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Power-Frau trägt ihr Herz am rechten Fleck

Lokalsport: Power-Frau trägt ihr Herz am rechten Fleck
Kunterbunte Bewerbung: Im Sommer wirkte Christa Jochmann ganz stark daran mit, dass der WM-Pokal nach Stürzelberg kam. FOTO: Lothar Berns
Stürzelberg. Christa Jochmann (47) ist Ehrenamtlerin des Jahres im Fußballkreis 5. Von Dirk Sitterle

Geht es um ihren Verein, den SV Rheinwacht Stürzelberg, sprüht Christa Jochmann vor Ideen und Tatendrang. Dann darf es ruhig ein bisschen verrückt sein. Steht sie jedoch selber im Mittelpunkt, wäre sie am liebsten gar nicht da. Darum war es gerade in diesem Jahr essenziell wichtig, dass Kreisfußballvorsitzender Hermann-Josef Koch aus der Entscheidung über den "Ehrenamtler des Jahres" traditionell einen streng geheimen Staatsakt macht. Ansonsten hätte die feierliche Ehrung im Klubheim an der Schulstraße nämlich zwar mit dem Dormagener Bürgermeister Erik Lierenfeld, aber definitiv ohne die Preisträgerin stattgefunden. "Ich wusste von gar nichts, und das war auch gut so, sonst wäre ich gar nicht gekommen", verrät die 47-Jährige.

Zum einen, stellt sie klar, "müsste eigentlich der Verein diese Auszeichnung bekommen", zum anderen stehe sie in diesen Wochen sowieso "total unter Strom". Just am Tag der Ehrung stand für die Arzthelferin im Rahmen ihrer berufsbegleitenden Fortbildung zur "Entlastenden Versorgungsassistentin" die Prüfung im Themenkomplex "Notfallmanagement" auf dem Plan. "Meine erste seit gut 30 Jahren." Und weil es für sie vollkommen normal ist, über den eigenen Tellerrand zu gucken, würde sie die prüfungsrelevante Herzdruckmassage gerne sofort in den Alltag ihrer Fußballer, besser noch in den schulischen Alltag aller Kinder und Jugendlichen integrieren. "Eigentlich müsste jeder drücken können, denn das rettet bei Atem- und Kreislaufstillstand einfach Leben. Viele haben Angst davor, dabei macht man nur was falsch, wenn man nichts macht."

Ehrung: (v.l.) SV-Vorsitzender Michael Krause, Christa Jochmann und Bürgermeister Erik Lierenfeld. FOTO: G. Salzburg

Hört sich ganz nach einem neuen Projekt an - als wäre die Power-Frau mit dem Herz am rechten Fleck nicht schon ausgelastet: Im Sommer war die bei der Rheinwacht als "Veranstaltungs-Koordinatorin" geführte Ex-Fußballerin, deren ehemalige Teamkolleginnen als "Mütter-Mafia" für den SV immer noch die Ärmel hochkrempeln, gemeinsam mit Kornelia Terborg federführend daran beteiligt, dass der Riesen-Truck des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit dem WM-Pokal in Stürzelberg Station machte. "Genial, der Tag war einmalig toll", erinnert sich die "Werbefachfrau", die ihren Mann Dirk Jochmann natürlich auf dem Fußballplatz kennengelernt hat. Wie die Söhne Nico (17) und Nils (16) mehrt er ganz selbstverständlich als Aktiver und Trainer den Ruhm der Rheinwacht-Kicker.

Auch das Dorf-Turnier "Straße gegen Straße" für mehr als 200 Kinder und Jugendliche ist eng mit ihrem Namen verbunden. Sie wirbt in Flüchtlingsfamilien intensiv für ihren SV - und kämpft auch darum um die neue Sportanlage in Stürzelberg, weil sie findet: "In jeden Stadtteil gehört ein Fußballplatz, denn da wird Integrationsarbeit geleistet."

Quelle: NGZ
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