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Schlussphase entscheidet für den NHV

Lokalsport: Schlussphase entscheidet für den NHV
Hatten in der Schlussphase das Nachsehen: Der Ex-Dormagener Maciej Dmytruszynski, Trainer Dragan Markovic (r.) und die SG Schalksmühle-Halver verloren mit 20:27 beim Neusser HV (hier Thomas Bahn und Bennet Johnen (v.r.). FOTO: -woi
Neuss. "Arbeitssieg" über die SG Schalksmühle-Halver verschafft dem Neusser Handball-Drittligisten ein gehöriges Polster auf die Abstiegszone. Den Grundstein legt der NHV in der Deckung - und daran will Trainer Klatt noch weiter arbeiten. Von Christos Pasvantis

Wenn der Neusser HV in den vergangenen Wochen jemals in einer Art Abstiegskampf gesteckt hat, dann sollten spätestens seit Samstag alle Zweifel ausgeräumt sein. Durch den 27:20-Sieg (12:11) gegen die ihrerseits immer tiefer im Keller steckende SG Schalksmühle-Halver beträgt der Vorsprungauf die Abstiegsränge nun sieben Punkte. Ein Handballfest sahen die 415 Zuschauer in der Hammfeldhalle nicht. Vielleicht war der Sieg aber gerade deswegen so wichtig, weil er eben nicht herausgespielt, sondern erkämpft und erarbeitet war. Der Feststellung, dass der NHV ein solches Spiel in der Hinrunde noch verloren hätte, wollte auch Trainer Ceven Klatt nicht widersprechen.

"Es ist etwas ganz anderes, wenn du mit dem Selbstvertrauen von drei Siegen in ein Spiel gehen kannst. Im Endeffekt ist es alles Kopfsache", sagte der dritte Neusser Übungsleiter der laufenden Saison, der jetzt vier seiner fünf Spiele gewonnen hat. "Letztes Jahr ist fast jedes enge Spiel gegen uns gelaufen. Wichtig war, dass wir bis zum Schluss durchgezogen haben." So entschieden dieses enge Spiel, dessen Endergebnis dem Spielverlauf nicht gerecht wird, vor allem die Kleinigkeiten, die Neuss in der Hinrunde noch einen Haufen Punkte kosteten: Nicht Torwart Mikkel Moldrup, der schon die gesamte Saison gut spielt und auch gegen Schalksmühle in der Schlussphase aufdrehte. Aber die Tatsache, dass Neuss sich auch von einem frühen 4:8-Rückstand (16.) nicht aus der Ruhe bringen ließ. Die Deckung, die bis zum Schluss hellwach blieb. Und die nervenstarke Leistung in den Schlussminuten, als der NHV aus einem 22:20 (52.) ein 27:20 machte.

"Meinen Leistungsträgern hat in den letzten zehn Minuten einfach die Kraft gefehlt", analysierte SG-Trainer Dragan Markovic. Ein Umstand, auf den Gegenüber Klatt seine Taktik ausgerichtet hatte: "Ich wusste, dass es auf diese letzten zehn Minuten ankommt. Ich habe früh viel gewechselt, um am Ende das Tempo hoch halten zu können und in der Deckung vielleicht den entscheidenden Schritt früher am Mann zu sein." Das sollte sich auszahlen, auch weil die Gäste allzu sorglos mit dem Ball umgingen. Schalksmühle machte sich nach einem guten Start vieles selber kaputt, nachdem Neuss den Vier-Tore-Rückstand in nur drei Minuten egalisierte, blieb es bis in die letzten Minuten eng. Überragender Mann war Felix Handsche, der sich in der Balljagd ein ums andere Mal auszeichnen konnte. So verzeichnete alleine der kleine Spielmacher, den Klatt oft auf Linksaußen "parkte", vier Gegenstoßtore plus einen Siebenmeter mit Feldverweis für Gästetorwart Dominik Formella bei einem weiteren Gegenstoß. "Felix hat für uns heute ganz wichtige Tore gemacht und durch seine Schnelligkeit immer wieder Impulse gesetzt", fand der Trainer.

Dass er den Fokus fortan noch stärker auf die Deckung legen will, machte er beim Training unter der Woche deutlich: "Ich glaube, dass die Jungs ein bisschen verwundert waren und auch das eine oder andere Mal auf die Uhr geguckt haben. Wir haben teilweise über zwei Stunden trainiert."

Die Tabelle soll für Klatt im weiteren Saisonverlauf nun keine große Rolle mehr spielen: "Wir wollen da jetzt nicht mehr so oft drauf schauen. Wir wissen genau wie eng alles ist und sind bestimmt nicht so naiv, uns jetzt zurückzulehnen. Wir wollen einfach so viele Siege wie möglich holen. Und das heute war ein ganz wichtiger."

Quelle: NGZ
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