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Lokalsport
Rennleitung freut sich über Nachwuchs

Lokalsport: Rennleitung freut sich über Nachwuchs
Saß in Neuss erstmals an der Waage: Philipp Biermann. FOTO: K. J. Tuchel
Neuss. Philipp Biermann gab in Neuss sein Debüt an der Waage. Starjockey Andrasch Starke wird Vorletzter. Von Klaus Göntzsche

Auf der Ebene der gehobenen Funktionärskategorie herrscht im deutschen Galopprennsport seit Jahren eine ziemliche Flaute. Die Verantwortlichen in den wichtigen Ämtern sind von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen im Rentenalter. Das gilt ganz besonders für die Rennleitung, deren Chef Dr. Peter Tasch auf die 80 zugeht. Am Ende des Jahres ist für ihn nach 40 Jahren Schluss, das hat er im Frühjahr 2015 verkündet.

Am Dienstag in Neuss saß der 27-jährige Philipp Biermann an der Waage und kontrollierte die Gewichte der Jockeys. Er war beim Derby 2014 in Hamburg schon in der Rennleitung, das war quasi der Ritterschlag für ihn. In Neuss saß er an der Waage, weil er derzeit je nach Bedarf die unterschiedlichen Funktionen "durchläuft" - vom Dopingbeauftragen über den Abwieger bis zur Rennleitung. Biermann macht das mit Leidenschaft und Sachkunde, schließlich ist er von Kindesbeinen mit Rennpferden verbunden. Er stammt aus einer pferdeverrückten Familie. "In Harzburg habe ich als Kind kaum einen Renntag verpasst, das war sozusagen unser Pflichtprogramm. Mein Vater hatte hier immer Starter." Der früh verstorbene Trainer Manfred Biermann war sein Vater, sein Großvater Werner Glahe (84) amtierte jahrelang als Präsident und ist bis heute die "graue Eminenz" in Bad Harzburg, seine Mutter hat sogar Rennen geritten. "Ich habe im Training auch mit geritten." Auf dem Weg in die berufliche Zukunft musste Philipp Biermann dem Rennsport allerdings längere Zeit entsagen. Das Studium für International Economics führte ihn an die Universität nach Göttingen. Jetzt arbeitet er als Doktorand an der Carl von Ossietzky-Universität in Oldenburg im Bereich Umweltökonomie. Wenn er nicht auf den Rennbahnen im Einsatz ist.

Biermann hat in Neuss auch Birgit Roesch (43) aus dem badischen Schweighofen für ihren Ritt auf dem Wallach Si Partout im vierten Renmnen mit 57 Kilogramm ausgewogen. Die Managerin der städtischen Hallen in Karlsruhe war vor vielen Jahren Weltmeisterin der Amateur-Reiterinnen. Zuletzt sah man sie selten im Rennsattel. Es lag auch daran, dass ihr fünfjähriger Wallach mit sehr bescheidenem Können ausgestattet ist. "Die Sandbahn ist der letzte Versuch. Wenn ich mir aber die Gegner anschaue, komme ich schon wieder ins Grübeln, ob ich überhaupt antreten soll." Sie tat es doch und ihr Pferd landete gegen diese Gegner immerhin auf Platz vier und mit 250 Euro gab es den ersten Geldpreis und Hoffnung für die Zukunft.

Einen ungewöhnlichen Renntag erlebte Spitzenjockey Andrasch Starke. Pflichtbewusst erschien er zum letzten Rennen, um dann mit dem Favoriten Night Hawk Vorletzter zu werden. Für Besitzer Arend Oetker ritt er auch Derbysieger Lucky Speed, so etwas verpflichtet. Und so weit war es von Langenfeld nach Neuss nun auch wieder nicht.

Quelle: NGZ
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