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Lokalsport
Rogawska trifft die richtige Entscheidung

Korschenbroich. Dank der mutigen und ungewöhnlichen Taktik seines Trainers setzt sich der TV Korschenbroich gegen HSG Varel durch. Von Christos Pasvantis

Dass die HSG Varel-Friesland nur mit Kraft, Ausdauer und Selbstvertrauen zu schlagen ist, war Ronny Rogawska schon vorher klar. Entscheidend war beim 28:22-Sieg (14:12) seines TV Korschenbroich aber ein ungewöhnlicher Schachzug des Trainers. Er ließ Varels Topschützen Malvin Patzack über die gesamte Spieldauer und zusätzlich über weite Strecken auch Marek Mikeci in Manndeckung nehmen. Weil die Gäste dagegen kein Mittel fanden, gewann der TVK den zermürbenden Kampf vor 581 Zuschauern in der Waldsporthalle zwar etwas zu hoch, aber zu Recht.

Die zündende Idee sei dabei eher eine Kurzschlussreaktion gewesen: "In dieser Form haben wir das ja eigentlich noch nie gespielt. 60 Minuten vor dem Spiel hatte ich aber plötzlich diesen Einfall mit der Manndeckung. Ich hatte das Gefühl, dass wir heute einfach ein bisschen Risiko gehen müssen, um zu gewinnen" sagte Rogawska. So bot Korschenbroich den Gästen natürlich Räume an, die diese gegen eine erneut sehr aggressive und aufmerksame Deckung aber kaum nutzen konnten (14 Ballverluste). Bezeichnend, dass Patzack trotz der Einzelbewachung mit sieben Treffern der torgefährlichste Mann der Friesen war. "Korschenbroich hat unsere dummen Fehler sofort ausgenutzt und deshalb verdient gewonnen", lautete das knappe Fazit von Coach Andrzej Staszewski.

In die Karten spielte dem TVK nach einem frühen 2:5-Rückstand (9.) aber auch die Tatsache, dass die Gäste, berüchtigt für ihre ruppige Herangehensweise, insgesamt zwölf Minuten in Unterzahl spielen mussten und aus dieser Zeit ein Defizit von 1:8 Toren mitnahmen. "Diese Spielweise gehört bei Varel einfach dazu. Ob es die ganzen Zeitstrafen auch bei einem Auswärtsspiel gäbe, weiß ich aber nicht", sagte TVK-Manager Kai Faltin, dessen Team mit nur vier Strafminuten auskam. Varel blieb aber bis in die Schlussphase ein extrem unangenehmer Gegner. Der entscheidende Spielzug gelang erst in der 54. Minute, als Michel Mantsch beim Stand von 23:21 unter höchstem Körpereinsatz einen Ballgewinn erzwang und Max Zimmermann sofort mit einem 30-Meter-Pass bediente, den der zur Drei-Tore-Führung verwertete. "Für solche Aktionen spielen wir Handball, da hat die Halle gekocht", staunte Rogawska. Der konnte sich neben Mantsch (8 Tore) auch auf Neuzugang Dennis Backhaus verlassen, der am Kreis mit sieben Toren sein bislang bestes Spiel zeigte. Ein Sonderlob hatte er zudem für Torwart Benedikt Köß übrig, den der Coach schon in der 14. Minute für Paul Keutmann brachte: "Ben hat für uns heute die zwei Punkte in der Halle gehalten." 14 Paraden standen für den Schlussmann in einer Dreiviertelstunde Spielzeit zu Buche.

Wieder mit an Bord waren Markus Neukirchen und Tom Wolf, der nach zahlreichen Verletzungsrückschlägen eine ordentliche Rückkehr feierte. "Ich war heute Morgen schon sehr nervös und bin jetzt einfach nur froh, wieder dabei zu sein", sagte der 21-jährige. Im Hinblick auf das Derby am Freitag beim Neusser HV gab sich Kai Faltin kämpferisch: "Neuss steht natürlich unter Druck. Wir haben aber einen guten Trainer. Und wenn wir uns an seine Konzepte und Vorgaben halten, haben wir Erfolg."

Quelle: NGZ
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