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Ngz-Serie Rio Fest Im Blick
Schomber, Hartung, Szabo dürfen Koffer packen

Ngz-Serie Rio Fest Im Blick: Schomber, Hartung, Szabo dürfen Koffer packen
FOTO: Augusto Bizzi
Neuss. Trio aus dem Rhein-Kreis ist unter den ersten deutschen Athleten, die gestern fest für die Olympischen Spiele in Rio nominiert wurden. Von Volker Koch

Rhein-Kreis Für zwei war es nur noch eine Formsache, der Dritte im Bunde hat jetzt endgültige Planungssicherheit: Zu den 44 Athletinnen und Athleten, die gestern vom Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in einer ersten Runde (von insgesamt drei) für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro nominiert wurden, gehört in Max Hartung, Matyas Szabo (beide TSV Bayer Dormagen) und dem Grevenbroicher Nils Schomber (rad-net Rose Team) ein Trio aus dem Rhein-Kreis Neuss.

Sie können schon einmal anfangen, Koffer und Sporttaschen für die in 65 Tagen beginnenden Sommerspiele in der brasilianischen Metropole zu packen. Alle anderen, darunter auch Ringerin Nina Hemmer (AC Ückerath), die den deutschen Quotenplatz in der Gewichtsklasse bis 53 Kilogramm erkämpfte, müssen sich gedulden: Die zweite Nominierung erfolgt am 28. Juni, die dritte und letzte am 12. Juli.

Insgesamt erwartet Michael Vesper, Vorstandsvorsitzender des DOSB und bei den Spielen Chef de Mission, rund 450 deutsche Sportler in Rio - das wären fast 60 mehr als vor vier Jahren in London. Der Deutsche Fechterbund ist an einer solchen Steigerungsrate nicht beteiligt, im Gegenteil: Der TSV Bayer Dormagen stellt genau fünfzig Prozent des deutschen Aufgebots, denn außer Max Hartung und Matyas Szabo sind nur noch die Florettfechter Carolin Golubytskyi (FC Tauberbischofsheim) und Peter Joppich (CTG Koblenz) dabei. Während Hartung vor vier Jahren in London bereits Siebter wurde, feiert Matyas Szabo seine olympische Premiere, setzt dabei aber eine Familientradition fort: Vater Vilmos nahm drei Mal als Aktiver, ein Mal als Obmann und zwei Mal als Bundestrainer an Olympischen Spielen teil, gewann 1984 in Los Angeles mit Rumänien Team-Bronze. Mutter Reka war als Florettfechterin sogar vier Mal dabei und brachte eine Silber- und eine Bronzemedaille mit nach Hause. "Freu mich über die Nominierung. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange", schreibt Matyas Szabo auf seinem Twitter-Account. Max Hartung geht sogar noch einen Schritt weiter: "Freue mich, Teil der Olympia-Mannschaft in Rio zu sein. Ziel ist Olympia-Gold im Säbelfechten."

Geahnt hatte Nils Schomber seine Nominierung schon länger, seit gestern hat der 22 Jahre alte Grevenbroicher, der seine ersten radsportlichen Erfolge beim VfR Büttgen feierte und jetzt für das Team rad-net Rose fährt, Gewissheit: Gemeinsam mit Kersten Thiele (Göttingen) und Domenic Weinstein (Villingen-Schwenningen) bildet er die Stammformation.

Die Überraschung: Als Vierter gehört Routinier Roger Kluge (Eisenhüttenstadt) zum Aufgebot - der 30-Jährige gehört als Vize-Weltmeister im Omnium zu den Medaillenanwärtern in dieser Vielseitigkeitsdisziplin. Theo Reinhardt (Berlin), in den vergangenen Jahren an der Wiedergeburt des deutschen Bahnvierers mit den WM-Platzierungen vier (2015) und sechs (2016) beteiligt, ist mit einer P-Akkreditierung nur Ersatzmann.

Die letzte Olympiateilnahme eines deutschen Bahnvierers liegt zwölf Jahre zurück: 2004 in Athen belegten Robert Bartko, Guido Fulst, Christian Lademann und Leif Lampater Rang vier in der einstigen Königsdisziplin, die vier Mal Gold brachte - 1972 in München mit den Büttgenern Udo Hempel und Günther Schumacher, der diesen Triumph vier Jahre später in Montreal wiederholte.

Quelle: NGZ
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