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SCK meistert Pflichtaufgabe mit Bravour

Lokalsport: SCK meistert Pflichtaufgabe mit Bravour
Kapellens Flügelflitzer Marcel Lüft (r.) narrt seinen ehemaligen Teamkollegen Bruno Ferreira. FOTO: Lothar Berns
Kapellen. Nach der 0:2-Niederlage zum Auftakt in Velbert stand Fußball-Oberligist SC Kapellen im Heimspiel gegen den Neuling Cronenberger SC schon ein bisschen unter Druck. Umso bemerkenswerter war der deutliche und verdiente 4:0-Erfolg. Von Dirk Sitterle

Unmittelbar nach Spielschluss begann in der kuschelig engen und aufgeheizten Mannschaftskabine die improvisierte Party. Mit ohrenbetäubendem Lärm, von Fans auch als Musik bezeichnet, feierten die Oberliga-Fußballer des SC Kapellen ihren ersten Saisonsieg. Der überzeugende 4:0-Erfolg (Halbzeit 4:0) im heimischen Erftstadion über den im ersten Abschnitt überforderten Neuling Cronenberger SC verwandelte indes nicht nur das aktive Personal in Feierbiester, auch Trainer Toni Molina bekam das Lächeln gar nicht mehr aus dem Gesicht. "Das hat Spaß gemacht", stellte er sichtlich gelöst fest.

Nach der 0:2-Auftaktniederlage drei Tage zuvor beim fast übermächtigen Regionalliga-Absteiger SSVg Velbert verschaffte sich der SCK mit dem Pflichtsieg ein wenig Ruhe vor geradezu mörderischen Wochen mit Gastspielen in Ratingen, Uerdingen und TuRU Düsseldorf. Die überzeugende Vorstellung stärkte indes auch die Position des neuen Trainers. Molina fand Gefallen daran, "dass die Dinge, die wir uns vor dem Spiel ausgedacht hatten, auch funktioniert haben."

Vor allem die personellen Maßnahmen zeigten Wirkung: So wuchtete der für Burak Yildiz auf die rechte Außenbahn gerückte Marcel Koch den Ball nach einem Freistoß von Lennart Ingmann bereits in der fünften Minute per Kopf zum Führungstreffer ins Tor. Nur knapp 120 Sekunden später profitierte Marco Czempik beim 2:0 von der herausragenden Vorarbeit Marcel Lüfts auf dem linken Flügel. Kurz darauf hätte ein Dropkick-Heber von Robert Wilschrey, der in zentraler Mittelfeldrolle die Spielfäden gemeinsam mit Lennart Ingmann und dem im defensiven Zweikampf fast unschlagbaren Kani Taher fest zusammenhielt, um ein Haar schon die Entscheidung gebracht (10.). Während sein technisch höchst anspruchsvoller Kunstschuss noch knapp übers Gestänge sauste, geriet der zweite Treffer von Marco Czempik zur Pflichtübung (22.): Einen von CSC-Keeper Marcel Langendorf nur mit Mühe abgewehrten Ball drückte er mühelos zum 3:0 über die Linie.

Und weil die Gastgeber gerade so schön im Schwung waren, legten sie vor dem Seitenwechsel auch noch das 4:0 nach: Eine für den Gast aus Wuppertal, der in dieser Verfassung keine Chance auf den Klassenverbleib hat, viel zu schnelle Konterattacke über Marcel Lüft und Oguz Ayhan, der als stets anspielbereite Sturmspitze deutlich wirkungsvoller agierte als der auf dieser Position nahezu unerprobte Jan Bresser in Velbert, krönte Lennart Ingmann ebenso eiskalt wie gekonnt mit seinem ersten Tor in dieser Spielzeit. Viel besser lässt sich ein Treffer nicht herauskombinieren.

Im Gefühl der eigenen Überlegenheit schalteten die Gastgeber in der zweiten Hälfte zwei Gänge zurück - und hätten das Ergebnis trotzdem leicht noch deutlicher gestalten können. Vor allem der mitunter unterfordert wirkende Lennart Ingmann, dem bei aller Klasse ein Hang zur Überheblichkeit unterstellt werden muss, patzte gleich mehrfach. Diesmal war Molina seinem so dynamischen Edeltechniker freilich dankbar. "Ganz ehrlich, ich bin froh, dass wir nicht noch höher gewonnen haben", verriet er. Denn nach der ausgeglichenen zweiten Hälfte dürfte es ihm wesentlich leichter fallen, seine zu Recht euphorisierten Schützlinge bis Sonntag wieder einzufangen. Schließlich wartet dann im Stadion am Stadionring in Germania Ratingen ein Kontrahent, dem Molina ein ähnliches Niveau wie Velbert bescheinigt. Neu im Kader seines Kollege Peter Radojewski sind Könner wie Goalgetter Marvin Ellmann (56 Tore in den drei vergangenen Spielzeiten), Patrick Nemec, Tim Manstein (alle Wuppertaler SV), Samuel-Marian Limbasan (im Vorjahr zehn Tore für TuRU Düsseldorf), Denis Dluhosch, Emrah Cinar (beide Schonnebeck) und der Ex-Uedesheimer Ismail Cakici (15/16: 36 Treffer für die SG Unterrath in der Bezirksliga).

Quelle: NGZ
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