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Lokalsport
Rennen erinnern an große Neusser Trainer

Lokalsport: Rennen erinnern an große Neusser Trainer
Vor zwei Jahren, genau am 13. Februar 2016, gelang Andrasch Starke (3.v.l.) mit Lord of Leitrim der letzte Sieg auf der Neusser Galopprennbahn. Heute startet der achtfache Jockeychampion erstmals nach seinem Japan-Aufenthalt wieder auf einer deutschen Bahn. FOTO: K. J. Tuchel
Neuss. Der achtfache Jockey-Champion Andrasch Starke steigt heute in Neuss erstmals nach seinem Japan-Aufenthalt wieder in den Sattel. Von Klaus Göntzsche

Wenn an einem Neusser Winter-Event ein Rennen mit Viererwette und einer Garantieauszahlung von 10.000 Euro im Programm ist, dann ist das schon ein gutes Zeichen - denn dafür werden vom Dachverband in Köln nur Rennen mit großen Feldern ausgesucht. Bei den acht Rennen heute ab 16.55 Uhr am Neusser Hessentor wurde das vierte Rennen dafür bestimmt.

Es ist der zweite Lauf um die Albers & Sieberts-Perlenkette mit zwölf Startern. Die Viererwett-Rennen als "Wettchance des Tages" haben trotz langjährigen Vorhandenseins unverändert einen hohen Erklärungsbedarf. Die 10.000 Euro werden nur dann komplett ausgezahlt, wenn ein Wetter allein trifft. Ansonsten wird das Geld durch die Anzahl der Gewinner geteilt. Das wiederum bedeutet: Laufen viele Favoriten auf den ersten vier Plätzen ins Ziel, wird die Quote immer geringer und die Zahl der Gewinner größer. Sind viele Außenseiter vorn, erhöht sich die Quote und die Zahl der Gewinner wird kleiner.

Um möglichst viele Laien an dieser lukrativen Wette teilnehmen zu lassen, wurde der sogenannte "Quick Pick" eingeführt. Das ist eine Art Zufallsschein wie beim Lotto. Der Computer druckt einen Wettschein mit Favoriten und Außenseitern und erspart dem Wetter das Ausfüllen des Wettscheins. Der Mindesteinsatz für diese Variante liegt bei nur zwei Euro. Der Kunde muss an der Kasse lediglich (zum Beispiel) die Ansage machen: "Drei Quick Pick zu je zwei Euro", und der Wettschein wird ausgedruckt. Nach oben gibt es keine Einsatzgrenzen. Die Trefferquote der "Zufallsscheine" ist relativ hoch, weil sich die sogenannten "Experten" nur selten auf eine Anhäufung von Außenseitern einlassen. Es hat auch mit dem Stolz des vermeintlich Wissenden zu tun, sich nicht auf scheinbar chancenlose Außenseiter zu beschränken. Das Fachblatt "Sport-Welt" tippt heute auf den vier ersten Plätzen die Pferde Sakima mit Claudia Pawlak, Wonderwall mit Kerstin Elsässer, Marientaler mit Mîra Kraeber und Burma King mit der nach dem ersten Lauf führenden Olga Laznovska. Das ist der Experten-Tipp mit einer sicher geringen Quote und entsprechend vielen Gewinnern. Anders würde es aussehen, wenn die vier Außenseiter Funky Music mit Eva Herresthal, Sulphur mit Rebecca Danz, El Torit mit Janina Boysen und Preaux mit Sibylle Vogt auf den vier ersten Plätzen landen würden.

Die Favoritenrolle des siebenjährigen Wallachs Sakima aus dem Stall von Axel Kleinkorres mit der Titelverteidigerin Claudia Pawlak ist logisch. Unser Tipp ist allerdings Wonderwall (Nr. 1) aus dem Stall von Trainer Marco Klein aus Mannheim mit Kerstin Elsässer. Das Pferd war zuletzt Zweiter in Neuss und der Trainer aus Mannheim-Seckenheim kommt stets mit bestens vorbereitenden Pferden angereist.

Die Renntitel sind diesmal bedeutenden Trainern der Neusser Geschichte gewidmet. Es beginnt mit dem Valentin Seibert-Rennen, an dritter Stelle im Programm steht das Arthur-Lochow-Rennen. Das war der Trainer des Derbysiegers Herero im Jahre 1962, den damals der inzwischen 96-jährige Hein Bollow ritt. Der Titel des fünften Rennens erinnert an Georg Zuber, den Trainer des Derbysiegers Tarim von Fredy Ostermann aus Witten im Olympiajahr 1972. In diesem Rennen läuft der fünfjährige Hengst Weltmeister mit Andrasch Starke, der hier seinen ersten Ritt nach dem Japan-Gastspiel und einer Familienpause absolviert.

Der achtfache Champion, Sieger in sieben Deutschen Derbys und insgesamt 2399 Rennen hat in Neuss zuletzt am 13. Februar 2016 mit Lord of Leitrim gewonnen. An dem Pferd Weltmeister mit dem so verpflichtenden Namen des Kölner Rennvereins-Präsidenten Eckhard Sauren ist der Fußballprofi Marcel Risse beteiligt. Der zumindest war beim überraschenden 2:1 Auswärtssieg seines 1. FC Köln bei RB Leipzig in einer guten Form.

Als sechstes Rennen wird das Peter Bützer-Rennen gestartet - hier treten die besten Pferde des Tages an. Wierland heißt die dreijährige Stute, die Andrasch Starke für das Gestüt Ebbesloh im siebten Rennen zur Erinnerung an Harald Linke reitet. In dessen Stall zog einst Harro Remmert ein, längst sind diese Gebäude abgerissen worden. Harald Linke betätigte sich nach dem Ende der Trainerlaufbahn als Gastwirt in Düsseldorf-Gerresheim. Andrasch Starke sollte nicht sieglos die Bahn verlassen, Trainer Peter Schiergen sattelt selten chancenlose Pferde auf dem Neusser Sand. Damit der sich in einem guten Zustand präsentiert, wird das für die Rennbahnpflege zuständige Team des Rennvereins die komplette Nacht mit dem Trecker und der Egge im Einsatz sein, um ein Verklumpen durch die frostige Nacht zu verhindern.

Quelle: NGZ
 
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