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Punkte gegen Henstedt bleiben in Dormagen

Lokalsport: Punkte gegen Henstedt bleiben in Dormagen
Zu früh gejubelt: Nach dem 30:23-Sieg in Dormagen legten die Spieler des SV Henstedt-Ulzburg einen Freudentanz aufs Parkett des Bayer-Sportcenters, doch weil Arnd Sasse (2. v.r., Trikotnummer 4) nicht spielberechtigt war, bleiben die zwei Punkte beim TSV Bayer. FOTO: Heinz J. Zaunbrecher
Dormagen. Weil die Gäste einen nicht spielberechtigten Akteur einsetzten, wird die 23:30-Niederlage in einen Sieg für den TSV Bayer umgewandelt. Von Volker Koch

Die Freude über die Entscheidung der spielleitenden Stelle der Handball-Bundesliga (HBL), die 23:30-Niederlage gegen den SV Henstedt-Ulzburg nachträglich in einen Sieg mit 2:0 Punkten und 0:0 Toren umzuwandeln, hält sich in Grenzen beim TSV Bayer Dormagen: "Mir wäre es lieber gewesen, wir hätten die zwei Punkte auf sportlichem Wege gewonnen", sagt Handball-Geschäftsführer Björn Barthel, "auch wenn sie uns in unserer Situation natürlich weiterhelfen."

Und das nicht nur mit Blick auf die Zweitliga-Tabelle, in der die Dormagener zwar auf dem ersten Abstiegsplatz bleiben, den Abstand zum unteren Mittelfeld aber auf zwei Zähler verkürzten (siehe Info-Kasten). Vielmehr erhofft sich Barthel, "dass die Mannschaft das als positives Signal ansieht, um jetzt selber Gas zu geben" - möglichst schon morgen Abend (19.30 Uhr, Sportzentrum Am Hallo) im ewig jungen Altmeisterduell mit TuSEM Essen.

Beim Training am Montagabend hatten die TSV-Verantwortlichen mit der seit fünf Spieltagen sieglosen Mannschaft "Klartext geredet", sagt Barthel und den Spielern deutlich gemacht, "dass wir unsere Ziele nur gemeinsam erreichen" können. Die seien, sagt der Geschäftsführer, "sehr einsichtig" gewesen und hätten "hinterher noch lange alleine zusammengesessen." Wobei Barthel Wert darauf legt, "dass wir zwar unsere Kritikpunkte deutlich gemacht, aber den Spielern auch das Vertrauen ausgesprochen haben. Wir können die Mannschaft ja nicht einfach austauschen." Mit diesem Schritt hofft er, dem Team "fehlendes Selbstvertrauen" zurück zu geben, das er für die immer schwächer werdenden Leistungen der vergangenen Wochen verantwortlich macht. Seine Devise: "Wir hatten jetzt drei Jahre lang gemeinsam Erfolg, jetzt müssen wir auch diese schwierige Phase gemeinsam durchstehen."

Die Mannschaft reagierte darauf mit einem gestern auf der Internetseite des TSV veröffentlichten Appell an die Fans, in dem es unter anderem heißt: "Uns allen ist bewusst, dass das unser gemeinsames Ziel ist und wir werden in jedem Spiel alles dafür geben. Wichtig ist nur, dass wir zu jeder Zeit zusammenstehen. Denn nur gemeinsam können wir um die nötigen Punkte für das Ziel "Ligaverbleib" kämpfen, weshalb wir auch in Essen und bei den kommenden Heimspielen auf zahlreiche Unterstützung hoffen."

Seit gestern herrscht auch Klarheit in Sachen Dennis Marquardt: Der Mannschaftskapitän wird sich "nach intensiver Rücksprache mit Fachärzten" einer Operation der linken Schulter unterziehen, die Mitte Dezember in der Kölner MediaPark-Klinik vorgenommen werden soll. Damit fällt der 30-Jährige für die gesamte Rückrunde aus. "Bis zur OP werde ich aber versuchen, der Mannschaft gerade in dieser aktuell schwierigen Phase zu helfen. Und dann greife ich in der neuen Saison wieder an," wird Marquardt auf der Internetseite des TSV zitiert.

Angesichts dieser Situation kommen die unverhofften zwei Punkte gegen Henstedt sicher nicht ungelegen. Die Gäste hatten am Sonntag in Arnd Sasse einen nicht-spielberechtigten Akteur eingesetzt, was der spielleitenden Stelle der HBL bei ihrer nachträglichen Routinekontrolle der Spielberichte auffiel. Der Nachwuchs-Linksaußen besitzt keinen Bundesliga-Vertrag - ohne den dürfen Spieler nur in zwei Begegnungen eingesetzt werden. Sasse hatte aber bereits in Emsdetten und gegen Hagen auf dem Spielbericht gestanden. "Wir haben unsere Nachwuchsleute mit HBL-Verträgen ausgestattet", erläutert Barthel die Unterschiede. Henstedt hat die Entscheidung bereits akzeptiert.

Quelle: NGZ
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