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Lokalsport
Rad-WM: Schomber fährt auf Rang sechs

Grevenbroich. Der deutsche Bahnvierer unterliegt am Abend im brodelnden Lee Valley Velodrome in London bärenstarken Russen. Von Dirk Sitterle

Leif Lampater (Rosenheim) war schon 2004 dabei, als der deutsche Bahnvierer bei den Olympischen Spielen in Athen mit ihm, Robert Bartko, Guido Fulst und Christian Lademann Platz vier belegte. Darum ahnte der 33-Jährige nach dem ersten Tag in London, was bei der Bahn-WM für ihn, Nils Schomber (Grevenbroich), Kersten Thiele (Sinsheim), Theo Reinhardt (Berlin) und Domenic Weinstein (Bad Dürrheim) noch möglich war: "Wir sind mit einem unheimlichen Druck in die Qualifikation gegangen, weil wir nicht wussten, wie es läuft. Zwischen Platz vier und acht ist alles möglich." Am Ende langte es für das Team des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) in der Mannschaftsverfolgung über 4000 Meter tatsächlich zum sechsten Platz.

Nach Rang sechs in der Qualifikation am Mittwoch hatte Ausdauer-Bundestrainer Sven Meyer noch einräumen müssen, dass "wir weit weg vom Optimum sind." Einigermaßen erleichtert registrierte er immerhin, dass die Mannschaft trotzdem vorne dran sei, auch wenn es nicht laufe. "Der sechste Platz ist ein gutes Zeichen, weil wir im Hinblick auf Rio viel ausprobiert haben: Positionen, Material." Auch BDR-Vizepräsident Günter Schabel gab sich optimistisch: "Ich bin mir sicher, dass die Jungs sich im nächsten Lauf noch steigern können und werden." Gestern Abend verfehlten Schomber, Thiele, Weinstein und der für Lampater ins Team gerückte Reinhardt im packenden Duell mit Russland (3:59,921) in 4:00,032 Minuten nur haarscharf die angepeilte Vier-Minuten-Marke. Nach 3000 Metern hatten Schomber & Co. noch mit einer Sekunde zurückgelegen, im Ziel trennte die Konkurrenten dann nur noch rund eine Zehntelsekunde. Mit der wiederum sechsbesten Zeit schob sich das BDR-Quartett aber noch vor den in der zweiten Runde schwer patzenden Titelverteidiger Neuseeland und die Niederlande.

Vize-Europameister Schweiz hatte ohne seine "Lokomotive" Stefan Küng (Pfeiffersches Drüsenfieber) als Neunter der Qualifikation die Top 8 sogar verpasst, Beleg für das fantastische Niveau an der Weltspitze im Olympia-Jahr.

Im Zweikampf um Rang fünf ging es somit für das deutsche Team noch einmal gegen die tempofesten Russen. Im stimmungsvollen Finale vor euphorisierten Zuschauern im Lee Valley Velodrome reichte es für Schomber, der damit in allen drei WM-Läufen zum Einsatz kam, Thiele, Lampater und Reinhardt nicht mehr zu einer Zeitverbesserung. In 4:01,725 Minuten schlossen sie die Titelkämpfe auf Rang sechs ab, Russland wurde in 3:59,830 Minuten Fünfter. Im atemberaubenden Duell um Gold schlug Australien überraschend Großbritannien mit Superstar Bradley Wiggins.

Quelle: NGZ
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