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Schwarzer Sonntag für das Landesliga-Trio

Lokalsport: Schwarzer Sonntag für das Landesliga-Trio
Fokussiert: MSV-Kapitän Semih Cakir (l.) versucht den Ball im Zweikampf mit dem Jüchener Manuel Sousa, mit allen Mitteln aus der Gefahrenzone zu befördern. FOTO: Andreas Woitschützke
Rhein-Kreis. Kapellen unterliegt beim Spitzenreiter, VdS-Kicker kassieren fünfte Niederlage in Folge, Jüchen/Garzweiler vergisst das Toreschießen. Von Dirk Sitterle

Bei klirrender Kälte froren die drei Vertreter des Fußballkreises 5 in der Landesliga förmlich ein und gingen komplett leer aus.

TSV Meerbusch - SC Kapellen 2:0 (1:0). Das vom SCK mit 3:2 gewonnene Hinspiel war noch ein Aufreger gewesen, das zweite Duell der beiden Oberliga-Absteiger fesselte dagegen nur selten. Entsprechend nüchtern fiel das Fazit des so wortgewandten SCK-Trainers Oliver Seibert aus: "Ein zähes Spiel, in dem am Ende des Tages die Mannschaft mit der größeren Offensivqualität gewonnen hat." Ridvan Balci brachte den jetzt seit 16 Partien ungeschlagenen Tabellenführer in der 16. Minute nach Vorarbeit von Benjamin Dohmen in Führung. "Das war bis dahin der zweite Schuss aufs Tor", sagte Seibert, der seinem jungen Keeper Miguel Ferreira bei dessen Startelfdebüt eine gute Leistung bescheinigte. Seinen Kollegen fehlte indes der Mut, den Spitzenreiter zu beschäftigen. "Wir waren im Angriff zu harmlos", bemängelte Seibert. In der zweiten Hälfte machte Dohmen nach einer Flanke Balcis mit seinem Kopfball zum 2:0 (74.) alles klar. "Dieser Treffer hat uns so ein bisschen gebrochen", sagte Kapellens Trainer, der die zweite Niederlage ohnehin nicht als Weltuntergang verbuchte. "Am Sonntag im Heimspiel gegen Nettetal geht's weiter."

ASV Mettmann - VdS Nievenheim 3:2 (2:0). Nach Nievenheims fünfter Niederlage in Folge ist der Abstand zur mit Rang 15 beginnenden "Verbotenen Zone" auf drei Zähler zusammengeschmolzen. Kein Wunder also, dass Co-Trainer Thomas Boldt zum Auftritt der Gäste beim neuen Tabellennachbarn nicht allzu viel Aufregendes einfiel. "Wir haben gar nicht schlecht angefangen, hatten dann aber voll den Hänger im Spiel." Die bis gestern ebenfalls nicht vor Selbstbewusstsein strotzenden Hausherren nahmen die Aufbauhilfe dankend an. Klasse fanden sie sicher auch, dass ihnen der Kontrahent nach Carlos Kallochs Führungstor (27.) mit "individuellen Fehlern" (Boldt) weitere Treffer durch Bünyamin Dogan (37.) und Marcin Krzystof Müller (58.) bescherte. Es spricht immerhin für die ungebrochene Moral des VdS, dass er trotzdem mit Macht an der Wende arbeitete: Sascha Pelka stellte mit einem abgefälschten Freistoß den Anschluss her (61.), Kevin Scholz besorgte nach einem Foul am kurz darauf verletzt vom Platz humpelnden Alex Hauptmann im Strafraum per Elfmeter sogar das 2:3 (68.). Zu mehr langte es aber nicht mehr. Boldt: "Wir haben zwar noch mal Druck gemacht, vorne hat uns aber die Durchschlagskraft gefehlt. Und auch Mettmann hatte noch gute Chancen." Insgesamt, bilanzierte er sachlich, gehe das Ergebnis schon in Ordnung: "Mettmann war nicht besser, hat aber im Gegensatz uns zwei ordentliche Hälften hingelegt." Und es droht weiteres Ungemach: Am Sonntag kommt der Tabellendritte SC Velbert an die Südstraße.

VfL Jüchen/Garzweiler - MSV Düsseldorf 0:2 (0:0). Nach einer Miniserie von drei Spielen ohne Niederlage hat es auch die Viktoria mal wieder erwischt. Und das vollkommen zu Recht, stellte Trainer Michele Fasanelli klar: "Wir haben von Anfang an einfach alles vermissen lassen. Das war einfach schlecht." Dabei agierte der Neuling haargenau so, wie er das erwartet hatte: "Die wollten mit uns gar kein Fußball spielen, standen hinten kompakt und haben nur auf Konter gewartet. Einfach, aber sehr effektiv." Trotzdem steuerte das Match auf ein torloses Unentschieden zu, denn nach forschem Beginn ließen die Gastgeber stark nach. Die Begegnung plätscherte bis weit in die zweite Hälfte ergreifend ereignislos dahin. Dann jedoch unterlief Philip Erkes ein folgenschwerer Ballverlust, den der Deutsch-Marokkaner Jaouad Jaha sofort mit dem 1:0 (81.) für die Gäste bestrafte. Danach entblößte der VfL natürlich seine Abwehr - und fing sich den endgültigen Genickschlag: Wiederum Jaouad Jaha schloss in der zweiten Minute der Nachspielzeit einen Konter mit dem 2:0 ab. "Wir dagegen hätten wohl noch drei Tage weiterspielen können, ohne einen Treffer zu erzielen", sagte Fasanelli einigermaßen zerknirscht.

Durch die ärgerliche Nullnummer verpasste es Jüchen, sich womöglich schon entscheidend von der bedrohten Zone abzusetzen. Das passte Fasanelli zwar gar nicht, angesichts eines Neun-Punkte-Polsters auf Platz 15 hielt sich seine Enttäuschung allerdings in Grenzen. "So ist es jetzt halt."

Quelle: NGZ
 
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