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Lokalsport
Rabenschwarzer Abend für die Vikings

Düsseldorf. Handball-Zweitligist kassiert gegen Schlusslicht ThSV Eisenach eine bittere 27:32-Heimniederlage. Von Bernd Jolitz

Im Grunde war schon nach sechs Minuten alles gelaufen. Zwar ist im Handball ein Fehlstart mit einem schnellen 0:5-Rückstand nichts Außergewöhnliches und noch lange nicht entscheidend. Doch so, wie die Rhein Vikings sich in der Auftaktphase des Zweitligaspiels gegen den ThSV Eisenach präsentierten, kamen selbst zu diesem frühen Zeitpunkt arge Zweifel an einer Trendwende auf. Sie waren berechtigt: Die Neuss-Düsseldorfer Spielgemeinschaft hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt und unterlag dem Tabellenletzten deutlich mit 27:32 (12:18).

Das Bitterste an diesem Ergebnis war, dass es die wahren Kräfteverhältnisse aus Sicht der Gastgeber noch schönte. Eine Viertelstunde vor dem Ende lagen die Vikings beim 17:28 mit elf Treffern in Rückstand, und dieser Stand gab den Unterschied zwischen beiden Teams treffender wieder. In der Schlussphase schonte Eisenachs Trainer Christoph Jauernik einige seiner Stammspieler, setzte zwei A-Jugendliche ein und ermöglichte den Düsseldorfern damit "ein wenig Ergebniskosmetik", wie es Vikings-Coach Ceven Klatt ebenso schonungslos wie treffend ausdrückte.

"Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen, haben Würfe genommen, die wir nicht hätten nehmen dürfen", analysierte Klatt. "Wir haben die Bälle einfach ins Aus geschmissen und nichts von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten." Dafür gab es Gründe. Der entscheidende: Die Vikings waren nicht in der Lage, die verletzungsbedingten Ausfälle von Alexander Oelze und Daniel Pankofer zu kompensieren. "Die beiden sind unsere erfahrensten Spieler", erklärte Klatt, "unsere ruhenden Pole. Sie hätten uns gerade in der ganz schwierigen Anfangsphase sehr helfen können." Der große Haken daran ist, dass Oelze und Pankofer noch eine ganze Weile fehlen werden. Top-Torjäger Oelze wegen seines Bänderrisses im Ellbogen sogar bis zum Jahresende - er saß am Spielfeldrand und litt sichtlich unter den Unzulänglichkeiten auf dem Spielfeld. Hin und wieder gab er den Außenspielern sogar noch Tipps, doch all das konnte gegen die Thüringer nicht helfen.

Klatt und Geschäftsführer René Witte sind freilich Profis genug, den Personalproblemen - neben Oelze und Pankofer fehlte ja noch Kapitän Bennet Johnen - nicht die alleinige Schuld zu geben. "Wir hatten zudem keine Aggressivität in der Deckung, die uns sonst so stark macht", sagte Klatt. "Damit haben wir unsere Torhüter im Stich gelassen, und schließlich konnten die uns auch nicht mehr helfen." Stimmt - es haperte einfach in allen Mannschaftsteilen. Vorn haarsträubende Fehlpässe und schwache Würfe, wobei allein Brian Gipperich zumindest phasenweise eine positive Ausnahme bildete, hinten eine löchrige Abwehr und zudem noch zwei Torhüter, die kaum eine Hand an den Ball bekamen. All das kann passieren, ist in der Summe jedoch für keine Mannschaft zu verkraften.

"Nach dem Montag-Spiel hatten wir im Grunde nur drei Tage Zeit, uns auf die neue Konstellation ohne Oelze und Pankofer vorzubereiten", kommentierte Witte. "Deshalb hat uns die taktische Disziplin in der ersten Hälfte gefehlt." Ebenso wie Klatt ist der Manager aber zuversichtlich, bis zum nächsten Auftritt am Freitag in Aue Lösungen zu finden: "Der Kader ist so zusammengestellt, dass wir auch ohne die beiden Möglichkeiten haben."

Quelle: NGZ
 
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