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Lokalsport
SCK kämpft gegen Untergangsstimmung an

Kapellen. Kapellen empfängt in der Oberliga Fischeln. Trainer Seibert: "Alle müssten enger zusammenrücken." Von Dirk Sitterle

Irgendwie ist die Situation schon kurios: Obwohl die Fußballer des SC Kapellen als 14. der Oberliga-Tabelle ihr Schicksal nach wie vor selbst bestimmen können, herrscht im und rund ums im Umbau befindlichen Erftstadion Untergangsstimmung. Und das sieht Trainer Oliver Seibert, der mit seinen Schützlingen heute Abend (Anstoß 19.30 Uhr) im Sandwich-Match der englischen Woche den VfR Krefeld-Fischeln erwartet, gar nicht gerne: "Ich fände es schon besser - und das hat die Mannschaft meiner Meinung nach auch verdient -, wenn man gerade jetzt noch enger zusammenrücken würde."

Aber natürlich weiß auch er, dass seine Kicker in den vergangenen Wochen viel zur miesen Stimmung beigetragen haben. "Im Gegensatz zu Hiesfeld oder SW Essen, die sich zuletzt mit Siegen absetzen konnten, haben wir es verpasst, den Lucky-Punch zu setzen." Besonders hart traf die Mannschaft und alle, die es mit dem SCK halten, die 1:3-Pleite am vergangenen Sonntag in Meerbusch. Von dort hat Seibert inzwischen das Video mit der kompletten Partie bekommen. Seine mit Abstand wichtigste Erkenntnis daraus: "In den entscheidenden Szenen hat uns der Wille und der Glaube gefehlt."

Dass mit Ausnahme des nach langer Verletzungspause gerade erst wieder auf den Platz zurückgekehrten Robert Wilschrey, am Sonntag für Seibert "der beste Mann auf dem Platz", vor allem die vermeintlichen Führungskräfte durchhängen, verschärft die Situation des SCK, der seit der Winterpause aus zehn Spielen nur sieben Punkte holte (zwei Siege, ein Unentschieden), sogar noch. Aus eigener Erfahrung weiß Seibert indes, "dass auch Fußballer im Amateurbereich Druck haben können. Vielleicht kommst du gestresst von der Arbeit zum Fußball, hattest dabei bislang immer Spaß, aber jetzt triffst du auch da auf harte Zeiten." Zudem sei der Kampf ums sportliche Überleben vor allem für die schon länger in Kapellen tätigen Spieler sehr ungewohnt. "Für die ist es das erste Mal, dass es so brutal gegen den Abstieg geht."

Auch die lange Verweildauer auf dem am Ende rettenden 14. Tabellenrang ist womöglich mehr Fluch als Segen. Während der SCK diesen Vorteil Woche für Woche mit Mann und Maus unter hohem Druck zu verteidigen hatte, konnten zwei der schon als sichere Absteiger geführten Verfolger befreit aufspielen. Die Folge: Meerbusch macht seit der Winterpause fünf, Hönnepel/Niedermörmter sogar unglaubliche 13 Punkte auf Kapellen gut.

Läuft es morgen ganz dumm für den SCK, der auf jeden Fall auf Freddy Leufgen (zehnte Gelbe Karte) und Jan Bresser (Saison beendet) sowie unter Umständen auch auf Kani Taher und Lennart Ingmann zu verzichtet hat, fällt er auf einen Schlag vom 14. auf den vorletzten Platz zurück. Zwar gelang Schwarz-Gelb beim 4:2 in Fischeln einer von nur zwei Auswärtssiegen in dieser Saison, doch ist der Gast aus Krefeld heiß wie Frittenfett, verlor nur eine der vergangenen acht Partien. Aber obwohl im ungemein potenten Kader von Coach Josef Cherfi in Kevin Breuer (19 Tore) der vielleicht beste Akteur der Liga steht, glaubt Seibert an sein Team: "Wenn wir das auf den Platz bringen, was wir können, können wir jede Mannschaft schlagen."

Quelle: NGZ
 
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