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SCK nah dran am Sieg

Lokalsport: SCK nah dran am Sieg
Entschlossen: Kapellens Ersatzkapitän Benny Schütz köpft in der 49. Minute den 2:2-Ausgleich. Den ersten Versuch hatte Velberts Jeffrey Tumanan noch von der Linie kratzen können. FOTO: Lothar Berns
Kapellen. Erst drei Minuten vor Schluss kassiert der Fußball-Oberligist gegen den Spitzenreiter SSVg Velbert den 3:3-Ausgleich. Dragan Kalkan gibt Debüt. Von Dirk Sitterle

Nah dran und doch vorbei. Klar, ein 3:3 (Halbzeit 1:2) gegen den Tabellenführer der Fußball-Oberliga Niederrhein ist so schlecht nicht, zumal die SSVg Velbert mit einer starken Serie von acht Siegen in Folge ins Erftstadion gekommen war. Doch weil der von ihm trainierte SC Kapellen den Ausgleich erst drei Minuten vor Schluss kassierte, mischte sich bei Frank Mitschkowski ein Anflug von Enttäuschung in die berechtigte Freude. "Es wäre wichtig gewesen, vielleicht auch mal in so einem Spiel einen Sieg einzufahren", sinnierte er.

Allerdings hatte sich die Partie denkbar ungünstig für die um den Klassenverbleib kämpfenden Hausherren angelassen. Denn bereits in der ersten Spielminute traf Dimitrios Pappas mit einem beherzten Schuss aus 18 Metern zum 1:0 für Velbert. Torhüter Tim Beltermann, der nur wegen der verletzungsbedingten Ausfälle seiner beiden Kollegen Christopher Möllering und David Platen zu seinem Oberliga-Debüt gekommen war, traf dabei keine Schuld. Der jetzt 21 Mal in Folge ungeschlagene Regionalliga-Absteiger dominierte das Match in der Folge fast nach Belieben. Der ohne den gelbgesperrten Kapitän Robert Wilschrey angetretene SCK fand in der Offensive zunächst nicht statt. Daran vermochte auch Dragan Kalkan nicht zu ändern. Dem Bosnier, der zwar schon seit der Winterpause mit der Mannschaft trainiert, aber der vom Verband erst jetzt seine Spielberechtigung erhalten hat, fehlte beim Einstand noch jede Bindung zu seinen Mannschaftskollegen. Folgerichtig blieb der vom Zweitligisten FK Sloboda Mrkonjic Grad an die Erft gekommene Mittelfeldmann zur Pause in der Kabine.

Der Ausgleich fiel aus dem Nichts, stand aber für echte Fußballkunst: Als sich bei einem Freistoß Velberts komplette Defensivabteilung auf die vermeintlichen Schützen Benny Schütz und Marcel Koch konzentrierte, zirkelte Robert Norf die Kugel listig ins kurze Eck (37.). Standards beherrschen indes auch die Gäste: Nur knapp eine Minute nach dem Ausgleich nutzte David Müller einen umstrittenen Freistoß aus 17 Metern zum 2:1 für Velbert. Da der Ball in der Torwartecke einschlug, war Tim Beltermann von einer gewissen Mitschuld nicht freizusprechen. Kurz vor der Pause setzte Velberts Kevin Hagemann das Leder an den Außenpfosten (43.).

Mit Wiederbeginn agierte der SCK deutlich mutiger - und wurde dafür fast prompt belohnt: Nach einer Ecke von Robert Norf unterlief Keeper Philipp Sprenger den Ball, den daraus resultierenden Kopfball von Benny Schütz vermochte Jeffrey Tumanan noch von der Linie zu kratzen, doch Kapellens Ersatzkapitän bekam einen zweiten Versuch - und diesmal, so sah es der gute Schiedsrichter Sven Heinrichs, sei die Kugel schon vor dem Rettungsversuch Tumanans hinter der Torlinie gewesen (49.). Der anfänglich noch so souveräne Spitzenreiter wirkte irritiert und wurde in der 58. Minute sogar klassisch ausgekontert: Fredi Leufgen setzte mit einem weiteren Diagonalschlag den zur Pause eingewechselten Emrah Cavdar ein. Von dessen Querpass profitierte Kani Taher, der afghanische Nationalspieler scheiterte aber am Pfosten. Gut für Kapellen, dass im Kader in Benny Schütz die personifizierte Lebensversicherung steht, denn den vom Aluminium in Feld zurückspringenden Ball bugsierte der Stürmer mit seinem 17. Saisontreffer zum 3:2 über die Linie.

Der knappe Vorsprung hielt bis zur 87. Minute. Dass sich Beltermann bei Philipp Schmidts Kopfball zum 3:3 böse verrechnete, nahm ihm Mitschkowski gar nicht übel: "Ich war mit ihm sehr zufrieden."

Quelle: NGZ
 
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