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Lokalsport
SC Kapellen ist nicht abgezockt genug

Kapellen. Obwohl der Fußball-Oberligist oft die dominierende Mannschaft war, hat er nach sechs Spielen erst sechs Punkte auf sein Konto gepackt. Viel effektiver ist der Neuling SpVg Schonnebeck, der mit zwölf Zählern den zweiten Rang belegt. Von Dirk Sitterle

Zehn Tore: Für den ungeschlagenen Neuling SpVg Schonnebeck genug, um sich in der Fußball-Oberliga nach sechs Spieltagen mit zwölf Punkten auf Platz zwei einzunisten. Zehn Tore: Eine Ausbeute, die dem SC Kapellen auf Rang 13 gerade mal sechs Zähler eingebracht hat. Der letztlich entscheidende Unterschied zwischen den Kontrahenten, die morgen im Erftstadion aufeinandertreffen: Während Schonnebeck die Liga mit erst drei Gegentreffern anführt, hat Kapellen schon 13 Tore zugelassen - schlechter sind auf den Abstiegsplätzen nur Hilden und Oberhausen II (je 18).

SCK-Trainer Frank Mitschkowski ist jedoch weit davon entfernt, den Sündenbock nur in den Reihen seiner Verteidigungsminister zu suchen. Er betrachtet die Defensivarbeit nämlich als Gemeinschaftsprojekt, räumt aber ein: "Auf dem Weg, eine kompakte Einheit hinzukriegen, sind wir momentan noch nicht im Soll." Entschuldigend führt er allerdings die personelle Situation an: "Wir müssen gerade im hinteren Bereich immer wieder rotieren, Automatismen können sich so natürlich nur ganz schwer einstellen." Beim 0:3 in Uerdingen waren die beiden Sechser Robert Wilschrey und Frederik Leufgen in die Viererkette gerückt, Marcel Koch rutschte von der rechten Außenbahn ins Zentrum. Die einzige Konstante ist zurzeit Marcel Lüft auf der linken Abwehrseite. Da Tim Rubink (Leisten-OP) und Dalibor Cvetkovic (beruflich unterwegs) weiter ausfallen, könnte dieses Quartett auch morgen zum Einsatz kommen. Vorausgesetzt der unter der Woche krank flachliegende Marcel Koch meldet sich bis dahin zurück. Eine stabile Defensive ist für der Coach unerlässlich, denn die Fähigkeit, Spiele zu null zu gestalten, sei die Basis für mehr.

Trotz der zehn erzielten Tore (davon die Hälfte durch Benny Schütz), Verbesserungspotenzial sieht der Trainer auch in der Offensive. "Da sind wir von der Breite und der Qualität sehr gut aufgestellt, kreieren auch jede Menge Chancen, müssen uns für diesen Aufwand aber häufiger belohnen." Es mangelt einfach an der Effektivität - das haben die Partien gegen Hilden (1:3), Düsseldorf-West (2:2), den 1. FC Mönchengladbach (1:1), ja selbst gegen TuRU Düsseldorf (4:4) gezeigt. Gut sechs Punkte sind dem SCK auf diese Weise schon durch die Lappen gegangen. Mitschkowski ist von der Klasse seiner Schützlinge indes voll überzeugt. "Darum bleibe ich immer noch entspannt und bin chronisch zuversichtlich für die Zukunft."

Anschauungsunterricht könnten die Erftstädter morgen bei der SpVg Schonnebeck nehmen, die sich auf dem besten Weg befindet, nach den Regionalligisten RWE und FC Kray zur dritten Fußballkraft in Essen zu werden. "Deren Defensive ist brutal stark", stellt Mitschkowski fest. So ganz überraschend kommt für ihn der Höhenflug der Mannschaft indes nicht. "Die haben sich gestandene Jungs geholt und damit enorm verstärkt. Das ist kein typischer Aufsteiger wie etwa der 1. FC Mönchengladbach, der vorwiegend auf junge Spieler setzen muss."

Gleich zehn Zugänge durfte Trainer Dirk Tönnies seit dem Aufstieg in seinen Kader einbauen, darunter regional- und oberligaerfahrene Kicker wie Georgios Ketsatis (Kray), Berkay Öz (Ratingen), Kai von der Gathen, André Bley (beide TSV Marl-Hüls), Kevin Barra (SV Hönnepel/Niedermörmter) und Soufian Rami (TV Jahn Hiesfeld).

Quelle: NGZ
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