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SC Kapellen ist auf alles gefasst

Lokalsport: SC Kapellen ist auf alles gefasst
Kämpferisch: Nach seinem Einsatz für Afghanistan in der WM-Qualifikation ist Kani Taher (l.) wieder zurück im Kader des SC Kapellen. FOTO: Olaf Ostermann
Kapellen. Der Fußball-Oberligist trifft morgen (14 Uhr) im Grotenburg-Stadion auf den KFC Uerdingen. Von Dirk Sitterle

Im August lag der Marktwert von Mohamadou Idrissou bei 3,5 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de). Dass es dem KFC Uerdingen trotzdem gelungen ist, das in der Bundesliga unter anderem für Borussia Mönchengladbach, den SC Freiburg, Hannover 96 und Eintracht Frankfurt als Profi tätige "Enfant terrible" unter Vertrag zu nehmen, macht deutlich: Der (als Bayer 05 Uerdingen) DFB-Pokalsieger von 1985 und der SC Kapellen mögen zwar morgen Nachmittag im Grotenburg-Stadion (Anstoß schon um 14 Uhr) als Mitglieder der Fußball-Oberliga Niederrhein aufeinandertreffen - in einer Liga spielen die beiden Vereine indes nicht.

Obwohl der SCK in den direkten Meisterschaftsduellen seit 2009 gar keine schlechte Figur macht - zwei Siege, drei Unentschieden und drei Niederlagen -, empfinden das die im Sommer nach langem Hickhack mal wieder aus der Regionalliga abgestiegenen Krefelder genauso. Bereits vor drei Jahren hatte KFC-Präsident "Lakis" Kourkoudialos arrogant bemerkt: "Es geht bei mir um die Motivation. Und Spiele gegen Hönnepel-Niedermörmter oder Kapellen-Erft motivieren mich nicht mehr. Ich will die Derbys gegen Essen, Wuppertal und Köln vor großen Kulissen sehen. Ich habe wirklich keine Lust mehr nach Kapellen-Erft zu fahren."

Nun. Vor Wochenfrist spielte sein KFC vor 4183 Zuschauern im Stadion am Zoo gegen Wuppertal - und unterlag mit 0:5. In der Tabelle liegt Uerdingen damit nach fünf Spieltagen als Achter nur einen Platz und zwei Punkte vor dem SCK. Höchst unbefriedigend, schließlich hatten "Lakis" und sein "Vize" Mikhail Ponomarev vor der Saison unmisstverständlich klargemacht, was der KFC in den nächsten beiden Jahren vorhat. "Für einen Klub wie den KFC ist die Oberliga nicht attraktiv genug. Zwei Aufstiege werden nicht einfach, gerade mit dem derzeitigen Regionalligamodell. Jetzt wollen wir erstmal den ersten Schritt in die Regionalliga schaffen und dann später die Aufstiegsrunde zur dritten Liga erreichen", sagte Ponomarev. Und "Lakis" ergänzte: "Wir wollen eine Mannschaft zusammenstellen, mit der ohne große Veränderung zweimal in Folge aufgestiegen werden kann."

Trotz prominenter Einkäufe - neben Idrissou kamen auch der zweitligaerfahrene Timo Achenbach (SV Sandhausen) und der bärenstarke Japaner Takehiro Kubo (TSV Meerbusch) -, die Konkurrenz nimmt der Liga-Krösus schon ernst. Er ließ den SC Kapellen am vergangenen Sonntag beim 1:1-Unentschieden gegen den 1. FC Mönchengladbach intensiv beobachten. "Das ist ein eingespieltes Team, welches seit Jahren zusammen ist und sich gut entwickelt hat", weiß Trainer Michael Boris jetzt. Besonders warnt er seine Jungs vor dem mit bislang fünf Treffern erfolgreichsten Oberliga-Torschützen Benni Schütz: "Er hat die Hälfte aller Treffer bei Kapellen erzielt und ist somit sehr gefährlich für uns."

Obgleich die Verwertung der herausgespielten Torchancen bislang keineswegs optimal war, ist eine andere Baustelle ins Visier von SCK- Coach Frank Mitschkowski gerückt: In Tim Rubink, der am Dienstag an der Leiste operiert wurde, und dem beruflich für zwei Wochen im Ausland weilenden Dalibor Cvetkovic fallen gleich beide gegen Gladbach eingesetzten Innenverteidiger aus. Darum rückt von der "Sechs" wohl wieder Frederik Leufgen ins Abwehrzentrum, Marcel Koch gibt seinen Posten auf der rechten Außenbahn auf, um sich in der Mitte um Idrissou, dem in bislang vier Einsätzen für Uerdingen zwei Treffer gelungen sind, zu kümmern. "Ein schönes Duell für ihn", ist Mitschkowski überzeugt. Eine Einschätzung, die freilich für seine gesamte Mannschaft gelte, fügt er an: "Jeder freut sich auf dieses Event. Uerdingen spielt mit Wut im Bauch, darauf sind wir gefasst."

Wegen seiner Rotsperre noch nicht zur Verfügung steht Ex-Bayer Lennart Ingmann. Er ist erst ab dem 14. September spielberechtigt.

Quelle: NGZ
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