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Lokalsport
SC Kapellen macht kurzen Prozess

Kapellen. Der Fußball-Oberligist siegt beim Neuling TV Kalkum-Wittlaer in aller Deutlichkeit mit 5:1 und zeigt dem Aufsteiger dabei die Grenzen auf. Die Entscheidung fällt nach einem berechtigten Platzverweis schon früh in der zweiten Hälfte. Von Christos Pasvantis

Die Aufstiegseuphorie beim TV Kalkum-Wittlaer dürfte dank des SC Kapellen spätestens seit gestern verflogen sein. Der in dieser Höhe verdiente 5:1-Erfolg (Halbzeit 1:0) war der erste Dreier in der Fremde, war gegen einen ganz schwachen Gastgeber allerdings auch nicht mehr als ein Pflichtsieg.

Der TV beschränkte sich wie erwartet darauf, den eigenen Strafraum zu sichern und war gegen ein gutes Kapellener Mittelfeldpressing nicht in der Lage, in Ballbesitz zu bleiben. So war die einzige richtige Chance Kalkums nach 41 Minuten, als Christian Schuh und Merveil Tekadiomona den Ball nicht entscheidend trafen, auch eher ein Zufallsprodukt. "Hier haben sich schon einige Mannschaften schwergetan. Deswegen bin ich froh, dass wir das so souverän runtergespielt haben", sagte SCK-Trainer Frank Mitschkowski, der sich gegen den zuletzt starken Lennart Ingmann und für ein 4-4-2 mit zwei Spitzen entschied und damit goldrichtig lag. So sorgten Kani Taher und der wieder ins Mittelfeld vorgezogene Frederik Leufgen in Verbindung mit den emsig arbeitenden Spitzen Andrej Hildenberg und George Madatsidis dafür, dass die Angriffe der Gastgeber in der Regel schon an der Mittellinie beendet waren. "Ich wollte im Mittelfeld Zweikampfstärke, gegen Kalkum ist es vor allem wichtig, die zweiten Bälle zu gewinnen", erklärte der Trainer.

In Ballbesitz gab es für den SCK eigentlich nur eine Richtung: Keisuke Ota wurde auf der linken Außenbahn aus allen Lagen gesucht und machte mit seinen Gegenspielern, was er wollte. Das 1:0 in der 32. Minute hatte also Symbolcharakter, als Leufgen Ota nach einem Ballgewinn bediente und der Japaner per Lupfer vollstreckte. TV-Coach Bernd Westerhüs reagierte schon vor der Pause und tauschte den hoffnungslos unterlegenen Rechtsverteidiger Maurice Ryboth gegen Kou Watanabe aus. Eine Taktik, die Mitschkowski in Zukunft noch öfter wählen dürfte: "Ich bin der Meinung, dass wir mit unserer Schnelligkeit auf den Außen sehr vielen Gegnern gefährlich werden können."

Entschieden war die Partie spätestens zehn Minuten nach der Pause: Erst setzte Robert Wilschrey einen Freistoß aus 30 Metern genau ins Eck, dann sah Kalkums Patrick Schmitz nach einem harten Foul gegen Hildenberg im Strafraum zu Recht die Rote Karte. Madatsidis vollstreckte vom Elfmeterpunkt. Gegen zehn Mann hatte der SCK keine Mühe mehr und hätte durchaus noch öfter treffen können, wäre er bei seinen zahlreichen Kontern nicht so verspielt zu Werke gegangen. Erneut Wilschrey aus identischer Position - dieses Mal vernaschte er Torwart Felix Kersten mit einem Schuss in die Torwartecke böse - und der abstaubende Ede Ungefug erhöhten, Tekadiomona traf für Kalkum in der Schlussminute zum Endstand. "Aufgrund der zweiten Hälfte geht das Ergebnis in der Höhe auch in Ordnung", urteilte Mitschkowski.

Nach zwölf Spieltagen befindet sich der SCK damit in einer komfortablen Situation. Die Mannschaft spielt gut, klettert auf Rang acht und könnte in den nächsten Wochen noch einige Plätze gut machen. "Man darf gar nicht rumspinnen und daran denken, was alles möglich wäre", sagte der sichtlich zufriedene Coach, der damit auf die zahlreichen liegen gelassenen Punkte der vergangenen Wochen anspielt: "Aufwand und Ertrag stehen bei uns leider in keinem guten Verhältnis. Wenn wir so spielen wie heute, sind wir aber auf einem sehr guten Weg. Ich bin mit der Gesamtsituation aktuell sehr zufrieden."

Quelle: NGZ
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