| 00.00 Uhr

Lokalsport
Ruderer zeigen, wie es richtig gemacht wird

Lokalsport: Ruderer zeigen, wie es richtig gemacht wird
Die Gesichter zur Sportlerwahl: (v.l.) Frank Kirschstein, stellvertretender Redaktionsleiter der NGZ, Maximilian Schoth, Janina Derks, Volker Koch, Angela Krings, Benedict Antony, Ulli Schmidt und Peter Soliman. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Neusser RV drückt der 38. NGZ-Sportlerwahl des Jahres seinen Stempel auf. Fast 40 Prozent aller Stimmen entfallen auf das NRV-Duo. Von Dirk Sitterle

Als ehemaliger Edelknabenkönig weiß Maximilian Schoth sehr genau, was sich gehört. Und darum tauschte der 16 Jahre alte Ruderer des Neusser RV nach dem gegen seine Vereinskollegen Benedict Antony und Paul Niehues gewonnenen Rennen auf dem Ruder-Ergometer die Trainingskluft flugs gegen Anzug und Krawatte, um adrett gekleidet auf die Bühne zurückzukehren. Schließlich gab es für ihn gemeinsam mit den gut 200 Zuschauern, die der Einladung der Neuß-Grevenbroicher Zeitung und der Partner für Sport und Bildung (PSB) in die Aula der Internationalen Schule (ISR) gefolgt waren, einen guten Grund zu feiern.

Mit geradezu traumhaften 39,67 Prozent aller abgegebenen Stimmen holte sich das 1,95 Meter große Nachwuchstalent den Sieg bei der NGZ-Sportlerwahl des Jahres 2015. Dass der Schüler des Norbert-Gymnasium in Knechtsteden die verdiente Ehrung ohne seinen Partner Tom Hüter (auf Klassenfahrt), mit dem er bei den Deutschen Sprintmeisterschaften im Doppelzweier der Junioren B auf den dritten Rang gefahren war, zu bestreiten hatte, steckte er gelassen weg. Die eigentliche Arbeit hatten die beiden ja schon vorher gemacht, denn die Leserwahl waren sie genauso ambitioniert und diszipliniert angegangen wie ihren ungemein trainingsintensiven Sport. "Natürlich haben wir viel dafür gemacht, haben alle Netzwerke genutzt", verriet Schoth und lieferte damit die Blaupause für alle zukünftigen Gewinner, fand NGZ-Sportchef und Moderator Volker Koch: "So wird das gemacht!" Seinen Jungs traut NRV-Trainer Christian Stoffels auf jeden Fall zu, sich im harten Wettstreit auf nationaler Ebene einen Platz im legendären Deutschland-Achter zu sichern, "um in vier oder acht Jahren an den Olympischen Spielen teilzunehmen." Schoth weiß, was das bedeutet: "Während der Saison keine Party, kein Alkohol." Zum Glück, fügte er grinsend an, "liegt das Schützenfest außerhalb der Saison."

Wettrennen auf dem Ruder-Ergometer: (v.l.) Benedict Antony, Maximilian Schoth und Paul Niehues vom Neusser Ruderverein - mit Schoth als Sieger. FOTO: Woitschützke, Andreas (woi)

Im Team des RSV Neuss-Grimlinghausen schon seit Jahren zur Weltklasse gehört die Zweitplatzierte Janina Derks, doch weil Voltigieren nicht olympisch ist, ist der Abonnement-Weltmeister vom Nixhof auch in Rio nur Zuschauer. Die Physiotherapeutin macht trotzdem weiter, wechselt aber zur Einzelkonkurrenz und nimmt dabei klaglos in Kauf, "dass es in unserem Sport eigentlich so gut wie nichts zu verdienen gibt." Ein Problem, das Basketballerin Angela Krings, die mit ihrer Teamkollegin Ulli Schmidt den Titel bei der Ü55-Weltmeisterschaft eingeheimst hat, als Abteilungsleiterin der TG Neuss nun zu gut kennt. Die Tigers spielen als Zweitliga-Vizemeister aktuell um den Aufstieg ins Oberhaus. In dieser Saison dürfte der finanziell deutlich besser aufgestellte TK Hannover indes noch eine Nummer zu groß sein, doch, "obwohl Geld natürlich immer eine Rolle spielt", würde Angela Krings den Aufwärtstrend gerne fortsetzen: "Natürlich ist es unser Ziel, diesen Erfolg noch zu toppen."

Und genau da kommen die Partner für Sport und Bildung ins Spiel. Christoph Buchbender, der den Zusammenschluss von Vertretern aus Wirtschaft, Bildungswesen, Politik, Verwaltung und Sport als Präsident vertritt, erklärt: "Mit rund 750.000 Euro an Geld-, Sach- und Dienstleistungen sind die PSB inzwischen der größte Sportsponsor im Rhein-Kreis. Diese Leistungen würden wir gerne auf 1.000.000 Euro im Jahr ausbauen." Und er betont: "Aus dem Stadtsäckel kommt dabei nix." Wie die Verbindung zwischen Sport auf höchstem Niveau und schulischer Ausbildung im Idealfall funktioniert, zeigt die Internationale Schule am Rhein, die schon jetzt erklärt hat, dass sie die Abschlussveranstaltung der NGZ-Sportlerwahl auch im nächsten Jahr wieder beherbergen möchte - dann zum bereits dritten Mal in Folge. So wird die Virtuosität von ISR-Schüler David Li am Klavier nur von dessen Handicap auf dem Golfplatz (+0,4) übertroffen. Nach dem Schulabschluss mit einem Golf-Stipendium in die USA zu gehen, ist für ihn deshalb ein durchaus realistisches Zukunftsszenario. Cecimo Zahn kosten die Segel-Wettkämpfe in ganz Europa gut 150 Schultage. Den Anschluss verliert er trotzdem nie, "denn ich werde hier optimal unterstützt."

Quelle: NGZ
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Lokalsport: Ruderer zeigen, wie es richtig gemacht wird


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.