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SC Kapellen schielt noch auf Rang drei

Lokalsport: SC Kapellen schielt noch auf Rang drei
Vor dem Absprung? Der Japaner Keisuke Ota ist einer von drei Spielern, deren Verbleib beim SC Kapellen noch nicht geklärt ist. FOTO: Lothar Berns
Kapellen. Nachdem der Klassenverbleib des Oberligisten gesichert ist, erwartet Kapellen nun die um das Überleben kämpfende Duisburger Reserve. Von Christos Pasvantis

Es ist eine merkwürdige Saison, diese Oberligaspielzeit 2015/16. Meister Wuppertaler SV und Absteiger TV Kalkum-Wittlaer ausgeklammert, kann - und das ist in diesem Fall keine Floskel - scheinbar wirklich jeder jeden schlagen. Das spiegelt sich auch beim SC Kapellen wider, der in diesem unglaublich breiten Tabellenmittelfeld eine Achterbahnfahrt mitmacht. Vor dem Heimspiel gegen den MSV Duisburg II am Sonntag (15 Uhr, Erftstadion) soll der Blick aber nach oben gerichtet werden.

"Wir wollen unter die ersten Fünf", stellt Trainer Wolfgang Brück klar, "und wenn wir die letzten drei Spiele gewinnen, schaffen wir das auch". Nur drei Zähler trennen den Tabellensiebten vom TV Jahn Hiesfeld auf Rang drei, die beste Platzierung der Vereinsgeschichte (Rang vier 2012/13 unter Markus Anfang) ist also greifbar. "Damit würden wir unsere gute Saison krönen", glaubt Brück, der den Aufwärtstrend des 1:0-Erfolgs in Bocholt bestätigen will: "Da haben wir sehr, sehr gut gespielt und auch spielerisch überzeugt." Im Hinblick auf die kommende Saison steht hinter dem Spielerischen allerdings ein dickes Fragezeichen. Scheinbar könnten in Lennart Ingmann, Keisuke Ota und George Madatsidis gleich drei der wichtigsten Offensivspieler den Verein verlassen. "Die Verhandlungen laufen und noch ist nichts entschieden. Das wäre aber natürlich ein schwerer Schlag", findet Brück.

Ingmann hat bereits ein Probetraining beim VfB Oldenburg, aktuell Tabellenzweiter der Regionalliga Nord, absolviert. Ota, mit 13 Treffern erfolgreichster Kapellener Torschütze, soll sich Gerüchten zufolge im Kapellener Umfeld nie besonders wohl gefühlt haben. Doch auch in Sachen Neuzugänge sei der Verein und mit dem neuen Cheftrainer Toni Molina aktiv. "Toni und der Vorstand arbeiten momentan intensiv am Kader, da wird es demnächst einiges zu verkünden geben", sagt Brück. Vor dem Saisonendspurt gibt er zu, dass die Luft nach dem feststehenden Klassenverbleib und der Pfingstpause ein wenig raus war: "Wenn der Druck weg ist, lässt automatisch auch die Spannung nach. Wir haben über Pfingsten einfach mal nichts gemacht, in den letzten Tagen aber im Training dann wieder angezogen. Wir wollen gegen Duisburg auf keinen Fall den Eindruck erwecken, Wettbewerbsverzerrung zu betreiben."

Für die Gäste aus Duisburg, die beim 1:1 gegen Wuppertal nur drei Minuten von einem Überraschungssieg trennten, geht es nämlich im Wortsinn ums Überleben. Zwei Punkte Rückstand auf den VfB Hilden und das rettende Ufer haben die Jung-Zebras aktuell - und ein Abstieg könnte fatale Folgen für die U23 haben, deren sportliche Zukunft nach wie vor in den Sternen steht. "Wir diskutieren und wägen alles intensiv ab. Eine solche Entscheidung ist unendlich schwierig", sagte der Vereinsvorsitzende Ingo Wald jüngst auf der Mitgliederversammlung des MSV über einen möglichen Rückzug der Reserve vom Spielbetrieb.

Ein Abstieg in die Landesliga würde die Aussichten auf eine Fortführung der Zweitvertretung zweifellos nicht verbessern. Bei den letzten drei lösbaren Aufgaben beim SCK, gegen den VfR Fischeln und beim Schlusslicht Kalkum stehen die Duisburger um die Ex-Kapellener Manos Ioannidis und Dustin Orlean also gewaltig unter Druck.

Quelle: NGZ
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