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Schwarz-Weiß gibt sich noch nicht auf

Lokalsport: Schwarz-Weiß gibt sich noch nicht auf
Alarm vor dem Neusser Tor: Steven Dühr, Christoph Martial und Kapitän Ivo Otto wehren im Verbund mit Schlussmann Martin Wagner (v.l.) eine vom Kölner Christopher Rühr geschossene Strafecke ab. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Obwohl im Abstiegskampf der Hallenhockey-Bundesliga West für den HTC SW Neuss kaum noch Hoffnung besteht, gibt das Schlusslicht weiter Gas. Sowohl gegen Krefeld (4:16) als auch gegen RW Köln (6:10) lagen die Neusser mit 2:0 vorne. Von Dirk Sitterle

Das Wunder blieb aus. Zwar setzte der HTC SW Neuss gestern Mittag mit dem ordentlichen Heimauftritt beim 6:10 (Halbzeit 3:5) gegen den Tabellenführer RW Köln einen Gegenpol zur deprimierenden 4:16-Schlappe (2:6) am Samstag in Moers als Gast des Crefelder HTC, doch zwei Spiele vor Saisonschluss haben die Schwarz-Weißen kaum noch Chancen auf ein weiteres Jahr in der Hallenhockey-Bundesliga.

Da die Aussichten schon vor dem Wochenende vor allem trübe gewesen waren, hatte ganz oben auf der Agenda gestanden, die Abschiedstour wenigstens mit guten Leistungen zu garnieren. Das gelang gegen Krefeld nur sehr bedingt. Schon kurz nach dem Debakel strich HTC-Teammanager Stephan Busse die Partie aus seiner Erinnerung. "Ich habe alles vergessen", sagte er mit einem gequälten Lächeln. Die eilige Recherche in seinem Kurzzeitgedächtnis führte schließlich doch noch zu einem Fazit: "Zehn Minuten haben wir sehr gut gespielt, 20 Minuten gingen so einigermaßen und 30 Minuten waren eine Katastrophe." In echt sah das so aus: In der fünften Spielminute erzielte Kapitän Ivo Otto den Neusser Führungstreffer, nur knapp 120 Sekunden später erhöhte Sebastian Draguhn per Strafecke sogar auf 2:0. Ein Zwischenstand, den CHTC-Teammanager Sebastian Schwidder allerdings nur mäßig beeindruckte. "In der Anfangsphase hatten wir noch Abstimmungsprobleme", führt er erklärend aus. Das überstrapazierte Abwehrbollwerk der Gäste begann schon vor dem Seitenwechsel Risse zu zeigen. Felix Klein (2), Oskar Deecke, Jan Alex, Florian Pelzner und Felix Wilde schossen den noch am Erreichen der Play-offs interessierten Lokalrivalen daraufhin bis zur 24. Minute mit 6:2 in Front. Für die Leistung im mit 2:10 verlorenen zweiten Abschnitt brachte Busse nur wenig Verständnis auf. "Irgendwann ist bei uns total der Faden gerissen, und zwar schon zu einem Zeitpunkt, wo du definitiv noch nicht müde gewesen sein kannst."

Neben Philipp Weide (4:13/51.) erneut als Torschütze in Erscheinung (3:12/49.) trat Jan Mausberg. Dem 17-Jährigen bescheinigte Busse eine gute Entwicklung. Sein Debüt im Oberhaus gab gegen Krefeld auch der gleichaltrige Vincent Güttler. Beide Eigengewächse stehen für die Zukunft der Mannschaft.

Gegen Köln führte Neuss nach Toren von Sebastian Draguhn (1.) und Ivo Otto (4./Ecke) ebenfalls mit 2:0. Otto traf per Strafecke auch noch mal zum 3:1 (8.), so dass selbst Kölns Coach André Henning anerkennend feststellen musste: "Neuss hat wirklich alles reingeworfen." Auch wenn es für die Gastgeber nach dem 3:5-Rückstand zur Pause nur noch zu den Anschlusstreffern von Sebastian Draguhn (4:6/34., 5:10/53. und 6:10/58.) reichte, sah Busse ein wesentliches Ziel erreicht: "Die Leute sind mit dem Gefühl aus der Halle gegangen, dass da eine Mannschaft auf dem Feld steht. Das ist in unserer Situation das wichtigste." Mit diesem Elan will Schwarz-Weiß nach der Hallen-EM (15. bis 17. Januar in Prag) auch in die restlichen Partien gegen SW Köln (22. Januar) und in Mülheim (24. Januar) gehen. Busse: "Da kann man sich drauf verlassen. Wir wollen zeigen, dass wir uns zu Recht Hoffnungen auf den Klassenerhalt gemacht haben."

Quelle: NGZ
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