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Lokalsport
Schweißtreibendes Date mit den Elephants

Lokalsport: Schweißtreibendes Date mit den Elephants
Auf Händen trugen die Elephants Max Boldt, Marko Boksic, Sharif Watson, Simon Bennett und Timo Hoster (v.l.) Sebastian Corsten nur zu Beginn der Trainingseinheit. Schon kurz darauf ließ Co-Trainer Simon Bennett den 26-Jährigen "zur Strafe" bei zehn Liegestützen schwitzen. Aus der Distanz bewies der ehemalige Kicker des VfR Büttgen ein sicheres Händchen. Auch Max Boldt vermag den erfolgreichen Wurf des "Scharfschützen" nicht zu blocken. FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Die Neuß-Grevenbroicher Zeitung schenkt Sebastian Corsten (26) ein Training mit den Regionalliga-Basketballern aus Grevenbroich. Von Dirk Sitterle

Wer mit Elefanten marschieren will, muss knallhart sein. Diese Erfahrung macht Sebastian Corsten schon nach wenigen Minuten. "Los, runter! Zehn Liegestütze!" Da kennt Simon Bennett, Co-Trainer der NEW' Elephants, kein Pardon: "Da musst Du jetzt durch. Es muss brennen." Aber er hatte es ja so gewollt, suchte im Rahmen der NGZ-Aktion "Wir schenken Ihnen einen Tag" auch die Konfrontation mit den Regionalliga-Basketballern aus Grevenbroich.

"Ein tolles Geschenk", mag Sebastian Corsten in diesem Moment gedacht haben. Doch entschlossen lächelt er in die Schmerzen hinein. Nur keine Schwäche zeigen. Denn schon geht es weiter. "Zwei gegen zwei, Du mit Marko gegen Max und Timo", legt Bennett fest. Okay, das hätte schlechter laufen können für den 26-Jährigen. Marko Boksic, sein Partner im Trainingsspielchen auf einen Korb, ist mit 15,1 Punkten im Schnitt bester Scorer der Elephants, die in dieser Saison um den Aufstieg in die dritthöchste Liga (Pro B) spielen. Der Bosnier mit kroatischem Pass ist ein Siegertyp - er weiß, wie es läuft. "Finish! Finish!" schreit er. Abschluss! Und Corsten schließt ab. Nicht nur einmal. Am Ende ist er mit vier erfolgreichen Würfen am überraschend deutlichen 7:0-Sieg über Max Boldt und Timo Hoster beteiligt.

Dabei kommt er eigentlich vom Fußball, hat mit dem VfR Büttgen auf Kreisebene gekickt. Basketball spielte er nur auf dem Freiplatz. Streetball mit Freunden statt Trainingsdrill im Verein. Höherklassigen Basketball kannte er bislang nur als Zuschauer: NBA, Deutsche Bundesliga, aber auch die Elephants. Gut für die Sportart, aber schlecht für die Form. Als die Waage daheim amtliche 108 Kilogramm auswies, war die Zeit reif für eine radikale Veränderung. Fortan trainierte er eisern im Wald, so lange, bis er sich fit genug für eine besondere Herausforderung fühlte. "Im Oktober bin ich den Hildener Halbmarathon gelaufen - das war mein Ziel." Bei einer Größe von knapp über 1,90 Meter wiegt er jetzt 88 Kilogramm.

Die kommen schon wieder in Aktion. Beim breitbeinigen "Quivern" geht schnelles Trippeln auf der Stelle, gerne auch mit einem um die Oberschenkel gelegten Gummiband, in einen strammen Sprint mit anschließendem Wurfversuch über. Das stärkt Oberschenkel- und Gesäßmuskulatur. Und weil das offensichtlich noch nicht anstrengend genug ist, ordnet Bennett knackige "Sidesteps" an. Natürlich mit Ball, und immer mit Korbabschluss. Das Tückische daran: "Der letzte Wurf muss rein, ansonsten geht es immer weiter", kündigt Bennett an. "Also konzentrier' Dich!" Als auch der dritte Versuch missglückt, die Muskeln brennen, denkt Sebastian Corsten an seinen Job als Industriekaufmann bei der Deutschen Tiernahrung Cremer. Die rund zwölf Kilometer von Holzbüttgen bis zu seinem Arbeitsplatz im Düsseldorfer Hafen legt er im Sommer mit dem Fahrrad zurück.

Das ist Peanuts gegen das hier. Bennett hat schon wieder eine neue Idee: "Den Ball über den Kopf, hinterm Rücken durch die Beine dribbeln", fordert er und bietet diabolisch grinsend an: "Du hast dafür fünf Versuche. Wenn Du's schaffst, kriegst Du von mir 100 Euro." Klappt natürlich nicht. Egal.

Viel besser läuft es beim Wettschießen von jenseits der Drei-Punkte-Linie. Nichts als Netz - und das gleich dreimal hintereinander. Eine Sensation ist das freilich nicht, denn Sebastian Corsten ist quasi vom Fach. Als Jungschützenmeister gehört er dem Vorstand der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Holzbüttgen an. Seit August ist das Mitglied des Jägerzuges "Mösche Vötsche" Träger des Jugendverdienstordens in Bronze. Hier auf dem Basketball-Court in Gustorf interessiert das absolut keinen. "Du stehst zu hoch", kritisiert Bennett. "Geh' mehr in die Knie! Arme hoch! Ausboxen!" Experten wissen längst: Meisterschaften werden in der Verteidigung gewonnen.

Jetzt weiß das auch Sebastian Corsten: "Ich habe heute eine Menge neuer Sachen kennengelernt. Das hat echt Spaß gemacht." Er darf gerne wiederkommen ...

Quelle: NGZ
 
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