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Lokalsport
Preis der Perlenkette ist reich an Kuriosem

Lokalsport: Preis der Perlenkette ist reich an Kuriosem
Cindy Klinkenberg (mit ihrem Siegerpferd Lunar Prospect) gewann den ersten Lauf zur Perlenkette, ihr Name fehlt aber in der morgigen Starterliste. FOTO: tuchel
Neuss. Seit 1961 wird das Rennen um den "Preis der Perlenkette" auf der Neusser Galopprennbahn ausgetragen. In der langen Geschichte gab es viele Kuriositäten - und auch der zweite Wertungslauf am Samstagabend bildet da keine Ausnahme. Von Klaus Göntzsche

In der Geschichte des seit dem Jahre 1961 ausgetragenen Preises der Perlenkette auf der Neusser Galopprennen sind in den Rennen und vor allem im Umfeld viele ungewöhnliche Dinge geschehen. Sogar im eher amourösen Bereich.

Vor sehr vielen Jahren ritt eine unstrittig attraktive Dame - allerdings erfolglos - mit, die bei ihrer Präsentation im "Playboy" als "Dame des Monats" dem Medium entsprechend gering bekleidet war und später unter dem "Künstlernamen" Chantal ihren Lebensunterhalt in einem bundesweit bekannten Kölner Freudenhaus verdiente.

Eine andere reiterliche Fachkraft wurde in einer mittlerweile nicht mehr existenten Illustrierte ebenfalls spärlich bekleidet abgebildet. Aber es gewannen auch Damen, die später nie mehr in Erscheinung traten und längst in Vergessenheit geraten sind. Der fünffachen Siegerin Vicky Furler (der Tochter der ARD-Reporterlegende Adi Furler) wurden alle Schmuckstücke der Siege zwischen 1984 und 1992 bei einem Einbruch gestohlen.

Der Sohn der Siegerin von 1966 und '67 ist heute der Motor im Kampf um die Erhaltung der vom Bau des DFB-Kompetenz-Zentrums gefährdeten Frankfurter Rennbahn und bei einer in der Turf-Szene stets gefeierten Siegerin traten nach ihrem plötzlichen Ableben nie geahnte finanzielle Unkorrektheiten zu Tage. Man hatte sich schon immer gewundert, wo das Geld für diesen Lebensstil herkam. Viele der mit den Perlenketten geehrten Damen sind weiter der Szene tätig - geblieben ist ausnahmslos ihre große Wertschätzung für den Ehrenpreis aus Neuss.

Die Kuriositäten gehen auch 2016 weiter: Wenn am Samstag im Rahmen der acht Rennen ab 16.55 Uhr bis 20.25 Uhr als viertes Rennen der zweite Lauf der Buchmacher Albers &Sieberts-Perlenkette über 1500 Meter ausgetragen wird, dann ist von den vier Damen, die im ersten Rennen vor zwei Wochen fie ersten vier Plätze belegten, keine einzige im Perlenketten-Rennen dabei. Weder die führende Cindy Klinkenberg noch die hinter ihr platzierten Janine Beckmann, Eva-Maria Zwingelstein und Lisa Marie Engels haben in diesem Rennen einen Ritt.

Durch ihren fünften Platz hat Olga Laznovska einen Punkt aufzuweisen. Sie ist eine von drei Siegerinnen der Vergangenheit, die am Samstag antreten. Die Vorjahressiegerin Larissa Bieß reitet Rich Forever aus dem Stall von Christian Peterschmitt, der 2015 mit seinen Pferden ihren Erfolg sicherte. Im Jahre 2014 gewann Lena Maria Mattes das begehrte Schmuckstück, sie reitet die chancenreiche Stute Salimera.

Der Name Olga Laznovska aus Dormagen steht 2012 in der Siegerliste des seit 1961 ausgetragenen Wettbewerbs, sie reitet Silencio, den sie auf dem Gelände des Schlosses Arff in Köln-Worringen selbst trainiert. Mit Stefanie Hofer ist Deutschlands erfolgreichste aktive Amazone (402 Siege) auf der ihr sehr vertrauten Stute Orsella engagiert. Die Trainertochter aus Krefeld hat den Perlenketten-Wettbewerb noch nie gewonnen. Das Perlenketten-Finale soll am Donnerstag, 10. März ausgetragen werden, der nächste Renntag in Neuss findet ebenfalls an einem Donnerstag, dem 25. Februar, statt.

Rennvereins-Präsident Jan Antony Vogel nahm es auf NGZ-Anfrage gelassen und gewann der ungewöhnlichen Situation das Gute ab: "Auch wir waren überrascht über diese Starterangabe. Wir haben aber mit Absicht unterschiedliche Distanzen für die Vorläufe ausgeschrieben, um möglichst vielen Pferden eine Startmöglichkeit einzuräumen. Den Wettbewerb macht diese Entwicklung aber noch interessanter, da der letzte Lauf am 10. März nunmehr die alleinige Entscheidung bringen muss."

Quelle: NGZ
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