine Ausbilderin Jutta Mayer sein erstes Vollblut-Rennen. Sie förderte ihn nach Kräften, das Talent war längst über die Grenzen Bayerns erkannt und schon 2011 hat er gesagt: "Wenn man in meinen Job weiterkommen will, dann muss man im Westen sein."

Das hat er umgesetzt, Seidl zählt zum großen Jockeyteam von Trainer Markus Klug im Gestüt Röttgen. Er nutzte dort alle Chancen - Markus Klug bot ihm viele. 46 Rennen hat er in dieser Saison gewonnen, insgesamt sind es 191 erste Plätze. Es wäre nicht verwunderlich, wenn in Neuss weitere Siege dazukämen.

Quelle: NGZ
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