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Ngz-Serie Drittliga-Check
Rogawska hofft auf mehr Beständigkeit

Ngz-Serie Drittliga-Check: Rogawska hofft auf mehr Beständigkeit
Soll für den TV Korschenbroich die "einfachen Tore" aus dem Rückraum erzielen: Markus Neukirchen hat in den Augen von Ronny Rogawska eine starke Vorbereitung gespielt. Jetzt hofft der Trainer, dass er verletzungsfrei bleibt. FOTO: Michael jäger
Neuss. TV Korschenbroich sieht sich besser aufgestellt als in der Vorsaison - und wäre trotzdem mit Tabellenplatz sieben zufrieden. Von Volker Koch

Korschenbroich Ronny Rogawska lacht. Mit der Kategorie "Wundertüte", unter der die NGZ seine Handballer im gestrigen ersten Teil ihres Drittliga-Checks einsortiert hatte, kann der Trainer des TV Korschenbroich gut leben. "Das trifft es ziemlich genau", sagt der Däne, der in sein fünftes Jahr auf der Bank des Drittligisten geht.

Platz sieben (2012/13), vier (2013/14), sechs (2014/15) und fünf (2015/16) lautet seine Bilanz - keine schlechte Ausbeute für den 47-Jährigen, vor allem angesichts der im Vergleich zu vielen Konkurrenten eher bescheidenen Mitteln, mit denen rund um die Waldsporthalle solide gewirtschaftet wird.

Da sind spektakuläre Aktionen auf dem Transfermarkt nicht drin. "Das passt auch nicht zu unserer Philosophie", sagt Rogawska, "wir wollen auch künftig junge Spieler weiterentwickeln." Das wird bei den Neuzugängen sichtbar: Torhüter Max Jäger, der von Zweitliga-Absteiger TSV Bayer Dormagen kam, ist mit 26 Jahren der "Senior" des Quartetts und der Viertälteste überhaupt im Kader, in dem außer Routinier Mathias Deppisch (37) keiner älter als 27 Jahre ist.

Was vielleicht als eine Erklärung für die "Wundertüte" gelten kann. "Wir waren in den vergangenen Spielzeiten immer für Überraschungen gut, sowohl positive wie negative", sagt der Trainer, "wir haben Spitzenteams geschlagen und gegen vermeintliche Abstiegskandidaten verloren." In der neuen Spielzeit, die am Freitag (20.30 Uhr, Enervie-Arena) mit dem Gastspiel beim "Top-Favoriten Nummer eins" (Rogawska) Eintracht Hagen beginnt, wünscht er sich deshalb ein wenig mehr Beständigkeit: "Ich hoffe, wir sind stabiler geworden. Die Jungs haben in der vergangenen Saison einen Schritt nach vorne gemacht." Und weil der Kader weitgehend zusammengeblieben ist, sollte auch die sonst obligatorische Einspielphase wegfallen, auch wenn Rogawska sagt: "Ich wünschte, ich hätte noch eine bis anderthalb Wochen mehr Vorbereitungszeit." - Der TV Korschenbroich im Drittliga-Check: Das hat sich getan Der Kader ist weitgehend zusammengeblieben. Das Torhüterduo Paul Keutmann und Benedikt Köss wurde durch Max Jäger und Felix Krüger ersetzt, der in der Vorbereitung wegen einer Leistenverletzung längere Zeit pausierte. "Für ihn schade, für Max Jäger gut", sagt Rogawska. Denn der 26-Jährige musste so in den Tests meist 60 Minuten durchspielen "und hat richtig stark gehalten", sagt der Trainer, der zwischen den Pfosten "ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr" sieht. Die Abgänge von Tom Wolf und Max Zidorn seien zu verkraften: "Tom ist ein toller und intelligenter Spieler. Nur leider ist er durch seine ständigen Verletzungen nie in einen richtigen Spielrhythmus gekommen", sagt Rogawska. Als "echter" Neuzugang auf dem Feld ist nur der aus der Dormagener Reserve gekommene Jan Jagieniak dabei. "Er hat Perspektive als Multifunktionsspieler im Rückraum und am Kreis, aber er braucht noch Zeit", urteilt Rogawska über den 19-Jährigen, "in der Abwehr hilft er uns schon weiter." Da in der Vorsaison lange verletzt, haben Markus Neukirchen und Henrik Schiffmann den Status von "halben Neuzugängen". Während Neukirchen "eine riesen Vorbereitung" gespielt habe und aus dem linken Rückraum für die "einfachen Tore sorgt, die uns bisher gefehlt haben", ist Schiffmann nach seinem Kreuzbandriss "noch lange nicht so weit, wie wir gedacht und gehofft hatten", sagt Rogawska. Das Ziel Trainer und Mannschaft haben sich in der vergangenen Woche zusammen gesetzt und das Saisonziel besprochen. Abstrakt heißt es "spielerische Weiterentwicklung", konkret Platz sieben. Auf den ersten Blick ein Rückschritt, "aber die Liga war seit ihrer Gründung vor vier Jahren noch nie so stark", stellt der TVK-Trainer unwidersprochen fest. Hinter Auftaktgegner Hagen erwartet er den Neusser HV "ganz vorne, aber auch Leichlingen und Krefeld darfst du nie vergessen." Bayer Dormagen könne da eventuell mithalten, "und dann gibt es immer eine Mannschaft, mit der niemand rechnet", sagt Rogawska. Die könnte TV Korschenbroich heißen: "Wenn wir die Chance haben, weiter vorne zu landen, wollen wir sie auch nutzen." Die Prognose "Dank" des hammerharten Auftaktprogramms - in Hagen, gegen Neuss, in Longerich, gegen Leichlingen - droht ein klassischer Fehlstart. Davon sollte sich niemand beeindrucken lassen - der TVK besitzt das Potenzial, das Feld hinter den vier, fünf Aufstiegsfavoriten anzuführen, falls er von größeren und langwierigen Verletzungen verschont bleibt. Wenn nicht, droht angesichts des überschaubaren Kaders eine harte Saison.

Quelle: NGZ
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