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Lokalsport
Plaz fürchtet keine Motivationsprobleme

Dormagen. Praktisch ist der TSV Bayer Dormagen schon abgestiegen, dennoch möchte der Handball-Zweitligist heute gegen Bad Schwartau gewinnen. Von Volker Koch

Okay, man hat schon Pferde sich vor der Apotheke übergeben sehen und im Sport die erstaunlichsten Comebacks bereits Totgesagter erlebt. Doch im Grunde glauben selbst die allerkühnsten Optimisten nicht mehr daran, dass der TSV Bayer Dormagen noch eine Chance auf den Verbleib in der Zweiten Handball-Bundesliga hat.

Auch Tobias Plaz wohl nicht. Dennoch sagt der nach dem Rücktritt von Jörg Bohrmann Anfang März von dessen Assistenten zum Cheftrainer beförderte 34-Jährige, unter dessen Regie die Dormagener immerhin acht ihrer bisher 21 Punkte holten, mit Blick auf die heutige Partie (19 Uhr, TSV-Bayer-Sportcenter) gegen den VfL Bad Schwartau: "Wir wollen dieses Spiel gewinnen. Mit der Tabellensituation hat das gar nichts zu tun."

Die ist eindeutig. Holt der TSV Bayer heute Abend keine zwei Punkte, steht er als erster sportlicher Absteiger neben SV Henstedt-Ulzburg (Lizenzverzicht) und HF Springe (Lizenzverweigerung) fest. Das gleiche Schicksal droht ihm auch bei einem Sieg, wenn gleichzeitig die HG Saarlouis (gegen Wilhelmshavener HV) oder der TuS Ferndorf (bei der HSG Nordhorn) jeweils mindestens einen Punkt holen. Der Motivation seiner Schützlinge, versichert Plaz, sei das jedoch keinesfalls abträglich: "Die Jungs haben in dieser Woche richtig gut trainiert, die sind voll fokussiert und heiß auf das vorletzte Heimspiel."

Und er ist überzeugt: "Wenn wir so auftreten wie zuletzt in unseren Heimspielen, dann haben wir auch eine gute Siegchance." Schließlich brachten sie da die inzwischen als Wiederaufsteiger in die Bundesliga feststehenden GWD Minden und HC Erlangen gehörig ins Schwitzen und mussten sich jeweils nur mit zwei Toren Unterschied geschlagen geben. Optimistisch stimmt ihn auch die Tatsache, dass der TSV mit dem 24:22 im Hinspiel einen seiner drei Auswärtssiege feierte. "Da haben wir richtig gut gespielt", erinnert sich Plaz, der damals als Co-Trainer auf der Bank saß und heute bis auf die Langzeitverletzten Dennis Marquardt und Kevin-Christopher Brüren seine "Bestbesetzung" aufs Parkett schicken kann.

Für einen dürfte die heutige Partie eine besondere sein: Sebastian Damm wechselt zum VfL Bad Schwartau. Der 20-Jährige soll dort auf Linksaußen Markus Hansen beerben - der wiederum ist in der kommenden Saison für die Rolle in der Schwartauer Schaltzentrale vorgesehen, die bisher der zum Neusser HV wechselnde Daniel Pankofer innehatte. Sebastian Damm kann sich auf eine weitere Saison in der Zweiten Liga freuen, die letzten Zweifel am Klassenerhalt, die durch die Niederlagen gegen Rostock (19:23) und in Hagen (24:30) aufgekommen waren, zerstreute der VfL Bad Schwartau durch seinen 38:29-Sieg im Nordderby gegen den SV Henstedt-Ulzburg.

Quelle: NGZ
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