| 00.00 Uhr

Lokalsport
Rennverein sucht Gespräch mit dem Bürgermeister

Neuss. Erneut heftige Kritik nach dem Renntag auf der Neusser Bahn: Wetthalle nicht geheizt und schlechte Gastronomie. Von Klaus Göntzsche

Es war kurz vor 21 Uhr am Dienstagabend, als die letzten Wetter ihre Gewinne auf den Sieg von More Than Honey und dem damit zweiten Sieg von Vinzenz Schiergen an den Kassen des Rennvereins und bei Buchmacher Sieberts abholten. Der 18-jährige Trainersohn gewann damit ein Rennen, das nach der langen Führung von Rapideur verloren schien. Der allerdings blieb ruckartig stehen und so kassierten die Wetter des 21:10 Favoriten. Geblieben waren ohnehin nur noch die Unentwegten, die eine über 20-minütige Verspätung durch zwei reiterlose Pferde hinnahmen. Der Bahn-Wettumsatz von 17.655 Euro bei acht Rennen war entsprechend mager und auch die Umsätze durch die Live-Übertragung nach Frankreich brachen gegen Ende deutlich ein. Bei 1,5 Millionen Euro Frankreich-Umsatz ist bei einer Provision von drei Prozent (also 45.000 Euro) ein Renntag mit Kosten von rund 60.000 Euro nicht bezahlt.

Heftige Kritik kam erneut auf, weil zum wiederholten Male die Wetthalle nicht geheizt war. Es regnete zwar nicht, doch es wurde zunehmend kälter und damit unerträglicher für die Besucher. Beim gastronomischen Angebot liegt die Neusser Rennbahn im bundesdeutschen Vergleich aller Bahnen von Bad Doberan an der Ostsee bis München beharrlich auf dem letzten Platz - mit einem großen Rückstand zum Vorletzten. Die Situation ist für den Rennverein allerdings kompliziert: er ist nicht der Vertragspartner der Gastronomen und selbst nur Partner von Neuss Marketing, der Tochtergesellschaft der Stadt. Es hat seitens des Rennvereins vor allem mit dem Pächter im "Haus an der Rennbahn" Versuche und Angebote gegeben, bewährte Anbieter anderer Bahnen nach Neuss zu holen und auch einen entsprechenden finanziellen Ausgleich angeboten. Vizepräsident Peter Ritters: "Es wird alles abgelehnt, sie wollen es selbst machen." Das aber gelingt nie und der Frust der Besucher wird immer größer und endet im zunehmenden Fernbleiben. Der Championats-Endkampf der Jockeys am 29. Dezember bildete beim Besuch eine Ausnahme, aber von der Gastronomie trotz aller Hinweise nicht wahrgenommen.

Am Dienstag konnten sich Bürgermeister Reiner Breuer und Gattin Ute vor Ort ein Bild machen. Der Neusser Rennverein hofft auf ein baldiges Gespräch mit den Verantwortlichen für eine Problemlösung. Der Bürgermeister wurde von Harald Siemen mit der erklärungsbedürftigen Materie Galopprennsport vertraut gemacht. Siemen war mit seinem Kollegen von Gumppenberg nach Neuss gekommen. Der im Bergischen Land wohnende Münchner ist seit dem 1. Januar 1981 für die Zuteilung der zu tragenden Renngewichte der Pferde zuständig.

In der Szene wird er (von ihm auch toleriert) einfach nur "Gumpi" genannt. Tatsächlich hat der Adelsmann insgesamt neun Vornamen, im Pass gibt es einen Anhang: Christoph ist der Rufname, Hanns der Name des Großvaters väterlicherseits, Peter der des Onkels mütterlicherseits, Paul des Großvaters mütterlicherseits, Ludwig-Maximilian als Referenz an die bayerischen Könige, Julian ist der Tagesheilige seines Geburtstages (9.1.1947) und Huber-Maria heißen alle von Gumppenbergs und Pöttmes-Oberbrennberg.

Quelle: NGZ
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Lokalsport: Rennverein sucht Gespräch mit dem Bürgermeister


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.