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SC Kapellen verzweifelt an Platen

Lokalsport: SC Kapellen verzweifelt an Platen
Brachte die Gäste mit seinen Paraden zur Verzweiflung: Der vom SC Kapellen zum TSV Meerbusch gewechselte Torhüter David Platen. FOTO: L. Berns
Bösinghoven. Im Kreisduell der Fußball-Oberliga trennen sich TSV Meerbusch und der SC Kapellen mit 1:1. Von Patrick Radtke

Es läuft die 80. Spielminute. Christopher Möllering, eigentlich Keeper des Fußball-Oberligisten SC Kapellen, wird aufgrund von Personalmangel in den Sturm eingewechselt und schickt sich direkt an, auf den Spuren von Jens Lehmann zu wandeln. Vor dem Strafraum freigespielt, dreht er sich um den Gegenspieler und zieht ab. Sein Schuss zischt nur knapp über den Kasten des hervorragend aufgelegten Ex-Kapelleners David Platen im Tor des TSV Meerbusch.

Die Chance auf den Siegtreffer ist vertan, zehn Minuten später ertönt der Schlusspfiff des Unparteiischen und besiegelt das 1:1-Unentschieden. Wenn der etatmäßige Stammtorwart als Feldspieler fungiert, sagt dies viel über die Personallage aus - nichtsdestotrotz lieferte der SC Kapellen im Auswärtsspiel beim TSV Meerbusch eine gute Leistung ab und hätte drei Zähler absolut verdient gehabt. Schon in den Anfangsminuten, hätte es im Tor der Meerbuscher klingeln müssen, als sich Platen an der Außenlinie auf Abwege begab und sein Befreiungsschlag bei Jan Bresser landete. Dessen Schuss auf das verwaiste Tor wurde gerade noch abgelenkt, auch Keisuke Otas Nachschuss fand nicht den Weg zum Erfolg.

Der SCK blieb spielbestimmend und überzeugte vor allem durch Giftigkeit. Hinten standen Robert Wilschrey und Co. sicher, vorne eroberten die Teamkameraden immer wieder das Spielgerät, doch sowohl Bresser als stark aufspielender Ballverarbeiter im Sturmzentrum als auch der sehr aktive Lennart Ingmann scheiterten aus aussichtsreichen Positionen. Dass die Pfeife von Schiedsrichter Dalibor Guzijan bei einer kniffligen Situation gegen den sonst abgemeldeten Ota stumm blieb, tat ihr Übriges zum torlosen Remis zur Pause.

Die Meerbuscher befreiten sich nur äußerst selten vom Druck des SCK. Die beste Chance hatte noch Abwehrhüne Stefan Galster, bei dem es ein Ding der Unmöglichkeit scheint, ihn bei hohen Bällen zu verteidigen. Im zweiten Spielabschnitt ging es dann ganz schnell: Ein Rückpass von Jan Staschik misslang komplett, so dass sich Bresser frei vor dem Tor die rechte untere Ecke aussuchte und die Führung erzielte.

Der Jubel bei der SCK-Anhängerschaft war groß, sollte sich jedoch schnell in teils sehr unflätige Empörung umwandeln. Zunächst kam erneut Ota im Strafraum zu Fall, wieder gab es keinen Strafstoß. Danach stieg Kevin Dauser nach einer Ecke am höchsten und köpfte zum schmeichelhaften Ausgleich für die Gastgeber ein. Der SCK legte wieder ein Gang zu, vor allem Ingmann wollte sich mit dem Punkt nicht zufrieden geben. "Lennart ist ein überragender Fußballer", sagte Kapellens Coach Thomas Brück nach der Partie. So zeigte der in der Jugend des FC Bayern München ausgebildete Spieler einige starke Aktionen, leistete sich jedoch auch eine klare Schwalbe im Strafraum.

Neben Möllering bot sich zweifelsfrei Ömer Okyar die größte Chance. Dieser lieferte sich in einer Situation ein regelrechtes Privatduell mit David Platen und scheiterte gleich drei Mal hintereinander am Schlussmann des TSV. Doch zum Sieg sollte es nicht mehr reichen.

"Wir waren spielerisch klar besser und hatten deutlich mehr Chancen. Schade, dass wir nicht gewonnen haben, aber mit der Leistung sind wir zufrieden. Vor der Partie war klar, dass es um nichts mehr geht. Aber es wäre schon schade, wenn wir unseren einstelligen Tabellenplatz nicht halten würden", so Brück.

Quelle: NGZ
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